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Prof. Burkhard Stolz auf Benediktbeurer Reinraumtagen

| Hochschulkommunikation, Fakultät Wirtschaftsingenieurwesen, Medizintechnik

„Zukunftsweisende Anlagen und Prozesstechnik für die Technologien von Morgen“ – unter diesem Motto standen die 14. Benediktbeurer Reinraumtage. Über 70 Expertinnen und Experten aus ganz Deutschland kamen Ende April in das Kloster Don Bosca in Benediktbeuern, um sich über neueste Entwicklungen in der Reinraumtechnologie zu informieren. Als Referent mit dabei: Prof. Burkhard Stolz, Fakultät Wirtschaftsingenieurwesen (Studiengang Medizintechnik) an der OTH Amberg-Weiden. In seinem Vortrag sprach er über die steigenden Anforderungen an die Lieferanten in der Medizintechnik- und Pharmabranche.

 Die Medizintechnik ist in Deutschland stark durch mittelständische Unternehmen geprägt und weist einen hohen Exportanteil auf; im Bereich der Pharmazie dominieren weltweit operierende und globalisierte Unternehmen den Markt – mehr als 50 Prozent des Weltumsatzes mit Medikamenten erwirtschaften die zwanzig größten Pharmaunternehmen, die Big Pharma. Doch so verschieden Medizintechnik- und Pharmabranchen sind, sie leiden beide unter dem enormen Kostendruck, den Regierungen, Krankenkassen und Kliniken auferlegen, und der sich in Kostenpauschalen, Vergütungseinschränkungen und Einkaufsgemeinschaften niederschlägt. Somit ergibt sich auch für diese Branchen zunehmend die Notwendigkeit des „Outsourcens“ von Leistungen. Und darin liegt für Lieferanten die Chance, ihr Geschäft auszuweiten oder ein neues Geschäftsfeld aufzubauen. Vor diesem Hintergrund zeigte Prof. Burkhard Stolz in seinem Vortrag die Chancen und Risiken für Lieferanten auf, die sich bei einem Einstieg in die Medizintechnik-Branche ergeben. „Die Investition in einen Reinraum ist dabei nur der erste Schritt. Wesentlich ist die Kenntnis der einschlägigen Regularien und die Schulung der Mitarbeiter“, sagt Prof. Burkhard Stolz. Chancen ergeben sich vor allen Dingen durch neue Medical Devices und Medizinprodukte am Markt, die neben mechanischen Lösungen auch verstärkt Sensorik und Aktorik beinhalten. Intelligente implantierbare Infusionspumpen sind hier ebenso zu nennen wie Prothesen, die durch Ableitung von Biosignalen zu steuern sind. Noch komplizierter ist es, in der Pharmaindustrie Fuß zu fassen. Denn eine Politik der Risikovermeidung vieler OEMs (Original Equipment Manufacturer) spricht in zahlreichen Fällen gegen neue strategische Partner. Ein langfristig geplanter Einstieg mit einem mehrjährigen Zeithorizont ist hier für die Entwicklung eines Geschäftes notwendig, welches auch aus der Position des Zweitlieferanten heraus gestartet werden kann. Attraktive Einstiegsmöglichkeiten bieten Pharmazeuten auch Unternehmen mit einer ausgewiesenen Entwicklungskompetenz an. Die Fähigkeit zur eigenständigen Produktentwicklung wird sehr geschätzt. Aber auch hier gilt: Nur mit den richtigen Personen im Unternehmen wird aus der Chance eine Erfolgsgeschichte. Ein Plädoyer für kompetente Ingenieure, wie sie im Studiengang Medizintechnik an der OTH Amberg-Weiden ausgebildet werden.  

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