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Spritzen, Flaschen und Tiegel aus Glas – Gerresheimer Regensburg GmbH weiß wie es geht

| Hochschulkommunikation, Fakultät Wirtschaftsingenieurwesen | PartnerCircle

Gerresheimer ist nicht nur ein weltweit führender Partner der Pharma- und Healthcare-Industrie, sondern auch ein langjähriger Partner der OTH Amberg-Weiden im PartnerCircle. Im Rahmen dessen hat Gerresheimer zum 3. PartnerForum eingeladen und die aktuellen Herausforderungen vorgestellt und diskutiert.

Einblick in das neue Technologiecenter

Die Glasproduktion für die Medizintechnik war bereits Kerngeschäft der Wilden AG in den 90er Jahren, aus der die heutige Gerresheimer Regensburg GmbH hervorging. Mit rund 10.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wird derzeit weltweit an rund 40 Standorten produziert; in Stückzahlen von bis zu 500 Stück pro Sekunde. Die Primärverpackung aus Glas ist auch heute auf Zuwachs ausgerichtet. Die beiden wesentlichen Bereiche sind dabei Tubular Glas, z. B. Spritzenkörper und Ampulen, und Moulded Glas, also beispielsweise Tropfflaschen oder Tablettengläser. Stark im Wachstum sind auch Glasverpackungen in der Kosmetikindustrie – Nachhaltigkeit und Wiederverwertbarkeit sind hier die wesentlichen Stickpunkte. Hauptaugenmerk bei der Produktentwicklung im Haus Gerresheimer ist immer der Kunde. „Nur unter Einbeziehung der Wünsche und Anforderungen des Kunden können Ideen zu erfolgreichen Produkten entwickelt werden“, so Manfred Baumann, Global Executive Vice President Sales & Marketing Administration & TCC Management Board der Gerresheimer Regensburg GmbH. Produktenwicklung erfordert aber auch die Zusammenarbeit mit der Forschung. Gleich ob gemeinsame Forschungsprojekte, Innovativer Lernort, Duales Studium oder PartnerCircle: gemeinsam mit der OTH Amberg-Weiden sind viele Erfolgsgeschichten zu erzählen. Als nur ein Indikator von Vielen mag sein, dass etwa 1/3 der Studierenden, die ihre Abschlussarbeit bei oder mit Gerresheimer erarbeitet haben, heute gefragte Mitarbeiter sind.

Auf eine langjährige vertrauensvolle Zusammenarbeit blickte auch Prof. Dr. Andrea Klug, Präsidentin der OTH Amberg-Weiden, zurück. Bereits vor 15 Jahren wurden gemeinsame Projekte realisiert und die Gerresheimer GmbH hat die Einwicklung der Hochschule von der Fachhochschule über die Hochschule für Angewandte Wissenschaften bis hin zur Ostbayerischen Technischen Hochschule kontinuierlich begleitet. Beständigkeit und Innovation schließen sich jedoch nicht aus. Ganz im Gegenteil. Bei der Zusammenarbeit mit Gerresheimer – sowohl im Bereich Studium, Lehre als auch im Bereich Forschung oder Transfer– „bei Gerresheimer gibt es immer etwas Neues“, so die persönliche Erfahrung. Und so ist die Führung durch das neue Technologiecenter Wackersdorf mit den Bereichen Automation, Werkzeugbau und Small Batch Produktion, die erst kommenden Oktober in Produktion geht, eine konsequente Folge dessen.

Einen kurzen Einblick in das „was die Primärverpackungen für die Pharmazie ausmacht“ gab Dr. Wenzel Novak, Global Senior Director Business Development. Die Kernthemen waren Sauberkeit, vor allem von Silikonen, die die Handhabbarkeit vereinfachen, die Funktionalität, gerade vor dem Hintergrund der zunehmenden Selbstmedikation, sowie die Langzeitlagerung, die eine Stabilität und gleichbleibende Qualität der Inhalte über mehrere Jahre hinweg garantiert. Neue Komponenten, wie ein Schutz, der anderweitige Verletzungen durch die Spritzennadel verhindert, sind die neuesten Entwicklungen. Dem dabei geltenden Preisdruck hält Gerresheimer mit Qualität in hoher Quantität dagegen.

„Glas ist ein besonderer Werkstoff“, so Prof. Dr. Franz Magerl, Fakultät Wirtschaftsingenieurwesen. Aufgrund der Viskoelastizität ist die Umformung von Glas nicht ganz einfach. Kommt die Anforderung von sehr schneller Verarbeitung aufgrund hoher Stückzahlen dazu, ist eine Simulation der entscheidenden Faktoren Temperatur und Spannung hilfreich. Die Ergebnisse der Simulierung der Gruppe an der OTH Amberg-Weiden zeigen sehr gute Übereinstimmungen mit der Realität. Damit können über das ganzheitliche Verständnis der Vorgänge im Material Glas Optimierungsparameter erarbeitet werden.

Ein Höhepunkt des PartnerForums war die Führung durch das neue und noch nicht ganz fertige Technologiecenter am Standort. Nach dem Baubeginn im Juni 2018 ist die Aufnahme der Produktion im Herbst 2019 vorgesehen. Um die Mitarbeiter optimal auf diesen Um- und Ausbau vorzubereiten, wurden und werden verschiedene Maßnahmen sehr erfolgreich durchgeführt. Schulungen, intern wie extern, gezielte Neueinstellungen und die Zusammenarbeit mit Hochschulen sind essentiell. Denn im Rahmen des PartnerForums sind sich alle einig: Innovationen und Erfolge basieren immer auf hervorragend ausgebildeten und motivierten Mitarbeitern. Dies bestätigte auch die abschließende Diskussion bei Fingerfood.

Dr. Wenzel Novak

Manfred Baumann

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