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TechnikForum: Die Zukunft des Kunststoffs – alles bio oder was?

| Fakultät Maschinenbau / Umwelttechnik, Kunststofftechnik

Kunststoffe sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Der Großteil unserer alltäglichen Gebrauchsgegenstände besteht aus Kunststoffen, angefangen bei Verpackungen über Zahnbürsten, Spielzeug und Computergehäuse bis hin zur Kleidung. Aber ihnen haftet ein negatives Image an, besonders sind die negativen Umwelteinflüsse des Materials in den letzten Jahren stark in die Kritik geraten. Dabei liegt das Hauptproblem bei der Entsorgung bzw. beim Recycling. Doch die Forschung hat in diesem Bereich große Fortschritte gemacht und mittlerweile kann Kunststoffmüll mit den richtigen Technologien sogar zu über 80% recycelt werden. Das TechnikForum hat das Thema Kunststoffe, den verantwortungsvollen Umgang und die Entsorgung/Recycling in den Fokus gestellt.

Prof. Dr. Tim Jüntgen, Professor im Bereich Kunststofftechnik an OTH Amberg-Weiden, ging in seinem Vortrag auf hartnäckige Mythen ein. Zum Beispiel der Mythos, dass für die Herstellung von Kunststoffen viele fossile Rohstoffe verbraucht werden. „Dabei sind es nur sechs Prozent. An erster Stelle liegen Kraftstoffe und an zweiter Stelle Heizmaterial,“ so Prof. Dr. Jüntgen. Auch den Mythos, dass alle Kunststoffe Weichmacher enthalten würden, widerlegte er mit Zahlen. Neben den falschen Mythen machte Jüntgen deutlich, dass man Kunststoffe nicht pauschal verteufeln sollte, denn sie sind in vielen alltäglichen Bereichen unentbehrlich. Deshalb ist „das eigentlich Wichtige ein gewissenhafter und verantwortungs­voller Umgang mit.“

Prof. Dr. Mario Mocker berichtete über Kunststoffe im Kreislauf. Das Hauptproblem ist die Entsorgung bzw. das Recycling. Sehr große Mengen von Kunststoffabfällen gelangen aus verschiedensten Quellen in die Umwelt und verursachen erhebliche wirtschaftliche und ökologische Schäden. Weltweit wird der Anteil von Kunststoffen an den Abfällen im Meer auf über 80 Prozent geschätzt. Häufigste Kunststoffartikel, die sich im Meereswasser befinden, sind Wattestäbchen, gefolgt von Einwegbesteck, Luftballons und Verpackungsmüll für Obst und Gemüse. Die Forschung hat in diesem Bereich große Fortschritte gemacht und mittlerweile kann Kunststoffmüll mit den richtigen Technologien sogar zu über 80% recycelt werden.

Am Beispiel vom PET-Recycling zeigte Hauptreferentin Prof. Dr. Kathrin Castiglione, Lehrstuhl für Bioverfahrenstechnik an der FAU Erlangen-Nürnberg, in ihrem Vortrag ein innovatives Recyclingsystem, dem biotechnologischem Recycling. Biotechnologisches PET-Recycling stellt eine Alternative zu mechanischem und chemischem PET-Recycling dar. Denn die Qualität sei besser als beim mechanischen Recycling und es habe zudem ökologische Vorteile gegenüber dem chemischen Recycling.

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