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Kaminabend Medizintechnik: Digitale Transformation des Gesundheitswesens

Warum ländliche Regionen profitieren können und wie eine erfolgreiche Digitalisierung bestehende Ökosysteme verändern könnte?

| Hochschulkommunikation, Medizintechnik, Fakultät Wirtschaftsingenieurwesen

Elektronische Gesundheitskarten, Fitness-Armbänder oder Health-Apps auf dem Smartphone – die Digitalisierung hat die Gesundheitsbranche erfasst. Schon bald könnten moderne Informations- und Kommunikationstechnologien auch die Arzt-Patienten-Beziehung grundlegend verändern: Digitale Tools werden dann Körperwerte überwachen und Diagnosen oder Therapien erleichtern. Ihren Arzt konsultieren Patienten online über einen Bildschirm, erst zu weitergehenden Untersuchungen kommen sie in die Praxis.

Dr. med. Tobias Daniel Gantner, Gründer und Geschäftsführer der HealthCare Futurists GmbH

Zukunftsmusik? Aber in Hörweite – und auf jeden Fall nah genug, um darüber zu sprechen. Dr. med. Tobias Daniel Gantner, Gründer und Geschäftsführer der HealthCare Futurists GmbH, hat das gemacht, und zwar überaus unterhaltsam und abwechslungsreich. Der Experte für „patientenzentrierte Innovation in der Gesundheitswirtschaft“ zeigte in seinem Gastvortrag, wie moderne Telemedizin Arzt und Patienten über Distanzen hinweg verbindet. Oder wie Digitalisierung das Gesundheitswesen verändern wird.

Dafür spannte er einen weiten Bogen, der von den ersten erfolgreichen Heimcomputern wie den Commodore 64 zur aktuellen digitalen Revolution führte. In den rund 30 Jahren dazwischen haben sich Computer, EDV und Internet mit einer enormen Geschwindigkeit weiterentwickelt – heute hat jeder ein Smartphone in der Tasche, das frühen Computer in jeder Beziehung überlegen ist. Nutzt das Gesundheitswesen dieses enorme digitale Potential? Da geht mehr, meint Dr. Tobias Daniel Gantner.

Zum Beispiel beim ärztlichen Rezept. Der Gastredner stellte dar, welche analogen und digitalen Wege dieses Dokument nehmen muss, damit der Patient sein Medikament und die Krankenkasse die Rechnung bekommt. Digital geht das kürzer, mit weniger Aufwand und geringeren Kosten. Ein weiteres Beispiel. Ältere, multimorbide Patienten müssen oft eine Fülle an verschiedenen Medikamenten einnehmen. Oft fällt es ihnen aber nicht leicht, die verschiedenen Arzneimittel auseinander zu halten und richtig zu dosieren. Die Lösung: ein Gerät, das Rezepte einliest und die Tabletten in richtiger Dosierung ausgibt.

Zudem gab Dr. Tobias Daniel Gantner Einblicke in das Internet of Healthy Things und dessen Auswirkungen auf die Gesundheitsversorgung. Seine These: Vor allem Patienten, die in Regionen mit geringer Ärztedichte leben, können von der digitalen Transformation profitieren – und natürlich auch Unternehmen, die frühzeitig auf die richtigen Geschäftsmodelle setzen.

Nach dem Vortrag tauschte sich Professor Dr. med. Clemens Bulitta, Leiter Institut für Medizintechnik, mit dem Referenten sowie Vertreterinnen und Vertretern aus Gesundheitswirtschaft und Regionalpolitik über die Bedeutung dieser Entwicklung für die nördliche Oberpfalz aus. An der Podiumsdiskussion nahmen teil: Jürgen Spickenreuther, Direktor AOK Weiden, Hubert Schug, CEO Schug Gruppe, Josef Götz, Vorstand Kliniken Nordoberpfalz AG, und Landrat Andreas Meier, Landkreis Neustadt an der Waldnaab.

Prof. Dr. Andrea Klug, Präsidentin der OTH Amberg-Weiden, begrüßte die Gäste.

Prof. Dr. med. Clemens Bulitta, Initiator des Kaminabends

Podiumsdiskussion: Prof. Dr. med. Clemens Bulitta, Dr. Tobias Daniel Gantner, Jürgen Spickenreuther, Hubert Schug, Josef Götz und Andreas Meier

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