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„Nah & Fern“ ist eine Begriffskombination, die in unserem heutigen digitalen Zeitalter sofort eine Fülle an Assoziationen auslöst, die weit über den räumlichen Aspekt hinausgehen. Studierende im Masterstudiengang „Medientechnik und Medienproduktion“ an der OTH Amberg-Weiden haben sich mit diesem Begriffspaar technisch künstlerisch auseinandergesetzt. Die Ergebnisse waren in der Medienkunstausstellung im Amberger Ringtheater zu sehen.

Durch die globale Vernetzung der Menschen wird die Wahrnehmung von Raum und Zeit neu definiert, Distanzen aller Art werden aufgehoben, die Welt wird zusammengezogen. Das Internet hat begonnen, an den Unterscheidungen zwischen innerem Raum und äußerem Raum zu rütteln, indem es den Unterschied zwischen Hiersein und Dortsein verwischt. So zum Beispiel bei der Bekleidung: Kaufen kann man sie vor Ort, doch produziert werden sie tausende Kilometer entfernt. Auf die Arbeitsbedingungen in der Textilherstellung mach „Grow or Glow“ aufmerksam. Mit diesem Kunstprojekt hat das Studententeam 80 Euro für die „Kampagne für saubere Kleidung“ gesammelt und gespendet.

Kriegsszenen aus fernen Ländern – „Racism is a dancer“ nimmt Bezug auf die Flüchtlingskrise. Derr Konflikt ist fern, die Auswirkungen sind bei uns spürbar. Die Studentengruppe geht der Frage nach, wie nah bzw. persönlich trifft mich das Thema.

Ein weiteres Projekt stellt die Kommunikation durch die neuen Medien kritisch in den Mittelpunkt. „Digital & Nirgends“ zeigt, dass Menschen sich durch neue Medien zwar so nah wie noch nie sind, dadurch aber einen höheren Stressfaktor erfahren. Es treten mehr Komplikationen in der Kommunikation auf und die Bedeutung der Gespräche sinkt.

Auch das Kunstprojekt „Televator“ nimmt Bezug auf die digitale Zeit. Inspiriert durch den „Fluxus Zug“ von dem Künstler Wolf Vostell möchte das Studententeam aktuelles Zeitgeschehen und Strömungen mittel erlebbaren Environments thematisieren. Anstelle eines Zuges haben sie sich als „Transportmittel“ für einen Aufzug entschieden. In dem Aufzug wird das Phänomen Reizüberflutung durch die digitalen Medien, Textnachrichten oder Live-Nachrichten erfahrbar.

Die Medienkunstausstellung ist der Höhepunkt der Studienveranstaltung „Medienkunst“ im Masterstudiengang „Medientechnik und Medienproduktion“ an der OTH Amberg-Weiden, das von den Professoren Dipl.-Des. Karlheinz Müller und Dr. Dieter Meiller betreut wird.

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