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Forschungsvorlesung: „Das Bakterium schlägt zurück“

| Hochschulkommunikation , Medizintechnik , Studierendenvertretung

Hygienegerechtes Design und warum das Forschungsgebiet nicht nur für die Medizintechnik interessant ist, das erklärte Prof. Dr. Clemens Bulitta (Fakultät Wirtschaftsingenieurwesen) in seinem Vortrag im Rahmen der Forschungsvorlesung.

Obwohl es Antibiotika historisch betrachtet noch nicht allzu lange gibt, befinden wir uns bereits jetzt in der „postantibiotischen Ära“. Das liegt zum einen an den zunehmenden Resistenzen der Mikroorganismen, zum anderen an der deutlich gestiegenen Mobilität der Erreger aufgrund der Globalisierung. Wenn der durch den Mikroorganismus erzeugte Infekt also einmal da ist, ist es eigentlich schon zu spät. Umso wichtiger werden präventive Maßnahmen, die das Überleben und/oder die Verbreitung der Mikroorganismen verhindern. Wichtig ist das vor allem dort, wo sich Menschen mit einem geschwächten Immunsystem aufhalten, also vorzugsweise im medizinischen Bereich. In manchen Fällen genügt es schon, das Design so zu wählen, dass eine schnelle und einfache Desinfektion oder Reinigung problemlos möglich ist – hygienegerechtes Design eben. Weitere interessante Möglichkeiten bieten sogenannte antimikrobielle Oberflächen, auf denen die Erreger gar nicht erst überleben können. Wie man Oberflächen langfristig antimikrobiell gestaltet, erforscht Prof. Dr. Bulitta momentan mit seinem Team an der OTH Amberg-Weiden.

Und wofür brauchen wir das außerhalb der Medizintechnik? Ganz einfach: jeder Mensch trägt zahlreiche Mikroorganismen mit sich herum und überträgt sie u.a. durch Hautkontakt. Auf einem Smartphone-Display können solche Erreger beispielsweise mehrere Wochen überleben – und wo sie dadurch überall landen könnten, kann sich jeder selbst überlegen. Das gilt auch für sämtliche Selbstbedienungsgeräte wie etwa Fahrkarten- oder Kaffeeautomaten, für Autoklimaanlagen, Kühlschränke…  Keine Panik: Personen mit einem intakten Immunsystem können diese Mikroorganismen wenig anhaben. 

Die Forschungsvorlesungen werden vom Studentischen Konvent der OTH Amberg-Weiden gemeinsam mit den Lehrenden der Hochschule organisiert. Die vierte und letzte Forschungsvorlesung in diesem Semester wird am Mittwoch, 07.12. um 18:00 Uhr von Prof. Dr. Mario Mocker zum Thema „Rohstoffe für Erneuerbare Energien – Knappheit oder Überfluss?“ gehalten (Raum MBUT 207). Alle Interessierten sind herzlich eingeladen!

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