Zur Navigation springen Zum Inhalt springen

Medizintechnik: Ringvorlesung „Klinische Ethikkomitees“

| Hochschulkommunikation, Medizintechnik

Dr. Bernhard Bleyer (Leiter des Instituts für Nachhaltigkeit in Technik und Wirtschaft an der HAW) referierte im Rahmen der Ringvorlesung Medizintechnik auf Einladung von Prof. Dr. med. Clemens Bulitta (Studiengang Medizintechnik) zum Thema „Klinische Ethikkomitees – Beratung in medizinischen Grenzsituationen“.

von links: Prof. Dr. Clemens Bulitta und Dr. Bernhard Bleyer

In den letzten Jahren konnte man in Deutschland eine deutliche Zunahme an Gründungen klinischer Ethikkomitees beobachten. Der Druck auf schnelles Entscheiden bei lebensgefährdenden Erkrankungen, die expandierenden Möglichkeiten der modernden Medizin und die Pluralität der Wertvorstellungen der Behandelten und Behandler sind die Hauptgründe für die Notwendigkeit einer neuen Beratungsform in klinischen Grenzsituationen.
Der Referent erläuterte dem Auditorium zunächst ein reelles Fallbeispiel und stellte die Frage, inwiefern das bestehende Problem aus ethischer Sicht gelöst werden könnte. Nach einer intensiven und angeregten Diskussion über mögliche Lösungsansätze, zeigte Dr. Bleyer die Rechtswirksamkeit einer Behandlung in derartigen Grenzfällen auf. Hierbei muss zum einen eine Medizinische Indikation festgestellt werden und zum anderen die Einwilligung eines Patienten für diese vorliegen. Dr. Bleyer gab des Weiteren einen Überblick über die Entstehung und Herkunft von Ethikkomitees und demonstrierte deren Anfänge in den USA sowie in Deutschland. Zudem zeigte er Strukturen und Prozesse klinischer Ethikkomitees auf und illustrierte die Praxis ethischen Argumentierens anhand weiterer ausgewählter Beispiele.
Abschließend stellte der Referent die Ergebnisse einer eigens durchgeführten Studie vor, die sich mit der Thematik „Ethische Konflikte und klinische Ethikberatung“ befasste. Hierbei wurden Ärzte, Pflegende, Psychologen, Seelsorger, Sozialdienste, und Physiotherapeuten in den Bereichen Onkologie und Intensivmedizin sowie Geriatrie und Palliativmedizin befragt.

Nach oben