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Wanderausstellung erinnert an NSU-Mordopfer – „Er war ein ganz, ganz lieber Mensch“

| Hochschulkommunikation

Neun Männer und eine Frau wurden von der Nazi-Terrororganisation Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) ermordet. Erst viel zu spät kam zu Tage: Es handelte sich um rechtsextreme Täter, die aus rassistischen Motiven töteten. Neun Männer – Gemüsehändler, Verkäufer, Imbissbetreiber, Familienväter, Ehemänner – und eine 22-jährige Polizistin wurden brutal hingerichtet. An der OTH Amberg-Weiden wurde diesen Verbrechen im Rahmen der Wanderausstellung „Die Opfer des NSU und die Aufarbeitung der Verbrechen" vom 2. bis 11 Mai gedacht.

Birgit Mair, ausgewiesene Rechtsextremismusexpertin, hielt der Eröffnungsvortrag.

Im Rahmen des Eröffnungsvortrages am bot Birgit Mair, ausgewiesene Rechtsextremismusexpertin, den 55 Zuhörerinnen und Zuhörern im Audimax Einblicke in das Leben dieser zehn Menschen, die nahe gingen. „Die Berichte über die Mordopfer des NSU und darüber, was ihre Familien aufgrund der jahrelang fehlgeleiteten Ermittlungen ertragen mussten, haben mich schockiert. Es waren allesamt Menschen mit Familien, die hier in Deutschland seit Jahren ein ruhiges Leben führten und arbeiteten. Rassismus ist der Nährboden für Gewalt und es ist unsere Aufgabe als Bildungseinrichtung, die Auseinandersetzung mit diesem Thema zu suchen und vor rechten Ideologien zu warnen", so Dr. Carolin Wagner, Leiterin des Studien- und Career Service, die mit ihrem Team die Ausstellung an den Campus geholt hatte. Neben biographischen Informationen zu den Mordopfern führte Mair auch die Funktionsweise des NSU-Terrornetzwerks aus, stellte die Verbindungen des NSU zu V-Leuten dar, berichtete über die Anschläge und Tathergänge und informierte über relevante Ermittlungsdetails und die Schwierigkeiten bei der Aufklärung der Mordserie. Im Anschluss an den Vortrag wurden Fragen aus dem Publikum diskutiert.

Vom 2. bis 11. Mai war die Wanderausstellung im Audimax-Foyer der OTH Amberg-Weiden zu sehen. Schulklassen des Max-Reger-Gymnasiums, die sich aktuell mit dem Thema Rechtsextremismus auseinandersetzen, besuchten die Ausstellung ebenso wie Studierende, Hochschulmitarbeiter und interessierte Bürgerinnen und Bürger.

Die Ausstellung wurde 2012/13 im Auftrag des Instituts für sozialwissenschaftliche Forschung, Bildung und Beratung e.V. erstellt und im Frühjahr 2018 durch neue Erkenntnisse des NSU-Prozesses ergänzt. Auf den 24 Schautafeln kommen auch Eltern, Kinder und Witwen der Opfer zu Wort. Die Wanderausstellung an der OTH Amberg-Weiden fand im Rahmen des Leseprojekts gegen Rechtsextremismus statt, welches die Hochschule in Kooperation mit dem Max-Reger-Gymnasium im Rahmen der Initiative „Eine Uni – ein Buch“, gefördert vom Stifterverband und der Klaus Tschira Stiftung in Kooperation mit dem ZEIT-Verlag, derzeit durchführt. Weitere Informationen zu dem Projekt finden sich hier.

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