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Internationale Perspektiven zur Cyberkriminalität

Symposium und Summer School an der Strathclyde Universität in Glasgow

| Hochschulkommunikation, Fakultät Elektrotechnik, Medien und Informatik, International

Hackerangriffe auf Autos – Durch die zunehmende Digitalisierung und Vernetzung von Automobilen können Hackerangriffe zukünftig ein Problem werden. Dabei machen die Gefahren nicht vor Landesgrenzen halt. Auf dem Symposium und der anschließenden Summer School zum Thema „International Perspectives on Cybercrime“ an der Strathclyde Universität in Glasgow hatten Tobias Nickl und Nicholas Jäger von der Fakultät Elektrotechnik, Medien und Informatik (EMI) die Gelegenheit, ihre Forschungsthemen „Scheduling-based Attacks on Cars“ und „Security Aspects in Automomous Driving Scenarios“ vor einem internationalen Publikum präsentieren zu können. Theoretisch als auch praktisch haben sie die Gefahren von modernen vernetzten Automobilen, sowie autonomer Mobilität bezüglich „Hackbarkeit“ aufgewiesen und thematisiert.

Tobias Nickl präsentiert in seinem Vortrag „Scheduling-based Attacks on Cars“ Ergebnisse des Forschungsprojekts FORMUS³IC.

Nicholas Jäger ist an der OTH Amberg-Weiden wissenschaftlicher Mitarbeiter im EU-Forschungsprojekt AutoDrive. Im Rahmen des Symposiums stellt er die Security-Herausforderungen beim automatisierten Fahren dar.

Die internationalen TeilnehmerInnen beim Empfang der Stadt Glasgow im historischen Rathaus.

Die Delegation der OTH Amberg-Weiden, zusammen mit einem Vertreter des Stadtrats von Glasgow (rechts) und Dr. Bob Duncan von der University of Aberdeen (3. von rechts).

Prof. Dr. Andreas Aßmuth während des Workshops „Cryptography, friend and foe“.

Mitarbeiter und ausgewählte Studierende der OTH Amberg-Weiden reisten Ende August nach Schottland, um an dem Symposium und der Summer School „International Perspectives on Cybercrime“ teilzunehmen. Neben den Vorträgen von Tobias Nickl und Nicholas Jäger bot das Symposiun ein breites Themenspektrum: „Fake News and Information Warfare“, „Cybercrime and the Usage of Cloud“ oder „Smart Cities. Dabei wurden Fragestellungen erörtert, wie heutzutage gezielt Falschmeldungen durch Botnetze in Socialmedia-Plattformen wie Twitter und Facebook verbreitet werden, um Meinungen und Stimmungen zu beeinflussen, welche beispielsweise ganze Wahlergebnisse ändern können.

Leichtes Leben für Hacker?

Im Zusammenhang mit der Nutzung von Clouddiensten, wie beispielsweise Apples iCloud, Google Drive und DropBox, wurde die Frage erörtert, ob es User durch die Nutzung dieser Dienste eventuellen Hackern nicht leichter machen, um gezielt an personenbezogene Daten zu gelangen. Nicht zuletzt wurde über die Gefahren von sogenannten „Smart Cities“ gesprochen und abgewogen, ob der Zugewinn von Komfort und Nutzen einer vernetzten und überwachten Stadt nicht auch ein großes und vor allem leichtes Angriffsziel für Cyberterroristen darstellt, wenn sicherheitsrelevante Vorkehrungen für kritische Bereiche, wie beispielsweise die Stromversorgung oder Überwachungskameras, falsch implementiert oder gar nicht vorhanden sind.
Am Ende des ersten Tages wurden die internationalen VeranstaltungsteilnehmerInnen aus Großbritannien, Kanada, Malaysia, Saudi Arabien, Thailand, der Türkei und Deutschland noch von der Stadt Glasgow zu einem Empfang in das Rathaus eingeladen.

Internationale Zusammenarbeit bei Bekämpfung von Cybercrime

In der darauffolgenden viertägigen Summer School gehörten zu den untersuchten Themen vorrangig die Fragestellungen: „Wie umgehen Hacker die Grenzen der Rechtsprechung?“, „Wie erfolgt deren internationale Zusammenarbeit?“ und „Welche internationalen Herausforderungen liegen für die Strafverfolgung bei diesen Delikten vor?“. Auch die neuen Regelungen durch die europäische Datenschutz-Grundverordnung war immer wieder Thema. Die Vorträge wurden an diesen Tagen auch von den Studenten der Simon Fraser University aus Kanada gestaltet. Die genannten Herausforderungen wurden in unterschiedlichen Kontexten wie Malware, Banking-Trojaner, Human Trafficking und Cryptojacking betrachtet. Die Ergebnisse dieser Forschungen waren, dass „Hacker“ scheinbar den Betroffenen, der Gesetzgebung und ihren Verfolgern immer einen Schritt voraus zu sein scheinen und mehr internationale Zusammenarbeit und Abbau von Bürokratie bei der Bekämpfung bestehen muss.

Zusätzlich gab es zu den Betrachtungen der theoretischen Fragestellungen noch Workshops, die unter anderem von Prof. Dr. Andreas Aßmuth (OTH Amberg-Weiden, Fakultät EMI) durchgeführt wurden. Hier wurde ein Einblick in die Grundlagen der Kryptografie gegeben und zudem eindrucksvoll das Eindringen, Übernehmen und Steuern eines fremden PC-Systems anhand einer kompromittierten PC-Funktastatur vorgeführt.

Organisiert wurde das Symposium mit der anschließenden Summer School von Dr. George Weir (University of Strathclyde, Schottland), Dr. Barry Cartwright und Dr. Richard Frank (beide Simon Fraser University, Kanada) sowie Prof. Dr. Andreas Aßmuth (OTH Amberg-Weiden, Fakultät EMI). Das Resümee der TeilnehmerInnen: Eine sehr lehrreiche Veranstaltung, die für alle Beteiligte neue interessante Impulse und Ansichten näherbringen konnte, auch in Themengebieten, die nicht zur allgemeinen Tagesordnung gehören. Am Ende der Woche waren alle TeilnehmerInnen für die Gefahren und nötigen Voraussetzungen bei der Bekämpfung von „Cybercrime“ sensibilisiert.

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