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Die Welt der Kunststoffe und das Kunststoffrecycling

Besuch der Kooperationsschule Erasmus-Gymnasium Amberg

| Hochschulkommunikation , Fakultät Maschinenbau / Umwelttechnik

Struktur und Eigenschaften von Kunststoffen – Damit haben die SchülerInnen der Jahrgangsstufe 11 des Erasmus-Gymnasiums Amberg bereits im Chemieunterricht Bekanntschaft gemacht. Den praktischen Bezug zur Kunststoffverarbeitung und zum Kunststoffrecycling lernten sie bei einem Besuch an der OTH Amberg-Weiden kennen.

Polyurethan-Versuch

Der Besuch startete im Labor Kunststofftechnik (Prof. Joachim Hummich, Prof. Dr. Tim Jüntgen). Hier präsentierte Prof. Dr. Tim Jüntgen den SchülerInnen zunächst einmal eine Auswahl an unterschiedlichsten Kunststoffprodukten. Wie all diese Artikel hergestellt und zum Teil veredelt werden, wurde bei der Besichtigung von verschiedenen Anlagen zur Kunststoffverarbeitung anhand von konkreten Fertigungsprozessen vorgestellt, z.B. konnten die SchülerInnen die Herstellung eines Endlos-Folienschlauchs auf einem Laborextruder verfolgen. Aus derartigen Halbzeugen lassen sich anschließend – je nach Format – Brotzeitbeutel oder Müllbeutel fertigen. Mit einer Spritzgießmaschine wurden vollautomatisch Stehaufkreisel produziert und das Thermoformen konnten die SchülerInnen an der Laboranlage dann sogar selbst ausprobieren: Hergestellt wurde ein Schraubensortierkasten, ähnlich wie ein Besteckeinsatzkasten, der sich in jeder Küche wiederfindet. Des Weiteren demonstrierte Prof. Jüntgen in einem einfachen Versuch das Herstellen eines Weichschaums aus Polyurethan (PUR). Harte Isolierschäume werden ebenfalls aus PUR gefertigt, haben aber eine etwas andere chemische Struktur. Zuletzt durften die SchülerInnen ein spritzgegossenes Geodreieck mit dem OTH-Logo bedrucken. Mit dem so genannten Tampoprint werden in der Industrie nicht nur Werbeartikel (Kugelschreiber, ...) bedruckt, sondern auch viele technische Teile (Blinkerhebel im Kfz oder Thermostatregler bei Heizungen, ...) erhalten auf diese Weise die passende Beschriftung.  

Bei der anschließenden Laborbesichtigung Recyclingtechnik erläuterte Prof. Dr. Burkhard Berninger, wie zum Beispiel der Abfall aus dem Gelben Sack sortiert und möglichst sortenrein getrennt wird. Beim Testlauf der Labor-Sortieranlage konnten sich die SchülerInnen mit eigenen Augen davon überzeugen, wie die magnetische Fraktion (Weißblechdosen, Kronenkorken, ...) mittels extrem leistungsfähigen Neodym-Magneten sehr sauber aus dem Müll aussortiert wurde, bevor dann ein Wirbelstromabscheider die verbliebenen elektrisch leitfähigen Anteile (zum Beispiel Tablettenblister oder Aluminiumfolie) von dem nicht leitfähigen Rest wie Glas, Papier und Kunststoffen trennte. Des Weiteren wurde eine Labor-Sortieranlage im laufenden Betrieb besichtigt, bei der optische Sensoren im Nahinfrarot-Bereich die jeweilige Kunststofftype anhand eines Nahinfrarot-Lichtspektrums eindeutig identifiziert und mittels Luftdüsen ganz gezielt in entsprechende Sammelbehältnisse schießt. Den meisten SchülerInnen wurde erst im Rahmen der Besichtigung bewusst, welche moderne Technik inzwischen für ihre Abfälle eingesetzt wird.  

 

 

 

Die Vielfalt der Kunststoffprodukte

Recyclingtechnik – Prof. Dr. Burkhard Berninger erklärt das Sortieren von Abfall

Die Labor-Sortieranlage trennt elektrisch leitfähige von nichtleitfähigen Müll

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