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„Je mehr Sie verdienen, desto größer ist Ihr Problem“

Prof. Michael Hauer hält die fünfte Forschungsvorlesung im Rahmen der von der Studierendenvertretung organisierten Vortragsreihe

| Hochschulkommunikation, Studierendenvertretung

Momentan haben wir in Deutschland so viele Erwerbstätige wie noch nie. Auch die Lebenszufriedenheit ist mit 7,11 von 10 möglichen Punkten so hoch wie noch nie. Weshalb ist also die Altersvorsorge so wichtig? Das erklärte Prof. Michael Hauer, Lehrbeauftragter der Fakultät Betriebswirtschaft für Finanzmärkte und Financial Planning und Geschäftsführer des Instituts für Vorsorge und Finanzplanung in Weiden, allen Interessierten in einem sehr kurzweiligen Vortrag zum Thema Renditeoptimierte Altersvorsorge in der aktuellen Niedrigzinsphase.

Das Problem ist schnell erklärt: zum einen benötigen wir im Rentenalter im Schnitt 80% (Tendenz steigend) unseres vorherigen Nettoeinkommens, um auch weiterhin eine hohe Lebenszufriedenheit sicherzustellen. Zum anderen werden wir im Durchschnitt immer älter, was bedeutet, dass die Zeitspanne, in der wir 80% unseres Nettoeinkommens benötigen, immer größer wird. „Das Langlebigkeitsrisiko wird völlig unterschätzt“, erklärt Prof. Michael Hauer. „Man könnte es auch ‚Das-Geld-ist-weg-und-ich-bin-noch-da-Risiko‘ nennen.“ Ein Zustand, den so manche Studierende vom Monatsende kennen, mit dem kleinen Unterschied, dass man nicht weiß, wie lange dieser Zustand noch anhalten wird. Fazit: Was wir über die gesetzliche Rente hinaus benötigen, müssen wir im Laufe unseres Lebens selbst ansparen. Je mehr wir verdienen, desto mehr müssen wir ansparen, und je später wir damit anfangen, desto höhere Beträge müssen wir später für die Altersvorsorge zur Seite legen.

Diese Problematik leuchtet wohl jedem ein – was gibt es da also noch zu forschen? Prof. Michael Hauer zeigt: extrem viel. Wie gestalte ich diese private Altersvorsorge optimal? Welche Möglichkeiten habe ich überhaupt? Und wie viel müsste ich monatlich sparen, wenn ich jetzt anfangen würde? Im Laufe seines Vortrags wies er auf zahlreiche mögliche Themen für Abschlussarbeiten und Forschungsprojekte hin, wie etwa die Untersuchung und Bewertung unterschiedlicher Altersvorsorgesysteme, die Beurteilung von Versicherungsprodukten, Arbeiten zum Beratungsprozess oder auch die Entwicklung von Methoden zur Garantieerzeugung im Finanzbereich. Eine wahre Fundgrube an Forschungsthemen ist laut Prof. Michael Hauer die Digitalisierung im Finanzbereich, „denn die hat da noch gar nicht richtig stattgefunden.“ Nicht umsonst bietet die OTH Amberg-Weiden ab dem Wintersemester 2017/18 den weiterbildenden Masterstudiengang Digital Business Management an.

Ein Besuch der Forschungsvorlesung hat sich definitiv für alle gelohnt. Studierende aus dem Fachbereich konnten Eindrücke für die Vertiefung oder bereits Ideen für eine Abschlussarbeit sammeln, während Fachfremde einen ersten Eindruck bekommen haben, was die Fakultät Betriebswirtschaft so macht außer „irgendwas mit Geld“.

Die nächste Forschungsvorlesung hält Prof. Dr. Matthias Mändl am 22. Mai um 18:00 Uhr (Amberg, Raum: MBUT 207) zum Thema Untersuchung der Richtungsortung von akustischen Warneinrichtungen für bevorrechtigte Wegebenutzer im Innenraum von Kraftfahrzeugen. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen!

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