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Gastvortrag: Europäische Unternehmen in Asien

| Hochschulkommunikation, Fakultät Wirtschaftsingenieurwesen

Go Asia – diese Losung verspricht gute Umsätze und hohe Gewinne. Gleichzeitig birgt der asiatische Markt enorme Risiken: Unternehmen klagen über Industriespionage, Ideenklau und einen unbekümmerten Umgang mit den Patenten anderer. Dennoch ist es möglich, in China, Japan, Korea und Co. erfolgreich zu agieren. Wie, das erklärten Gerhard Bauer und Byunggeun Choi von BBH Products beim Auftakt der Vortragsreihe „TM TEKUL - Technologie- und Kulturworkshop I“ an der OTH Amberg-Weiden.

Geschäftsführer Gerhard Bauer weiß, wovon er spricht: Das Weidener Unternehmen BBH Products stellt Komponenten für die sichere Automation von Maschinen und Anlagen her, mit großem Erfolg, auch auf dem asiatischen Markt. Er konnte deshalb aus dem Nähkästchen plaudern und berichtete detailliert über Hierarchien und Abläufe in asiatischen Unternehmen. Dabei unterstützte ihn Mitarbeiterin und Ingenieurin Byunggeun Choi. Die gebürtige Koreanerin lebt und arbeitet heute in Deutschland – sie kennt beide Welten. Das erlaubte aufschlussreiche Vergleiche zwischen europäischer und asiatischer Unternehmenskultur.

Ganz grundsätzlich steht dem asiatischen Konformismus der europäische Individualismus gegenüber: Europäische Unternehmen sind in der Regel kreativer und entwickeln innovative Produkte. Asiatische Unternehmen kopieren erfolgreiche Produkte und stellen günstige Massenware her – das ist möglich, da Lohnkosten in asiatischen Ländern niedrig, Arbeitszeiten dagegen hoch sind.

Auf den ersten Blick geht diese Rechnung für europäische Unternehmen nicht auf. Sie investieren Zeit und Geld in die Entwicklung neuer Produkte, andere bauen kostengünstig nach. Auf den zweiten Blick liegen gerade hier die Chancen: Die asiatische Industrie punktet mit unschlagbar günstigen Serienmotoren – doch einen Motor, der nach Maß auf die Anforderungen eines Unternehmens zugeschnitten ist, kann sie nicht bauen. Auch wirklich Innovationen fallen ihr manchmal schwer –  hier fehlen Know-how und Prozesswissen, das sich die europäische Industrie in jahrzehntelanger Forschung erarbeitet hat. Von diesem Wissen lebt Europa, so auch das Resümee von Gerhard Bauer. Dieses Wissen muss geschützt und ausgebaut werden – denn es sichert die Zukunft der Unternehmen.

Ein besonderer Aspekt der Veranstaltung waren die Einsichten in die besonderen kulturellen Gegebenheiten der asiatischen Industrieländer Korea, China und Japan. Zur Veranschaulichung enthielt die Veranstaltung interaktive Elemente wie Begrüßungs- und Verabschiedungszeremonien sowie die gemeinsame Erarbeitung von Lösungswegen für eine erfolgreiche Geschäftstätigkeit in diesen Ländern.

M.A. (USA) Amy De Vour, Studiengangsleiterin des Bachelorstudiengangs Internationales Technologiemanagement, und Elisabeth Häusler-Loffler, Lehrkraft für besondere Aufgaben für Englisch, haben den Technologie- und Kulturworkshop  organisiert. Die Vortragsreihe wurde als Zusatzangebot des Bachelor-Studiengangs „Internationales Technologiemanagement“, Fakultät Wirtschaftsingenieurwesen,  konzipiert und spiegelt die drei Hauptsäulen des international ausgerichteten Studiengangs – technische-, kulturelle- und wirtschaftliche Aspekte – wider. Neben Studierenden sind auch interessierte Bürgerinnen und Bürger herzlich zu den Veranstaltungen eingeladen.

Die nächste Veranstaltung dieser Vortragsreihe „WIKUL I – The Law Show“ findet am 09.12.2015 um 14.00 Uhr im HS 001 an der OTH Amberg-Weiden in Weiden statt.

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