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EMI-Forum: Industrie 4.0 – Evolution oder Revolution?

| Hochschulkommunikation, Fakultät Elektrotechnik, Medien und Informatik

Drei Revolutionen hat es in der Industrie bereits gegeben. Alle haben die Abläufe in der Produktion verändert. Die erste kam im 18. Jahrhundert mit der Erfindung der Dampfmaschine, die zweite im 19. Jahrhundert durch die Elektrizität und die Massenproduktion mit Hilfe von Fließbändern. Ab den 1970er Jahren startete die dritte industrielle Revolution. Die Informationstechnik und Elektronik ermöglichten die weitere Automatisierung in der Fertigung. Und seit Ende des 20. Jahrhunderts hat die vierte begonnen. Doch was steckt hinter Industrie 4.0 und welche Auswirkungen hat sie auf die Arbeitswelt?

Das EMI-Forum mit dem Titel „Industrie 4.0 – Weltmeister: Intelligent vernetzt“ hat Einblicke verschafft. Organisiert wurde die Veranstaltung von Prof. Dr. Hans-Peter Schmidt.

Smart Factory, Smart Grid, Big Data, Internet der Dinge – das sind Begriffe, die im Zusammenhang mit Industrie 4.0 fallen. Treibende Kraft hinter Industrie 4.0 ist die Digitalisierung, durch die die Vernetzung in die Industrie einzieht. Ziel ist die Steigerung der Produktivität. Doch viele Maschinen- und Anlagenbauer zögern mit der Einführung von Industrie-4.0-Technologien im eigenen Unternehmen.
Zu Beginn der Veranstaltung wurden die Studieninhalte und Forschungs- und Entwicklungsthemen, die zum Thema „Industrie 4.0“ an der Fakultät Elektrotechnik, Medien und Informatik (EMI) angeboten werden, von Prof. Dr. Schmidt, kurz vorgestellt. Im Anschluss gab Prof. Dr. Wolfgang Blöchl (Fakultät Maschinenbau/Umwelttechnik) einen Einblick in das Forschungsprojekt ISAC@OTH, das jetzt in der Startphase steckt. ISAC steht für Industry Software Application Center und die Forschung beschäftigt sich damit, dass die relativ teure Industriesoftware einfacher und nutzbarer gemacht wird, so dass auch klein- und mittelständische Unternehmen sie nutzen können. Als Beispiel für ein weiteres Forschungsprojekt aus dem Bereich Industrie 4.0 stellte Prof. Dr. Dieter Meiller seine Forschungsarbeit und seine Projekte zum Thema „Neue Bedienen- und Beobachten-Konzepte“ vor, bei dem es um die Optimierung von Bedienoberflächen, z.B. bei Mensch-Maschine-Interaktion, geht.
Echtzeit-Ethernet und was sich dahinter verbirgt erläuterte M.Eng. Stefan Fuchs, Doktorand bei Prof. Dr. Schmidt an der OTH Amberg-Weiden. Im Rahmen seiner Forschungsarbeit entwickelte er eine Testplattform, mit der er Echtzeit-Ethernet-Standards und das Verhalten eines Systems bei Einsatz verschiedener Physical Layers und Kabelsysteme, untersuchen kann.

Industrie 4.0 wird die Produktion verändern. Welche Auswirkungen die vierte industrielle Revolution auf die Arbeitswelt hat, damit beschäftigte sich Karl-Ernst Vathauer, Geschäftsführer einer mittelständischen Firma und Dozent an der Universität Bremen. Das Bild der menschenleeren Fabrik – laut Vathauer wird es nicht soweit kommen: „Die Arbeit wird mobil und virtuell, der Roboter wird von einem Arbeiterwerkzeug zu einem Arbeitspartner werden, neue Berufe treten in Erscheinung, alte werden gehen. Wie jede große Veränderung löst auch die Digitalisierung Befürchtungen aus. Doch sie hat auch qualitative Auswirkungen auf unsere Arbeit. Sie wird den Beschäftigten nicht ersetzen, nur die Anforderungen für die Beschäftigten werden sich ändern.“

Die Veranstaltungsreihe „EMI-Forum – Forschung und Technik ganz nah erleben“ wurde zu Beginn des Sommersemesters 2015 ins Leben gerufen mit dem Ziel, durch Experten der Fakultät EMI und Gastreferenten fundierte Einblicke in aktuelle Themen zu gegeben. Dabei wird die OTH Amberg-Weiden von der Stadt Amberg unterstützt. Die Veranstaltungsreihe wird im nächsten Jahr fortgesetzt, die Termine werden rechtzeitig auf der Webseite der OTH Amberg-Weiden veröffentlicht. Die Vortragsfolien können von der Homepage heruntergeladen werden.

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