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Steigende Zahl von Promotionen an der OTH Amberg-Weiden

| Hochschulkommunikation, Pressemeldungen, Alumni

Vorbei sind die Zeiten, in denen Promotionen nur an Universitäten möglich und nur den UniversitätsabsolventInnen vorbehalten waren. Auch für HochschulabsolventInnen steht diese Form der akademischen Weiterbildung bereits seit einigen Jahren offen – und, auch wenn Hochschulen für angewandte Wissenschaften (HaW) und Technischen Hochschulen (TH) bislang kein eigenständiges Promotionsrecht haben, ist es durch kooperative Promotionsverfahren möglich, an HaWs und THs zu promovieren. Eine Option, die sich immer größerer Beliebtheit erfreut. So arbeiten an der OTH Amberg-Weiden aktuell 22 Promovierende an ihrer Doktorarbeit, der Großteil von ihnen im Rahmen von praktischen Forschungsprojekten.

Prof. Dr. Andrea Klug, Präsidentin der OTH Amberg-Weiden, freut sich sehr über diese Zahl und betont: „Die steigende Zahl Promovierender an unserer Hochschule wie auch an anderen Hochschulen für angewandte Wissenschaften zeigt die Flexibilität des Hochschulsystems und die Durchlässigkeit von wissenschaftlichen Karrierewegen – und ist Beleg für die angewandte Forschung an unserer Hochschule.“

Promovieren in familiärer Atmosphäre

„Eine Promotion an der OTH Amberg-Weiden geht dabei oft mit einem konkreten Forschungsprojekt einher und dies meist auch mit einer Anstellung als wissenschaftlicher Mitarbeitender“, erläutert Dr.-Ing. Veronika Wiesmet, die als Forschungsreferentin am Institut für Angewandte Forschung den wissenschaftlichen Nachwuchs mit begleitet.

Die Zusammenarbeit zwischen Doktoranden und betreuenden Professoren oder Professorinnen ist dabei an der Hochschule zumeist enger und familiärer als es an Universitäten der Fall ist. Zugleich sind die Themen oft anwendungsorientierter, auch da an vielen Forschungsprojekten Unternehmen beteiligt sind. Für die Promovierenden gibt es zur Begleitung des Promotionsvorhabens zahlreiche Weiterbildungsangebote, sowohl in hochschulübergreifenden Netzwerken als auch an der OTH Amberg-Weiden selbst.

So wurde Ende letzten Jahres das Promovierenden-Netzwerk der OTH Amberg-Weiden gegründet, ein bisher noch virtueller Stammtisch, der passgenau auf die Belange der Promovierenden ausgerichtet ist. Diese stellen hier ihre Arbeiten vor, diskutieren diese, und tauschen sich über allgemeine Promotionsthemen, wie zum Beispiel das Zeitmanagement, aus. „Das Feedback und die Erfahrungen unserer Doktoranden ist dabei durchweg sehr positiv“, sagt Prof. Dr.-Ing. Alfred Höß, Vizepräsident für wissenschaftlichen Nachwuchs, „und wenn doch einmal kleinere Probleme auftreten, können diese meist schnell und individuell gelöst werden. Als Beispiel kann ich hier auch unsere Bibliothek nennen, die, wenn zum Beispiel Lizenzen für Fachzeitschriften fehlen, die notwendigen Aufsätze gerne beschafft.“

Kooperative Promotionen

Der Grundstein für die kooperierenden Promotionen wurde 1999 mit dem Bologna-Prozess gelegt, der u. a. die Masterabschlüsse von Fachhochschulen und Universitäten gleichsetzte. Durch die stärkere Ausrichtung der Fachhochschulen auf (angewandte) Forschung mit Beginn der 2000er stieg der Bedarf nach Promotionsmöglichkeiten und –projekten weiter an. Dies führte zur Einführung der kooperativen Promotion im Jahr 2006. Kooperative Promotionsvorhaben, die jeweils sowohl von einer/m ProfessorIn einer Hochschule für angewandte Wissenschaften/Technischen Hochschule als auch von einer/m ProfessorIn einer Universität betreut werden, erfüllen die geltenden wissenschaftlichen Qualitätsansprüchen und stärken die Kooperation zwischen den Hochschularten in der Forschung. Natürlich sind kooperierende Promotionen mit nationalen sowie auch mit internationalen Universitäten möglich. Aktuell bestehen zum Beispiel Kooperationspartnerschaften der OTH Amberg-Weiden mit Tschechien, Großbritannien und China.

Weiteren Auftrieb erhielt das Thema 2015, als die Kooperationsvereinbarung für das Bayerische Wissenschaftsforum (BayWISS) von allen bayerischen Universitäten und Hochschulen unterzeichnet wurde. „Mit dem Fachforum der Verbundpromotion unter dem Dach von BayWISS und der klaren Strukturierung der hochschulartübergreifenden Kooperationen wurden Promotionsprojekte für Promovierende an Hochschulen für angewandte Wissenschaften und Technischen Hochschulen deutlich erleichtert“, betont Prof. Dr. Andrea Klug und erläutert: „vor allem wurde die Planungssicherheit für alle Beteiligten enorm erhöht.“

BayWISS ist dabei in elf thematische abgegrenzte Verbundkollegs untergliedert, von denen die OTH Amberg-Weiden in fünf Mitglied ist: Energie, Digitalisierung, Gesundheit, Ökonomie sowie Mobilität & Verkehr – und bei zweien auch als Trägerhochschule fungiert.

Forschungsturbo Hightech Agenda

Mit der Hightech Agenda wird nun der Forschungsturbo an den Hochschulen für angewandte Wissenschaften und Technischen Hochschulen gezündet: Nicht nur die Zahl der forschungsstarken Professuren, sondern auch die Zahl der wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wächst maßgeblich und führt zu einer weiteren Stärkung der angewandten Forschung. Und mit dem im Zuge der Hochschulreform angekündigten Promotionsrecht für forschungsstarke Bereiche der Hochschulen für angewandte Wissenschaften und Technischen Hochschulen wird die Promotion als 3. Stufe des Bologna-Prozesses an den Hochschulen für angewandte Wissenschaften und Technischen Hochschulen umgesetzt.

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