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Medizintechnik: Fachkunde im Strahlenschutz

| Hochschulkommunikation, Fakultät Wirtschaftsingenieurwesen, Medizintechnik

Im Wintersemester 2013/2014 wurde im Studiengang Medizintechnik (Fakultät Wirtschaftsingenieurwesen) erstmalig ein Kurs zum Erwerb der Fachkunde im Strahlenschutz angeboten. Für das freiwillige Studienangebot meldeten sich 12 Studierende, die nach erfolgreicher Teilnahme den ersten Baustein zur Erlangung der Fachkunde nach der Röntgen- und Strahlenschutzverordnung erwerben. Zielgerichtet ist der Kurs für die späteren Berufsbilder des Medizintechnikers nach der Fachkunde-Richtlinie Technik ausgelegt.

Referent: Ing. Friedrich Hilpert

Die Kursinhalte, wie z.B. Themen des Strahlenschutzes für Personal und Patient, Gerätetechnik und Messtechnik für Röntgen, Nuklearmedizin und Strahlentherapie wurden vom Initiator des Kurses, Prof. Dr. Ralf Ringler (Fakultät Wirtschaftsingenieurwesen), gemäß den Richtlinien des Landesamtes für Umwelt in Kulmbach, gelehrt. Ergänzt wurde die Ausbildung durch Spezialisten wie Ing. Friedrich Hilpert, der durch jahrelange Erfahrung im Strahlenschutz die Studierenden mit praxisrelevanten Beispielen begeistern konnte. Des Weiteren haben sich im Rahmen des Kurses Werner Schubert und Roland Schneider, beide Mitarbeiter der Siemens AG Kemnath (Healthcare), in den Fachbereichen der Therapie durch Linear-Beschleuniger und des angewandten Strahlenschutzes in einem Großbetrieb durch praxisnahe Beispiele mit Ihrem Wissen eingebracht.

In drei Übungen konnten die Studierenden mit Hilfe von praxisrelevanten Fällen den Strahlenschutz anhand von Normen, Richtlinien und der Röntgen- und Strahlenschutzverordnung planen. Dies ist eine zentrale Aufgabe und hebt den Wettbewerbsvorteil heraus, wenn dem Kunden Gesamtlösungen für Medizintechnik-Produkte präsentiert werden.

Der Studiengang Medizintechnik (Fakultät Wirtschaftsingenieurwesen) zeichnet sich insbesondere durch seine praxisorientierte Ausbildung aus. Die praktische Umsetzung der in den Lehrveranstaltungen erworbenen Kenntnisse erfolgt in vorlesungsbegleitenden Praktika. Die im Weidener Technologie Campus eingerichteten neuen Laboratorien für Medizintechnik bieten hierfür die besten Voraussetzungen: so konnten im Rahmen des Kurses Praktika zum Strahlenschutz in der Nuklearmedizin und bei der Röntgendiagnostik durchgeführt werden. In Ergänzung wurden externe Praktika zur Strahlentherapie in den Kliniken Nordoberpfalz AG unter der Leitung des ärztlichen Direktors, Dr. med. Thomas Egginger, angeboten. In der Abteilung Strahlentherapie und Radioonkologie im Klinikum Weiden wurden die Studierenden von Chefarzt, PD. Dr. Bernd Gagel und dem Medizinphysik-Experten, Dipl. Phys. Thomas Eckl mit den Fragestellungen zum Strahlenschutz bei der Bestrahlung von Patienten und der Qualitätssicherung vertraut gemacht. Des Weiteren ermöglichte ein Praktikum bei der Siemens AG Kemnath (Healthcare) das Abdecken der Ausbildungsinhalte. Hierbei konnten die Studierenden die im Strahlenschutz relevanten Bereiche bei der Testung und Inbetriebnahme von Linearbeschleuniger aus erster Hand kennenlernen. Roland Schneider und das Team der Mitarbeiter/innen der Linearbeschleuniger demonstrierten den Studierenden wichtige Messdaten zur Dosis, die in einem Beschleunigerraum bei der Bestrahlung auflaufen.

Als genehmigende Behörde stellte das Landesamt für Umwelt in Kulmbach nach sorgfältiger Prüfung aller Unterlagen, Praktika und Übungen die Anerkennung als Kurs zum Erwerb der Fachkunde aus. Studierende, die mit dem erfolgreichen Bestehen der Prüfung und regelmäßiger Anwesenheit den Kurs zum Ende des Wintersemesters abschließen, können somit im späteren Berufsleben nach einer kurzen Praxisphase in verantwortungsvollen und gehobenen Positionen im Bereich Strahlenschutz eingesetzt werden. Diese Qualifikation bietet den Medizintechnik-Absolventen der OTH Amberg-Weiden einen wichtigen Wettbewerbsvorteil.

Der Strahlenschutzkurs wird jährlich für Studierende der Medizintechnik angeboten und startet zum Wintersemester. Im Rahmen des geplanten Masterstudiengangs Medizintechnik kann bei Bedarf die Fachkunde im Strahlenschutz um weitere Module ergänzt werden.

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