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EMI-Forum: Getwitterwarnung – Journalismus 4.0

| Hochschulkommunikation, Fakultät Elektrotechnik, Medien und Informatik, Veranstaltungen | EMI-Forum

Die Digitalisierung verändert unser Leben: Das Internet gehört heute zum Alltag der meisten Menschen. Soziale Medien wie Facebook, Twitter, WhatsApp oder YouTube werden von Millionen Menschen in Deutschland genutzt, nicht nur konsumierend. Es werden selbst Inhalte publiziert, mit anderen Nutzern bearbeitet und weiterverbreitet. Das hat enorme Auswirkungen auf den Journalismus. Die aktuelle Entwicklung und die Herausforderungen im Journalismus hat das vergangene EMI-Forum beleuchtet.

Sigmund Gottlieb, ehemaliger Chefredakteur des Bayerischen Rundfunks

Print, Hörfunk, Fernsehen – Das war die Medienlandschaft vor dem Internet, Journalismus 1.0. Die weitere Entwicklung stellte Christian Daubner, Leiter der Digitale Informationsstrategie des Bayerischen Rundfunks, vor: Der Einzug des Internets in den Alltag hat die Art der Informationsbeschaffung und das Verhalten, Informationen zu konsumieren, verändert. Das was Journalismus 2.0. Der große Wandel ging 2007 mit der Einführung des iPhone und der mobilen Internetnutzung los – Journalismus 3.0: Nachrichten sind immer und überall abrufbar, und der Leser kann nun selbst aktiv werden und zum Blogger werden. Jeder kann sein eigener Übertragungswagen sein. Doch welche Meldungen sind wahr und welche Fake News? „Das Abscannen des Netzes ist eine der journalistischen Aufgaben geworden“, so Daubner. „Wir müssen mit intelligenten Systemen weltweit beobachten, was für Bayern relevant ist.“ Inzwischen ist der Journalismus bei 4.0 angekommen: Roboterjournalismus. Computer schreiben standardisierte Sport- und Finanzberichte.

Inhalt ist die Nummer eins

Hat das „alte“ Geschäftsmodell der Verbreitung von Nachrichten und Informationen ausgedient? Sigmund Gottlieb, ehemaliger Chefredakteur des Bayerischen Rundfunks, ging auf den Journalismus von heute ein. Die Vertriebswegediskussion habe die Inhaltsdiskussion verdrängt. Das sei ein Problem. „Inhalt ist nach wie vor die Nummer eins, nicht das Marketing“, so Sigmund Gottlieb. Um auf die Qualität des Journalismus zu achten, dürfe man nicht in den Tempowahn der Digitalisierung verfallen. „Live ist momentan die Währung, mit der im Journalismus bezahlt wird.“ Er vertritt die Meinung, dass Glaubwürdigkeit und gute Recherche wichtiger seien, als Schnelligkeit. „Wer zu spät mit einer Meldung online geht, verliert. Aber nur Klicks im Web.“

Reine Vermittlung von Informationen reicht nicht aus

Mit dem „Digital Turn“ beschäftigte sich Prof. Volker Banholzer, Studiengang Technikjournalismus, TH Nürnberg. Im Hinblick auf die riesigen Mengen an hochqualitativem Content, die Unternehmen mittlerweile produzieren, verlieren klassische Fachmedien zunehmend an Bedeutung. „Unternehmen wenden die gleichen Methoden an wie die Medien. Marken werden zu Medien und die Unternehmen werden selber zum Sender“, so Prof. Volker Banholzer. Und sie würden auf allen Kanälen senden. Firmen wie Siemens bauen Newsrooms auf, Unternehmen betreiben Blogs, produzieren Videos und verschicken Newsletter. Eigene Social Media Teams werden in Unternehmen eingerichtet, die soziale Netzwerke bestücken. Und die Medienhäuser? Die reine Vermittlung von Informationen erfüllt die Anforderungen der Rezipienten nicht mehr. Laut Prof. Dr. Volker Banholzer können „die aktuellen Organisationsstrukturen der Medienhäuser die aktuellen Herausforderungen nicht bearbeiten“. Das Hinterfragen der eigenen Funktionsprinzipien würde oft am Festhalten an etablierten Kennzahlen und Anreizsystemen oder auch an der Selbstzuschreibung und Positionsillusion scheitern. Am Beispiel des Listening Centers der Rheinischen Post stellte er dar, wie Digitalisierung für den Journalismus genutzt werden kann. Im Listening Center beobachtet die Onlineredaktion in Düsseldorf Thementrends im Netz. Darauf basierend bekommen die Redaktionen Recherchehinweise.

Recherche – Das A und O des guten Journalismus. Daran hat auch die Digitalisierung nichts verändert.

Prof. Dipl.-Ing. Maximilian Kock, Dekan der Fakultät EMI

Journalismus 4.0 stößt auf Interesse

Prof. Dr. Andrea Klug Präsidentin der OTH Amberg-Weiden

Digitalisierung stellt den Journalismus vor neue Herausforderungen

Prof. Volker Banholzer, TH Nürnberg

Christian Daubner, Leiter der Digitale Informationsstrategie des Bayerischen Rundfunks

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