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Medizintechnik-Exkursion zum Forschungsreaktor in Garching

| Hochschulkommunikation, Fakultät Wirtschaftsingenieurwesen, Medizintechnik, Exkursionen Medizintechnik (Bachelor)

Medizintechnik kennt keine Grenzen: Unter diesem Motto führte Prof. Dr. Ralf Ringler, Fakultät Wirtschaftsingenieurwesen, die Studierenden der Medizintechnik der OTH Amberg-Weiden aus den Semestern zwei bis sechs zu einem Besuch an den Forschungsreaktor FRM-II in Garching.

Der Forschungsreaktor FRM-II in Garching

Was haben Medizintechnik und ein Forschungsreaktor gemeinsam? Antworten auf die Frage erhielten die Studierenden der Medizintechnik von MitarbeiterInnen des Forschungsreaktors in anschaulicher Weise. Am Forschungsrektor in Garching kann im Rahmen der Patientenversorgung eine spezielle Tumor-Therapie unter Verwendung von Neutronen durchgeführt werden. Zudem wird der Reaktor zur Produktion von offenen radioaktiven Stoffen für Diagnostik und Therapie in der Nuklearmedizin verwendet.

Therapeutisch können vor allem oberflächennahe Tumorformen, die durch die konventionelle Strahlentherapie mit Photonen und Elektronen nur schwer behandelt werden können, in Garching erfolgreich therapiert werden. Zu dieser speziellen Therapieform haben aufgrund der beschränkten Anzahl an Neutronenreaktoren allerdings nur wenige Patienten Zugang.

Eine weitere, auch für Studierende der Medizintechnik interessante Technik (auch, wenn sie nicht an Patienten angewandt werden kann), ist die Bildgebung mit Hilfe von Neutronen. Dabei verhalten sich die ungeladenen Neutronen anders als z.B. Röntgenstrahlen. Metalle sind für Neutronen quasi durchsichtig, da die Neutronen nicht wie Röntgenstrahlen abhängig von der Dichte sind, sondern durch Stoßprozesse geschwächt werden. Der Einsatz der Bildgebung mit Hilfe von Neutronen ist breit gefächert, so werden beispielsweise historische, vor allem metallische Fundstücke untersucht, ohne sie beschädigen zu müssen oder laufende Motoren „gefilmt“, um die Prozesse im Inneren verstehen und nachvollziehen zu können. Das primäre Forschungsziel ist allerdings die Untersuchung supraleitender Materialien.

Des Weiteren beschäftigen sich die WissenschaftlerInnen des Heinz Maier-Leibnitz Zentrums (MLZ), die am FRM-II arbeiten, mit der Neutronenanalytik. Dabei werden durch elementare analytische Anwendungen kleinste Spurenelementgehalte verschiedenster Materialen auf atomarer Ebene bestimmt. Aus dem entstehenden Spektrum kann die Elementkonzentration der Probe bestimmt werden. Die Bandbreite der untersuchten Proben reicht von prähistorischen Fundstücken bis zu Materialien für die Halbleitertechnik.

Ein Blick in das Reaktorbecken von oben und die weitläufige Experimentierhalle mit langsamen Neutronen zeigte den Studierenden die weitläufigen Ausmaße der Anlage und die notwendigen Sicherheitsvorkehrungen, die zum sicheren Betrieb der Anlage unabdingbar sind.

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