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Kooperation der Fakultät EMI mit schottischen Universitäten

| Hochschulkommunikation, International, Fakultät Elektrotechnik, Medien und Informatik

Aberdeen, Dundee, Glasgow – Die OTH Amberg-Weiden steht seit Jahren in engen Kontakt zu schottischen Universitäten. Um die Beziehungen zu intensivieren und weiter auszubauen, ist eine Delegation der Fakultät Elektrotechnik, Medien und Informatik nach Schottland gereist.

Abertay University in Dundee

Dabei besuchten die Prof. Dr. Andreas Aßmuth, Prof. Dr. Daniel
Loebenberger, Prof. Matthias Söllner und Doktorand Simon Liebl die Abertay University in Dundee, die University of Aberdeen, die University of Strathclyde in Glasgow und die Glasgow Caledonian University. Zu den ersten drei genannten Universitäten bestehen seit Jahren intensive Kontakte, auch wurde in den vergangenen Jahren schon mehrfach gemeinsam publiziert. An der University of Strathclyde findet seit 2017 eine gemeinsame Summer School zum Thema Cyberkriminalität und Cybersicherheit statt.

Abertay University in Dundee

Mit der Abertay University in Dundee, insbesondere mit Dr. Natalie Coull, Head of Cyber Security Division, und Dr. Ian Ferguson, Leiter der Forschungsgruppe Digitale
Forensik, arbeiten die Amberger Professoren schon sehr lange zusammen. Bei dem Besuch standen unter anderem Gespräche über die Promotion von Simon Liebl an der Abertay University, zukünftige Summer Schools und weitere Möglichkeiten der Zusammenarbeit an. Die Cyber Security Division wird in Kürze den „Abertay cyberQuarter“ beziehen. In diesem neu gestalteten Gebäude in unmittelbarer Nähe der Universität werden zukünftig Akademikerinnen und Akademiker mit Vertreterinnen und Vertretern von Industrie und Behörden auf dem Gebiet der Cybersicherheit zusammenarbeiten. Die OTH-Delegation erhielt die Gelegenheit, das sich noch im Umbau befindliche Gebäude zu besichtigen.

Am zweiten Tag des Besuchs hatte Dr. Ferguson ein Doktorandenseminar organisiert, in dem mehrere Doktoranden, darunter auch Simon Liebl, den Stand ihrer Projekte als Diskussionsgrundlage für weitere Kooperationsmöglichkeiten vorstellten. Eine Demonstration des Einsatzes der Virtualisierungslösung Microsoft Azure Labs für den Einsatz in der Lehre rundete den Besuch ab.

University of Aberdeen

Der Kontakt zu Dr. Robert Duncan von der University of Aberdeen kam bereits vor mehreren Jahren über gemeinsame Forschungsinteressen (Security für Cloud-Plattformen und -Services) und Publikationen zustande. Leider konnte Dr. Duncan bei dem Besuch kurzfristig nicht selbst an den Besprechungen teilnehmen, wurde aber von Dr. Matthew Collinson (Head of Computing Science), Dr. Pradip Sharma und Dr. Wanpeng Li vertreten. Die beiden zuletzt genannten sind maßgeblich für die Cybersicherheits-Studiengänge an der University of Aberdeen verantwortlich. Auch hier standen Möglichkeiten der Zusammenarbeit auf dem Programm. In einem Workshop erläuterten die Kollegen der University of Aberdeen die Infrastruktur und Softwarekonfiguration ihrer Labore im Bereich Informationssicherheit.

University of Strathclyde

Die bisherige Kontaktperson an der University of Strathclyde, Dr. George Weir, wird in absehbarer Zeit in den Ruhestand gehen. Der Kontakt zur University of Strathclyde wird aber trotzdem weiter bestehen bleiben, da Dr. Karen Renaud, die bereits seit mehreren Jahren mit der OTH Amberg-Weiden zusammenarbeitet, kürzlich von der Abertay University an die University of Strathclyde gewechselt ist. In einem Workshop stellte die OTH-Delegation ihre Arbeitsgebiete den neuen Kollegen von Dr. Renaud vor. Prof. Aßmuth hatte zudem ein Arbeitstreffen mit einer Doktorandin der University of Strathclyde, bei deren Verfahren er als External Examiner eingebunden ist.

Die schottischen Kolleginnen und Kollegen kennen sich alle untereinander und haben bereits gemeinsam publiziert oder Projekte bearbeitet. Basis der Zusammenarbeit der schottischen Kolleginnen und Kollegen ist die Organisation SICSA (Abk. für The Scottish Informatics and Computer Science Alliance), vergleichbar mit der Gesellschaft für Informatik in Deutschland.

