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25 Vorträge – 25 Orte: Ländliche Räume in Ostbayern

| ILO, Hochschulkommunikation, Jubiläum

„Ländliche Räume in Ostbayern: Aktuelle Rahmenbedingungen, Herausforderungen und Zukunftsperspektiven im regionalen Management“ – so lautete der Titel des mit 25 ZuhörerInnen gut besuchten Vortrags von Dr. Wolfgang Weber im Innovativen LernOrt Kloster Speinshart im Rahmen der Reihe „25 Vorträge an 25 Orten“.

Dr. Wolfgang Weber, Leitung Grundsatzangelegenheiten und Hochschulentwicklung

Dr. Wolfgang Weber stellte heraus, dass nicht nur die Frage wichtig sei, wie eine Region aussieht, sondern vor allem, wie sie aussehen will. Dieser Ansatz einer regionalen Selbstverwirklichung und Aktivierung der endogenen Potentiale sei mit Fragen verbunden wie:

  • Wie entwickelten sich ländliche Räume bisher und warum?
  • Mit welchen Stärken sollten sie sich heute positionieren?
  • Was sind Alleinstellungen in einer regionalen Governance?
  • Welche Akteure und kreativen Milieus sind hierzu notwendig?
  • Sind die ländlichen Räume die wettbewerbsfähige und nachhaltige Raumkategorie?

Die Grundthese im Vortrag war, dass Ostbayern sich von einer Armuts- zu einer Chancen-Region entwickelte. Jedoch sei bis heute ein „Mainstream“ in der Raumordnung erkennbar, der die Bezeichnung „Peripherie“ ebenso verwendet wie Indikatoren der Typisierung von Raumkategorien in Deutschland, die meist auf die Bevölkerungsdichte zurückgreifen. Nur wenige Untersuchungen beziehen weit aussagekräftigere Variablen ein, die den Strukturwandel hin zu den Dienstleistungen, regionale Potentiale und damit auf die Zukunft gerichtete Positionen ausweisen. Hilfreich erscheinen daher komplexe Indices mit einer Komprimierung auf Hauptkomponenten regionaler Entwicklung.

Insgesamt weisen die Strukturdaten Ostbayerns auf einen nachhaltigen Aufschwung hin, mit Entwicklungsmöglichkeiten über alle Phasen des Lebenslaufes und damit auch eines Beitrages zur Verhinderung von Abwanderung. Als Belege für diesen Erfolg können ein Arbeitsmarkt nahe der Vollbeschäftigung, eine stabile KMU-Unternehmensstruktur, der Weg in Wachstumsbranchen sowie private und öffentliche Investitionen gelten.

In einer Analyse unterschiedlicher Dynamik in den 97 Raumordnungsregionen Deutschlands kommt ein Zusammenhang zum Ausdruck: Es tritt eine Korrelation zwischen der Entwicklung im Arbeitsmarkt und der Entwicklung der Bevölkerung zu Tage. Diese äußert sich darin, dass jene Regionen, die den Strukturwandel im Arbeitsmarkt gut bewältigen und hier Erfolge verzeichnen, gleichzeitig eine wachsende oder zumindest stabile Bevölkerungszahl aufweisen. Positioniert sich eine Region mit effizienten Instrumenten des regionalen Managements und über tragfähige Netzwerke, dann sei eine erhebliche Hebelwirkung für die Regionalstruktur im Sinne kreativer Milieus und eines innovationsorientierten Ansatzes gegeben.

Mit zehn Thesen zu Erfolgsfaktoren für die ländlichen Räume Ostbayerns heute und in der Zukunft rundete Dr. Wolfgang Weber seinen rund einstündigen Vortrag ab.

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