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TechnikForum: Amberg auf dem Weg zur Smart City – Mehrwert für die Bürger oder unnötige Technik?

| Hochschulkommunikation, Fakultät Maschinenbau / Umwelttechnik, Fakultät Elektrotechnik, Medien und Informatik, Alumni

Digitale und reale Welt verschmelzen immer stärker. Und so wirkt sich die Digitalisierung auch auf die Stadtentwicklung aus. In den digitalen Technologien steckt großes Potenzial für mehr Klimaschutz und für eine gemeinwohlorientierte, nachhaltige Stadtentwicklung. Beim vergangenen virtuellen TechnikForum ist die Frage im Mittelpunkt gestanden, wie die Smart City Amberg aussehen könnte, welche Technologien einen Mehrwert bieten und welche Herausforderungen zu beachten sind.

Vortrag über „Smart City-Technologien mit Mehrwert“ von Prof. Wiehl

Intelligente Straßenlaternen, Car-/Bike-Sharing oder Parkleitsysteme machen noch keine Smart City. Was sich hinter Smart City verbirgt, ist komplexer und ganzheitlich gedacht. Mit dem Begriff „Smart City“ wird das Ziel einer neuen integrierten Stadtentwicklung bezeichnet, die aktuelle technische und soziale Innovationen miteinander verknüpft. Das bedeutet, dass digitale Technologien und Daten in der Zukunft intelligent vernetzt und genutzt werden sollen, um das städtische Leben nachhaltig und zukunftsfähig zu gestalten.

Amberg auf dem Weg zur Smart City

Die Stadt Amberg hat sich im Herbst 2021 auf den Weg gemacht, eine Smart City zu werden. „Ziel ist, über Smart City Prozesse einen Mehrwert für die Bürgerinnen und Bürger zu schaffen. Dabei werden die Prozesse innerhalb der Stadtverwaltung ebenso wie die Prozesse mit anderen Akteuren berücksichtigt. Neben den digitalen Technologien steht der Mensch im Mittelpunkt der Smart City Entwicklung“, betont Julia Schönhärl, Leiterin Smart City der Stadt Amberg. Amberg befinde sich bereits auf gutem Weg zur digitalen Stadt, beispielsweise mit dem digitalen Rathaus. Für eine Smart City wird dieser Weg nun weiterentwickelt. „Dabei müssen wir schauen, welche Technologien für eine eher kleinere Stadt wie Amberg relevant und vor allem nachhaltig sind“, so die Smart City-Leiterin.

Smart City-Technologien

Denn Technologien für eine Smart City gibt es viele: zum Beispiel um den Verkehr effizienter zu lenken, Energie sparsamer einzusetzen, das Leben der Stadtbewohner gemeinwohlorientiert und klimafreundlich zu gestalten, um besser gerüstet gegen Naturkatastrophen zu sein, oder Apps, die den Zugriff auf elektrische Mobilitätsangebote ermöglichen, sowie smarten Gebäudemanagement- und Mobilitätssystemen. Prof. Dr. Michael Wiehl, Fakultät Elektrotechnik, Medien und Informatik, stellt in seinem Vortrag Smart City-Technologie mit Mehrwert vor. Eine Technologie sind cyberphysische Systeme. „In cyberphysischen Systemen verschmilzt die reale mit der virtuellen Welt. Die Systeme stehen in enger Verbindung und im Austausch mit der Umgebung, wobei ein Teil des Systems zum Beispiel über Internet vernetzt ist“, erklärt Prof. Wiehl. Als Beispiel nennt Prof. Wiehl eine App zur Suche einer schönen Bank, um die Sonne zu genießen. Dabei messen Sensoren die Auslastung einer Bank und die Sonneneinstrahlung. Eine Datenbank speichert die aktuellen und bisherigen Werte und eine entsprechende App kann die Datenbank auslesen und den aktuellen Standort und die Prognose anzeigen. Cyberphysische Systeme sind auch die Grundlage für einen Digitalen Zwilling der Stadt. „Mit den durch die Vernetzung gewonnenen Daten wird eine Art dreidimensionaler Karte erstellt, um Ereignisse in Echtzeit zu erfassen und damit der Steuerung zugänglich gemacht“. Um Ende des Vortrags geht Prof. Dr. Michael Wiehl auf die Chancen und Risiken der Technologien ein.

Smart Energy in Smart City

Intelligente Nutzung digitaler Technologien spart CO2. Und so können auch Smart Cities ihren Teil zum Klimaschutz beitragen. Prof. Frank Späte, Fakultät Maschinenbau/Umwelttechnik, stellt in seinem Vortrag das Energiesystem der Zukunft dar. „Es ist dezentral, muss vernetzt und digitalisiert sein, damit die Energie dort ankommt, wie sie benötigt wird“, so Prof. Späte. Damit die Energieerzeugung „smart“ wird, müsse Energie klimafreundlich (Solar, Wind, Biomasse, Wasser) erzeugt werden, effizient verteilt (Infrastruktur, Smart Grid, überregionales Netz) und der Verbrauch optimiert (Energiemanagement, E-Mobilität, Intelligente Verbraucher und Energiespeicher) werden.

Nach den Fachvorträgen hatten die rund 80 TeilnehmerInnen die Möglichkeit, verschiedene Aspekte der Smart City in virtuellen Gruppenräumen zu diskutieren. Dabei wurden sowohl Anregungen gegeben, beispielsweise eine Smart Parking-App, als auch kritische Fragen zu Datenschutz oder Bürgerbeteiligung gestellt.

Über das TechnikForum

Das TechnikForum ist eine Veranstaltung der Fakultäten „Elektrotechnik, Medien und Informatik“ und „Maschinenbau/Umwelttechnik“ und richtet sich an alle Interessierten – auch aus Industrie, Wirtschaft und Bevölkerung. Unterstützt wird die Veranstaltung von der Stadt Amberg.

Julia Schönhärl spricht über „Amberg auf dem Weg zur Smart City“

Prof. Späte bei seinem Vortrag über Klimaschutz in Smart Cities

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