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International Panel Data Analysis

| Hochschulkommunikation, Fakultät Betriebswirtschaft

Seit Beginn der Finanz- und Wirtschaftskrise in Europa kommt es immer wieder zu Befürchtungen, dass in den von der Krise am stärksten betroffenen Ländern sich der Gesundheitszustand der Bevölkerung verschlechtern und die Neigung zur Selbsttötung zunehmen könnte. In diesem Zusammenhang findet vor allem auch der starke Anstieg der Arbeitslosigkeit in den südeuropäischen Ländern eine besondere Beachtung (WHO 2009). Die Soziologie, Psychologie und Ökonomie beschäftigen sich schon seit Langem mit den Determinanten des Suizids. Hierzu haben Prof. Dr. Horst Rottmann (Fakultät Betriebswirtschaft und Forschungsprofessor am ifo Institut) und Dr. Christian Breuer (ifo Institut) ein Working Paper verfasst.

Prof. Dr. Horst Rottmann

Das Working Paper der beiden Autoren zur empirischen Forschung auf diesem Gebiet beruht vor allem auf zwei Punkten: Sie erweitern den Beobachtungsumfang gegenüber ähnlichen Studien deutlich, indem sie ein Panel mit 25 Ländern nutzen, die sie teilweise bis zu 40 Jahre beobachten. Da der moderne Wohlfahrtsstaat die individuelle Betroffenheit von Arbeitslosigkeit abmildert, haben Breuer und Rottmann die empirische Literatur auch um diese Punkte erweitert. Potenzielle Hypothesen zu den Wirkungen der Arbeitsmarktinstitutionen Kündigungsschutz und Arbeitslosenunterstützung in Bezug auf die Suizidraten werden ausführlich diskutiert.

Die empirischen Ergebnisse zeigen, dass ein stringenterer Kündigungsschutz sowohl für Männer als auch für Frauen die Suizidrate signifikant erhöht, dagegen senkt eine großzügigere Arbeitslosenunterstützung die Suizidrate der Männer signifikant. Diese Ergebnisse blieben auch bei vielfältigen Robustheitsüberprüfungen bestehen.

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