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Ringvorlesung: Produktentwicklungsprozess in der Medizintechnik

| Hochschulkommunikation, Fakultät Wirtschaftsingenieurwesen, Medizintechnik

Mit Dr. Rolf Sauter, ehemaliger Entwicklungsleiter der Siemens AG Healthcare Sector am Standort Kemnath, konnte der Studiengang Medizintechnik einen versierten Experten auf dem Gebiet der medizinischen Produktentwicklung gewinnen. Im Rahmen der Ringvorlesung zu aktuellen Trends in der Medizintechnik referierte Dr. Rolf Sauter auf Einladung von Prof. Dr. Franz Magerl – dem Leiter des Studiengangs Medizintechnik – zum Thema „Der Produktentwicklungsprozess in der Medizintechnik – eine gesamtheitliche Betrachtung.“

Die Entwicklung innovativer Produkte, d.h. im Markt erfolgreich eingeführter Produkte, ist für viele Unternehmen das Fundament ihres Geschäftserfolges. Der Referent zeigte dem Auditorium anhand eines vereinfachten Modells zunächst die Prozesskette auf, die bei der Entwicklung eines Produkts durchlaufen wird. Des Weiteren erläuterte Dr. Sauter die Anforderungen an den Entwicklungsprozess und veranschaulichte diese anhand eines virtuellen Produkts. Er ging hierbei neben der funktionellen Anforderungen auf betriebswirtschaftliche Kenngrößen ein und stellte die tragende Rolle von Effizienz und Effektivität im Entwicklungsprozess dar.
Dr. Sauter thematisierte die Problematik hinsichtlich der Messbarkeit, einer Sensitivitätsbetrachtung basierend auf den klassischen Zielsetzungen Funktion, Zeit und Qualität und diskutierte „lean“-Ansätze zur Optimierung des Prozesses. Dabei demonstrierte er typische Prozessrisiken und verdeutlichte anhand einiger Praxisbeispiele die Wechselwirkungen mit anderen Geschäftsprozessen sowie deren Zusammenspiel mit unterschiedlichen Unternehmensbereichen, wie z.B. Marketing/Vertrieb, Fertigung, Einkauf und Controlling. So ist laut Herrn Dr. Sauter die „Qualität“ und die frühzeitige und kontinuierliche Abstimmung dieser Wechselwirkungen entscheidend für Effizienz und Effektivität der Entwicklungsprozesskette. Maßgebend für den Erfolg eines Produktes sind die Vollständigkeit und die inhaltliche Durchdringung der Produktanforderungen (requirements engineering). Der Einsatz von adäquaten Simulationswerkzeugen ist wertvoll für die frühzeitige Abklärung der Anforderungen und trägt zur gewünschten Verstärkung der Entwicklungsaktivitäten in der Anfangsphase der Entwicklungsprozesskette bei („frontloading“).
Abgerundet wurde der Vortrag mit einem Überblick über die Herausforderungen und potenziellen Barrieren, mit denen alle Beteiligten im Entwicklungsprozess konfrontiert werden. Im Anschluss folgte eine rege und interessante Diskussion mit den Studierenden.

Die Medizintechnik entwickelte sich in den letzten Jahren zu einem wichtigen und aufstrebenden Markt, in dem sich deutsche Unternehmen besonders durch neue Technologien in der Weltspitze etablieren konnten. Zur Information über aktuelle wissenschaftliche Themenstellungen und zur praxisorientierten Ausbildung der Studierenden in der Medizintechnik wird seit dem Sommersemester 2011 eine Ringvorlesung unter Koordination von Dekan Prof. Dr. Franz Magerl angeboten. Die Referenten/innen sind versierte Praktiker und Wissenschaftler mit entsprechender Branchen- und Berufserfahrung und stehen im Anschluss an den Vortrag für Diskussionen von Fragen und Praxisproblemen der Teilnehmer zur Verfügung. 

Weiter Informationen erhalten Interessierte unter

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