Zur Navigation springen Zum Inhalt springen

In Kriegen durchleben Soldaten psychische und emotionale Grenzerfahrungen. Sie sind konfrontiert mit Gewalt, Leid und Tod – und reagieren darauf mit widersprüchlichen Gefühlen. Dr. Bryan Bacon, Lieutenant Colonel der US Army, weiß, welche Auswirkungen Krieg auf die menschliche Seele hat. Er ist Psychiater und behandelt Soldaten mit seelischen Problemen. Bei seinem Gastvortrag „Love and hate on the battlefield“ in der OTH am Standort Weiden teilte er seine Erfahrungen mit über 100 Studierenden sowie Schülerinnen und -Schülern der FOS/BOS Weiden.

Dr. Bryan Bacon, Lieutenant Colonel der US Armee, bei seinem Gastvortrag.

Über 100 Studierende sowie Schülerinnen und -Schüler der FOS/BOS Weiden nahmen teil.

Love and hate, tiefstes Mitgefühl und grausamsten Hass – Dr. Bryan Bacon hat beides erlebt. Der Psychiater war bei zwei militärischen Operationen im Einsatz, in Afghanistan und im Irak. Er betreute Soldaten, die in Kampfhandlungen verwickelt waren und psychische Verletzungen erlitten. Dabei erhielt er einen tiefen Einblick in das komplizierte Seelenleben von traumatisierten Menschen.

Heute hilft Dr. Bryan Bacon psychisch verwundeten Soldaten als Leiter der Abteilung „Behavioral Health“ des Bavaria Health Command der US Armee. Er ist seit mittlerweile 17 Jahren in der psychiatrischen Beratung der amerikanischen Streitkräfte tätig. Für seine Leistungen wurde ihm der „Bronze Star“, die höchste Auszeichnung der US-Streitkräfte, verliehen.

Dr. Bryan Bacon entschied sich als junger Mann sehr bewusst für eine Karriere in der U.S. Army. Bereits als Kind war es sein Wunsch, dem Land zu dienen – mit den Terroranschlägen am 11. September wurde daraus eine „schicksalshafte Entscheidung“. Deshalb hielt ihn nichts zurück, als er den Marschbefehl für Afghanistan erhalten hatte: Er wollte sich mit Herz und Seele in die Operation „Enduring Freedom“ einbringen. Doch schon der erste Einsatz im Wüstenstaat raubte ihn viele Illusionen. Bei einem freiwilligen Erkundungsflug in einem Chinook erbrach er sich, in seinen Augen ein „grimmiger Vorgeschmack“ auf die harte Wirklichkeit des Krieges.

Dieses und andere Erlebnisse im Krieg schilderte Dr. Bryan Bacon offen und authentisch – ein kurzer Film führte den Studierenden, Schülerinnen und Schülern das Geschehen in Afghanistan vor Augen. Nach dem Gastvortrag folgte eine lebhafte Fragestunde, die bei allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern bleibenden Eindruck hinterließ.

Der Gastvortrag in englischer Sprache fand bereits zum zweiten Mal in Folge statt. Er bildet den Abschluss eines Zusatzblockkurses mit dem Titel „Medical and Technical English“, der von Amy De Vour-Schön, M.A., Fakultät Wirtschaftsingenieurwesen, organisiert wurde. Der Kurs konnte durch das Förderprogramm „Internationalisierung: Englischsprachige Studienangebote – 2. Runde“ des Bayerischen Staatsministeriums für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst umgesetzt werden.

 

 

 

Nach oben