Glasgow Caledonian University

Auch die Glasgow Caledonian University (GCU) ist eine „alte Bekannte“, aber durch personelle Veränderungen an der GCU wurde der Kontakt nicht weiter gepflegt. Über die Publikation „Analyzing the Attack Surface and Threats of Industrial Internet of Things Devices“ im International Journal On Advances in Security 2021, an der u. a. Simon Liebl, Prof. Söllner und Prof. Aßmuth beteiligt waren, wurde die Verbindung zu den neuen Kollegen an der GCU wieder aufgebaut. Dr. Mark Waters und Dr. Pawel Waszczuk bearbeiten aktuell ein Projekt zum Thema Smart Factory und hatten vor diesem Hintergrund den genannten Aufsatz zitiert. Bei dem Gespräch wurde festgestellt, dass es eine deutliche Überschneidung von gemeinsamen Interessen gibt, weshalb beide Seiten diese neuen Kontakte pflegen und ausbauen möchten.

Prof. Aßmuth, Prof. Loebenberger und Prof. Söllner haben mit den schottischen Kolleginnen und Kollegen vereinbart, die bestehenden Kooperationen auf dem Themengebiet Security fortzuführen und zu intensivieren. Es soll weiterhin gemeinsam publiziert werden, zudem soll die Möglichkeit, als External Examiner für Abschlussarbeiten oder Promotionen zu fungieren, weiter gelebt werden. Der Doktorand Simon Liebl verdeutlicht die intensive Zusammenarbeit zwischen der OTH Amberg-Weiden und der Abertay University, da er während seines Promotionsvorhabens gemeinsam von Dr. Coull, Dr. Ferguson und Prof. Aßmuth betreut wird. Darüber hinaus wird aktuell eine Bachelorarbeit an der OTH Amberg-Weiden bearbeitet, die gemeinsam von Prof. Aßmuth und Dr. Duncan (Aberdeen) betreut wird. Weitere gemeinsam betreute Abschlussarbeiten sind denkbar und werden sowohl den Studentinnen und Studenten der OTH Amberg-Weiden als auch denen der schottischen Universitäten angeboten. Der Bereich Elektronik (Prof. Söllner) wurde als eine weitere Möglichkeit der Zusammenarbeit mit der Abertay University identifiziert, da diese Thematik dort weniger stark ausgeprägt ist.
Der Austausch von Studentinnen und Studenten bzw. Dozentinnen und Dozenten soll vor allem nach der Corona-Pandemie wieder aufgenommen und weiter intensiviert werden. Zudem soll ein Nachfolge-Konzept für die Summer School„International Perspectives on Cybercrime“ gefunden werden, deren bisheriger Organisator Dr. Weir dieses Jahr in den
Ruhestand gehen wird. Ein Interesse zur Fortführung dieser gemeinsamen Veranstaltung besteht bei allen Beteiligten, im Gespräch ist jedoch ein jährlicher Wechsel des Veranstaltungsortes.

Für den Ausbau der Laborausstattung und der Infrastruktur der Labore in Amberg sowie für die Durchführung von Praktika konnten wertvolle Erkenntnisse gewonnen werden, da sowohl in Dundee als auch in Aberdeen tiefe Einblicke in deren Installationen und deren Praktika gewährt wurden.
Alle Beteiligten äußerten den Wunsch, die bestehenden Kooperationen fortzuführen, zu intensivieren und zukünftig auch in weiteren Forschungsprojekten zusammenzuarbeiten. Es wurden mehrere aktuelle und vielversprechende Themengebiete für Kooperationen identifiziert. Im Seminar an der Abertay University zeigte sich mehrfach, dass sich die
Kompetenzen und Interessen gleichermaßen überschneiden aber auch ergänzen. Ein Nachfolgemodell zur „Internationale Summer School Cybercrime/Cybersecurity“ ggf. auch mit wechselnden Veranstaltungsorten soll gefunden werden. Laut Aussage der schottischen Kolleginnen und Kollegen besteht bei gemeinsamen (EU-) Förderanträge trotz Brexit die
Möglichkeit einer Zusammenarbeit, da im Falle einer erfolgreichen Beantragung das entsprechende Budget der schottischen Partner durch britische Förderprogramme übernommen würde.
Es ist beabsichtigt, unmittelbar einen Antrag für die Förderlinie „Studieren im Vereinigten Königreich – Förderung des Studierendenaustauschs zwischen Hochschulen in Bayern und im UK“ zu stellen. Hintergrund ist, dass Großbritannien in Folge des Brexit aus dem „Erasmus+-Programm“ ausgeschieden ist. Aus Mitteln der Stiftung „Internationaler Jugendaustausch Bayern“ wurde nun die o. g. Förderlinie geschaffen, die diese Erasmus+-Lücke kompensieren soll. Die Absicht ist es, über diese Mittel die aus den vergangenen Jahren bekannten Aktivitäten im Bereich Cybersicherheit (Internationale Summer School Cybercrime/Cybersecurity in Glasgow, Studierendenaustausche usw.) mit den schottischen Kolleginnen und Kollegen fortzusetzen. Dieser Antrag wird von den schottischen Kollegen durchwegs begrüßt und unterstützt.

University of Aberdeen

Besichtigung des Abertay cyberQuarter

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