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EMI Forum 2014: Vortragsreihe zum Thema "OPEN"

| Hochschulkommunikation, Fakultät Elektrotechnik, Medien und Informatik

Zum zweiten Mal hat an der Ostbayerischen Technischen Hochschule (OTH) in Amberg das EMI Forum in Form einer Vortragsreihe zum Thema "OPEN" stattgefunden. Die Abkürzung "EMI" steht für die drei Ausbildungsrichtungen der Fakultät EI: Elektrotechnik, Medien und Informatik. Dabei inspirierten sie die drei Perspektiven auf das zentrale Thema: "Welche Chancen bieten Offenheit, Transparenz, Kollaboration und Innovation für Bereiche wie Gesellschaft, Wirtschaft oder Kultur?" In den drei Vorträgen mit den Schwerpunkten "offene Lizenzen", "offene Entwicklung", sowie "offene Werkstätten" wurde dieser Frage mit praxisnahen Beispielen nachgegangen und die Thematik intensiv diskutiert.

In den Folgemonaten der Reaktorkatastrophe von Fukushima machte eine Gruppe von Tüftlern auf sich aufmerksam: Unter dem Projektnamen "SafeCast" entwickelten sie eine auf offener Hardware und Software basierte Platform zur detaillierten und zuverlässigen Erfassung der vorhanden Strahlenbelastung. Mit der Kurzvorstellung dieser Initiative setzte Professor Dipl.-Des. Martin Frey, Organisator des Forums,  den Impuls für die Gastvorträge der Veranstaltung.

Dr. Kaya Köklü, Wissenschaftlicher Referent am Max-Planck-Institut für Innovation und Wettbewerb in München, teilte zunächst in seinem Vortrag mit dem Titel "Open World vs. Geistiges Eigentum" seine Überlegungen zur Berechtigung offener, frei zugänglicher als auch geschlossener, proprietärer Systeme wie dem Patent- und Urheberrecht. Dass die Koexistenz beider Welten gelingen kann, wurde anhand der Creative Commons-Lizenz aufgezeigt. Gerade zur Frage, welche Rolle monopolistische Internetkonzerne wie Google zu dem Thema "Offenheit" einnehmen, wurde im Anschluss an den Vortrag intensiv, wie kontrovers diskutiert.
Im zweiten Vortrag gab Referent Johannes Landstorfer, Lead Designer bei der Design- und Innovationsberatung IXDS Berlin, anschaulich Einblick in die offenen Werkzeuge "Arduino" und "Fritzing". Die beiden Initiativen erlauben auf geschickte Weise die Einstiegsbarriere in die Entwicklung elektronischer, interaktiver Anwendungen zu senken. Dabei ermöglichen sie nicht nur Hobbybastlern und -tüftlern ihre eigenen Ideen in konkrete Projekte umzusetzen und sich über diese auszutauschen. Auch in der Lehre, Wissenschaft und Industrie sind diese Tools angekommen und befeuern in beiden Bereichen Kreativität und Innovation.
Den Schlussakzent setzen Chris Herrmann und Michael Niqué, beide Aktive des FabLabs Nürnberg. Aus erster Hand konnten sie in einem unterhaltsamen Vortrag von konkreten Erfahrungen sogenannter "FabLabs" berichten. FabLab steht für "Fabrication Laboratory" und vertritt die Idee Offener Werkstätten. Diese Einrichtungen schießen in Deutschland und weltweit aus dem Boden. In den Werkstätten stehen unterschiedlichste Werkzeuge wie 3D-Drucker, Laser-Cutter, Elektronikequipment, aber auch klassische Geräte wie Fräsen, Sägen u.ä. jedem offen zugänglich zur Verfügung. Sie bilden dabei eine lokale Plattform für vorwiegend Hobbyentwickler und -Tüftler und solchen die es werden wollen. Aus der Erfahrung zeigt sich, dass diese Werkstätten darüber hinaus regelmäßig Nährboden zur Entwicklung innovativer Produkte und in der Folge teils erfolgreicher Unternehmensgründungen bietet.
Im Anschluss an die Vorträge durften Interessierte in einem unterhaltsamen Schnupperworkshop zum Thema "Circuit Bending" die praktische Arbeit in einem FabLab kennenlernen, was von zahlreichen Teilnehmerinnen und Teilnehmern bis spät in die Nacht genutzt wurde.

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