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Mode mit moderner Technik: 3D-Druck an der Wirtschaftsschule

| Fakultät Maschinenbau / Umwelttechnik, Hochschulkommunikation

Wie kann man Jungs für Modeschmuck begeistern? Ganz einfach: Man erstellt ihn mit einem 3D-Drucker. Und ganz genauso fasziniert man übrigens auch Mädchen von den Vorzügen moderner Technik. Live und in Farbe war das an der Städtischen Wirtschaftsschule Friedrich Arnold in Amberg zu erleben – zwölf Schülerinnen und Schüler beschäftigten sich die vergangenen sechs Monate mit 3D-Druck und fertigten Ohrhänger oder Ketten. Anfang März stellten sie die schmucken Ergebnisse vor. Mit dabei: OTH-Professor Dr. Wolfgang Blöchl, der das Projekt begleitet hat.

3D-Druck könnte das Leben radikal verändern: Menschen stellen ihre gewünschten Produkte im Wohnzimmer her – schnell, einfach und individuell zugeschnitten. Zukunftsmusik? Aber in Hörweite. Und die Schülerinnen und Schüler sind jetzt darauf vorbereitet… In den vergangenen Monaten experimentierten sie mit einem 3D-Drucker, den die Siemens AG zur Verfügung gestellt hat – Professor Dr. Wolfgang Blöchl und Dipl.-Ing. (FH) Daniel Schmidbauer von der Fakultät Maschinenbau/Umwelttechnik der OTH Amberg-Weiden unterstützten sie dabei als technische Berater. Und die kleine Veranstaltung zum Projektabschluss zeigte: Projekt gelungen!

In einem kurzen Vortrag sprach Prof. Dr. Wolfgang Blöchl über Gegenwart und Perspektiven des 3D-Drucks. Schon jetzt können sich Kunden die Vorlagen einfacher Produkte aus dem Netz laden und selbst drucken lassen. Es ist auch möglich, eigene Produkte zu designen und per 3D-Druck anzufertigen. Doch der Weg zur individualisierten Auto-Karosserie ist noch weit, Handel und Produzenten müssen sich über ihre Zukunft noch keine Sorgen machen.

Na ja… Schmuckhersteller vielleicht schon. Denn was die 10. Klasse mit Lehrerin Karin Kasowski aus dem Drucker gezaubert hat, kann sich sehen lassen: filigran gestaltete Ohrringe und hübsche Anhänger für Halsketten. Die Vorlagen dafür holten sich die Schülerinnen und Schüler aus dem Internet und bearbeiten sie am Computer nach. So erschufen sie ihre eigenen, digitalen Schmuckstücke, die dann per 3D-Drucker das Licht der analogen Welt erblickten. Anschließend verliehen sie ihrem Kleinod den Feinschliff und verzierten es.

Natürlich stießen die Schülerinnen und Schüler auch an die Grenzen der Technik. Einige Bauteil-Vorlagen aus dem Internet waren zu groß oder ungeeignet für den Druck – die eine oder andere Idee konnte nicht umgesetzt werden. Aber eine sehr anspruchsvolle Arbeit, ein kleines Skateboard, zeigt: Wenn Detailliebe und Geduld auf 3D-Druck treffen, geht ganz viel.

„Ich bin mir sicher, dass sich die Produktionsketten in Zukunft verschieben werden“, sagt Prof. Dr. Wolfgang Blöchl. „Deshalb ist es wichtig, dass junge Menschen sehr früh eine innovative Technik wie den 3D-Druck kennenlernen. So werden Berührungsängste abgebaut. Und vielleicht entdecken einige Schülerinnen und Schüler ja auch ihr Interesse an Technik? Dann war das der Startschuss für ein Studium oder eine Ausbildung in diesem Bereich.“ Auch Schulleiterin StDir Brigitte Conchedda ist überzeugt: Trotz kaufmännischen Schwerpunkt an der Wirtschaftsschule Friedrich Arnold sei der technische Projektunterricht sinnvoll und wichtig. Sie hofft, auch im kommenden Jahr wieder eine Veranstaltung zum 3D-Druck anbieten zu können.

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