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In Indien, wie in vielen anderen Schwellen- oder Entwicklungsländern, fehlt meist ein grundlegendes Verständnis für einen nachhaltigen und wirtschaftlich vorteilhaften Umgang mit Wasservorräten und Bodennutzung. Dies ist besonders in ländlichen Gegenden der Fall, welche grundsätzlich weniger entwickelt und fortgeschritten sind, was der Tatsache geschuldet ist, dass ein großer Teil der Bevölkerung keine oder nur eine sehr begrenzte Schulbildung erfahren hat.

Theresa Magula und Jasmin Wagner inmitten der indischen Dorfgemeinschaft

Somit sind Traditionen und über Generationen bestehende Gewohnheiten die einzigen ausschlaggebenden Faktoren für bestimmte Verhaltensweisen. Beispielsweise werden Wasserreservoirs unkontrolliert für den häuslichen und insbesondere landwirtschaftlichen Gebrauch bis zum Versiegen der Quelle ausgeschöpft. Besonders der Wasserverbrauch der wachsenden Industrie führt dazu, dass der Grundwasserspiegel in den vergangenen Jahren, in denen Indien die Aufholjagd zu westlicheren Ländern angetreten hat, ein großes Stück abgesunken ist. Das führt zur drohenden Austrocknung der Böden, zur Instabilität und somit zur Einsturzgefahr der Hohlräume.

Im Rahmen zweier Bachelorarbeiten im Studiengang Umwelttechnik sollen durch Theresa Magula und Jasmin Wagner unter Betreuung von Prof. Dr. Franz Bischof Maßnahmen und Methoden erforscht werden, um die Grundwasserleiter in dem Staat Andhra Pradesh wieder aufzufüllen und die Menschen für das Problem zu sensibilisieren. Die Huber Technology Stiftung und die deutsche Organisation wortundtat e.V. haben dieses Projekt initiiert. In Zusammenarbeit mit AMG India International und mehrheitlich Fördermitteln der Huber Technology Stiftung konnte das Vorhaben realisiert werden.

Im November sind die beiden Studentinnen für zwei Wochen in die Region gereist, um einen besseren Eindruck von der aktuellen Lage vor Ort zu bekommen und Daten aufzunehmen, um Lösungen entwickeln zu können. In dieser Zeit wurden unter anderem verschiede Brunnenstandorte und deren Ausführungen besichtigt, das bestehende Abwassersystem erforscht und Grundwasserproben genommen. Geplant ist nun, eine Aquifer Recharge-Anlage für jeweils zwei Dörfer auszulegen, welche die über das Jahr aus dem Boden entnommene Wassermenge wieder zurückführt. Dafür wird eine offene, unversiegelte Fläche mit entsprechender Größe ausgewählt, an deren tiefster Stelle eine Versickerungsanlage gebaut wird. Das in der Regenzeit in großen Mengen vorhandene Wasser kann somit schneller und gezielter in den Boden zurückgeführt und die Grundwasserspeicher wieder gefüllt werden.

Um solch eine Anlage auslegen zu können, musste zunächst mit Strichlisten und Umfragebögen der Gesamtwasserverbrauch für jedes Dorf ermittelt werden. Mit Daten über die Wetterverhältnisse in der Region aus dem örtlichen Groundwater Department konnte eine erste Abschätzung der Größe einer solchen Anlage gemacht und vor Ort bereits mögliche Standorte ausgewählt werden.

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