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Meine Welt – Deine Welt: Entwicklungszusammenarbeit statt Entwicklungshilfe

TechnikForum

| Hochschulkommunikation, Fakultät Maschinenbau / Umwelttechnik, Veranstaltungen

Der frühere Begriff „Entwicklungshilfe“ wurde schon vor vielen Jahren durch „Entwicklungszusammenarbeit“ ersetzt und das aus gutem Grund. Denn, es geht dabei nicht um eine einseitige Hilfe von uns für Bedürftige, sondern um eine Zusammenarbeit, von der alle Beteiligten profitieren. Wir haben nur eine Erde und viele globale Herausforderungen müssen gemeistert werden. Wichtige Kernthemen sind dabei der Klimaschutz, umweltfreundliche Energieerzeugung und effizienter Einsatz der begrenzt vorhandenen Ressourcen, alles Themen mit denen sich die OTH Amberg-Weiden auseinandersetzt.

Von links: Prof. Frank Späte, Prof. Dr. Christoph Lindenberger, Dr. Bärbel Schwaiger, Prof. Dr. Burkhard Berninger und Florian Wachler.

Das zweite TechnikForum an der OTH Amberg Weiden hat an drei Beispielen deutlich gemacht, was Entwicklungszusammenarbeit konkret bedeutet und warum sie für eine Hochschule, aber auch für uns als Gesellschaft wichtig und wertvoll ist.

Dass Energieeffizienz auch außerhalb von  Deutschland ein zunehmend wichtiges Thema ist, zeigte Dr. Bärbel Schwaiger, Programmleiterin Infrastruktur, Ukraine, Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH, in ihrem Vortrag „Energieeffizienz und Klimaschutz“ in der Ukraine auf. Durch fehlende Kompetenzen im Land, politische Instabilität und wenig Interesse in der Bevölkerung, da die Energieversorgung stark vom Staat subventioniert wird, wurde dort Energie über lange Jahre regelrecht verschwendet. Aufgrund schlechter Bauausführung sind viele Gebäude gar nicht oder nur mangelhaft gedämmt. Die GIZ engagiert sich deshalb auf kommunaler Ebene in den Bereichen Beratung und Ausbildung. Im Jahr 2004 startete in vier Pilotstädten die Etablierung eines Energiemonitorings, im Jahr 2017 nutzen 153 Städte dieses System. Auch in Zukunft wird die GIZ durch ihr Engagement die Ukraine auf Ihrem Weg zu einem energieeffizienten und klimafreundlichen Land begleiten.

In dem Vortrag „Das Wunder vom Han Fluss“ erläuterte Prof. Dr.-Ing. Christoph Lindenberger die Entwicklung Südkoreas von dem 1960 noch sehr armen Land hin zu einer modernen und exportstarken Industrienation. Sehr anschaulich erläuterte Lindenberger die einzelnen Stationen der Entwicklung, den Einfluss Deutschlands und die aktuellen Probleme im Land. So fehlen dort Facharbeiter, da über 75 % der 25- bis 35- Jährigen ein Studium mit einem Bachelor abgeschlossen haben. In aktuellen Themen der Entwicklungszusammenarbeit wird in Südkorea versucht, eine duale Ausbildung, wie in Deutschland bekannt, zu etablieren.

Im dritten Vortrag sprach Florian Wachler, Regionalgruppenleiter bei „Technik ohne Grenzen“, über das Thema Nachhaltigkeit von Entwicklungszusammenarbeit. Ein Schwerpunkt lag dabei auf der Planung und Steuerung von Projekten in der Entwicklungszusammenarbeit, um dort langfristige Nachhaltigkeit zu gewährleisten.  Adelheid Gonschorek, Projektleiterin bei „Technik ohne Grenzen“, zeigte dann an einem konkreten Projektbeispiel, dem Bau einer Toilettenanlage in Gambia auf, wie ein solches Projekt im Rahmen ihrer Tätigkeit umgesetzt wurde. Das es wichtig ist, sich als westliche Nation in solchen Projekten zu engagieren, stand nach dem Vortrag für alle außer Frage. Die Frage nach der Nachhaltigkeit von solchen Projekten konnte aber abschließend nicht vollkommen geklärt werden.

Das TechnikForum ist eine Veranstaltung der Fakultäten „Maschinenbau/Umwelttechnik“ und „Elektrotechnik, Medien und Informatik“ und richtet sich an alle Interessierten – auch aus Industrie, Wirtschaft und Bevölkerung. Unterstützt wird die Veranstaltung von der Stadt Amberg.

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