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Gastvortrag in der Medienproduktion und Medientechnik

| Hochschulkommunikation, Medienproduktion und -technik, Fakultät Elektrotechnik, Medien und Informatik

Dmitri Popov, Absolvent der Moskauer Filmhochschule und Dozent an der Hochschule Fresenius in München, kam am 17. Juni 2014 auf Einladung von Prof. Maximilian Kock (Studiengang Medienproduktion und Medientechnik) an die OTH nach Amberg. In dem sehr gut besuchten Gastvortrag erinnerte Dmitri Popov an das Filmmanifest DOGMA 1995 der dänischen Regisseure Lars von Trier, Thomas Vinterberg, Kristian Levring und Sören Kragh-Jacobsen.

Gastreferent Dmitri Popov

Dieses Manifest war 1995 die Antwort dieser europäischen Filmemacher auf die bis ins Detail „ausproduzierten“ Filme aus Hollywood. Folgende Regeln sollten nach dem Dogma-Prinzip unter anderem befolgt werden:

Nur Originalschauplätze als Drehorte
Keine „klassische“ Filmmusik; wenn, dann nur Musik „in der Handlung“
Nur die Verwendung von Handkameras ist möglich
Keine Spezialeffekte, keine verfälschende Postproduktion
Keine künstliche Beleuchtung am Set

Die Studierenden der Medientechnik konnten im Vorfeld im Rahmen der Vorlesung „Medienmarketing“ einen der Dogma-Filme kennenlernen: „Das Fest“ von Thomas Vinterberg. Hierfür sollten sie eine Promotionkampagne konzipieren. Dmitri Popo zeigte nun in seinem Vortrag weitere Ausschnitte aus anderen Dogma-Filmen und stellte die Frage, ob wir im Zuge der überall einsetzbaren Smartphones, davon einige mit HD-Kameras, nicht längst alle täglich unsere eigenen, persönlichen Filme nach dem Dogma-Manifest „drehen“. Nach zwanzig Jahren hat die technische Entwicklung mittlerweile das Dogma-Manifest eingeholt und überholt. Die Videoportale im Internet sind längst gefüllt mit Filmen, die (unfreiwillig) den Dogma-Prinzipien folgen.  

Nichtsdestotrotz erzeugen die Dogma-Regeln auch heute noch sehr ergreifende Filmsequenzen, bei denen der Zuschauer durch die geringe Künstlichkeit und große Realitätsnähe gefesselt wird und den Eindruck vermittelt bekommt, er sei beim Filmgeschehen dabei. Im Anschluss an den Vortrag von Dmitri Popov entstand noch eine intensive Diskussion über seine Thesen.

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