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Praktikum in den USA

Hallo Zusammen

Mein Name ist Sebastian und ich entschied mit vor Abschluss meines Masterstudiums an der OTH Amberg noch für ein freiwilliges Praktikum in den USA. In diesem Bericht will ich euch einen kleinen Eindruck von meinem Alltag und was ich sonst noch so erlebt habe, geben. Von September 2016 bis Januar 2017 absolvierte ich ein 20-wöchiges Praktikum bei einem Getränkeabfüllanlagenhersteller im Bundesstaat Wisconsin, USA. Zuvor musste ich jedoch erst einmal mein Visum beantragen, was sich gerade für Amerika auch mal in die Länge ziehen kann.

Ende August ging es dann endlich los. Über München, Düsseldorf und Chicago ging es nach Milwaukee, wo ich am Ufer des Lake Michigan mit den anderen Praktikanten die kommenden fünf Monate gemeinsam in einem eigenen Haus leben sollte. Nach ein paar Tagen der Eingewöhnung startete mein Praktikum im Department „Retrofits and Engineering“. Meine Abteilung ist dabei für die konstruktive Überholung/Betreuung von bestehenden Anlagen in Nord-, Mittel-, sowie Südamerika verantwortlich. Meist befinden sich Abfüllanlagen über mehrere Jahrzehnte in Betrieb und müssen bei Einführung neuer Getränke entsprechend angepasst werden. Ausgehend von der Flaschenform werden neue Garnituren- und Rüstteile für den Abfüll-, sowie Etikettierprozess entworfen. Hierbei unterstützte ich meine Kollegen unter anderem bei der Abarbeitung der täglichen Aufträge. Da sich über die Jahre der Sicherheitsstandard deutlich erhöhte, durfte ich mich über einen längeren Zeitraum mit der Ausarbeitung neuer Schutzeinrichtungen für bestehende Etikettieraggregate befassen. Hierbei entwickelte ich modulare Baugruppen mit einem hohen Grad an Standardisierung für die entsprechenden Maschinengrößen. Unsere hausinterne Fertigung unterstützte ich parallel dazu mit der Umsetzung neuer Montagevorrichtungen. Hierbei galt es, die Vorrichtungen entsprechend variable zu gestalten, um eine möglichst große Variation einzelner Komponenten abdecken zu können. Darüber hinaus wurde ich in die abteilungsübergreifende Projektarbeit mit einbezogen und bekam so einen Einblick in viele Bereiche der Firma. Dabei waren meine Kollegen zur jeder Zeit wahnsinnig hilfsbereit. Hatte ich zu Beginn noch ein wenig mit den fehlenden technischen, englischen Begrifflichkeiten zu kämpfen, so wurde ich auch hier mit der Zeit immer sicherer. Meine Arbeitswoche hatte 40 Stunden, verteilt auf fünf Tage. Größter Unterschied zu Deutschland ist hier sicherlich die weitaus geringere Anzahl an Urlaubs,- sowie Feiertagen.

Neben dem Arbeitsalltag blieb genügend Zeit um Land und Leute kennen zu lernen. Gleich zu Beginn der Saison nutzten wir die Möglichkeit um in Madison beim Collegefootball der Wisconsin Badgers Football von unserer Liste zu streichen. Da der Herbst im Vergleich zu Deutschland wärmer und trockener ausfällt, nutzten wir die Gelegenheit unteranderem zum Wandern am Davil’s Lake, der einzigen Erhebung in unserer flachen Gegend. Nur knapp zwei Stunden entfernt, besuchten wir gleich mehrmals die Windy City Chicago. Trotz der knapp drei Millionen Einwohner wirkt die Stadt alles andere als hektisch und versprüht mir ihrer Skyline direkt am Ufer ein ganz eigenes Flair. Thanksgiving konnten wir leider nicht feiern, da wir das verlängerte Wochenende für einen Kurztrip nach Kanada nutzen wollten. So veranstalteten wir eine Woche zuvor unser eigenes „Friendsgiving“ mit unseren amerikanischen Freunden. Knappe vier Stunden brutzelte der Truthahn im Ofen bevor er bei allerlei Beilagen und American Football gegessen wurde. Bei unserer Autofahrt nach Toronto (ca. 1000km einfach) wurden uns die Ausmaße dieses Landes noch einmal bewusst. Highlight der Tour waren zweifelsohne die Niagarafälle, welche zwar nicht die größten Wasserfälle der Welt sind, aber durch ihre Wassermengen wahnsinnig beeindruckend waren. Als sportbegeisterte Personen kamen wir beim Eishockey der Toronto Maple Leafs oder in der mit viel Liebe zum Detail eingerichteten Hockey Hall of Fame auf unsere Kosten. Weihachten feierten wir traditionell bei Raclette in unserem Haus ehe wir nach zwei Tagen Arbeit nach New York aufbrachen. Dem immensen Menschenandrang an den einzelnen Sehenswürdigkeiten konnten wir durch frühes Aufstehen meist aus dem Weg gehen. Der Blick von Staten Island oder dem Rockefeller Center aus auf Manhattan waren sicher einmalig. Ground Zero samt Museum gehörten unserer Meinung nach zum Pflichtprogramm und gehen zweifelsohne unter die Haut. Zum Abschluss unserer Reise fuhren wir noch nach Washington DC. Im Gegensatz zu NYC wirkt die Stadt deutlich ruhiger, entspannter und übersichtlicher. Im Januar schloss ich noch alle meine Projekte und Aufgaben ab, ehe es für einen letzten Halt an die Westküste ging.

Rückblickend lassen sich die Vereinigten Staaten für mich am besten mit dem Wort „extrem“ beschreiben. Extreme Weiten, extreme Gegensätze und Denkweisen spiegeln das Land meiner Meinung ganz gut wieder. Alles in allem war es eine wahnsinnig tolle Erfahrung, welche ich niemals missen und jeder Zeit wieder machen würden

Auslandspraktikum bei BMW in Spartanburg, USA

 Im Sommer 2016 erhielt ich nach einem vorangegangenen Praktikum bei MINI in Oxford das Angebot für ein halbes Jahr ein Praktikum in der Karosseriefertigung bei BMW in Spartanburg, South Carolina, USA zu absolvieren.

Vorbereitung

Die Vorbereitung für den Auslandsaufenthalt muss zunächst ein J1 Arbeitsvisum beantragt werden. Dies bringt einiges an Aufwand und auch Kosten mit sich. Unter anderem muss ein Motivationsschreiben verfasst werden, verschiedene Anträge eingereicht werden, eine extra Krankenversicherung abgeschlossen werden, man braucht zwei Referenzen und es ist ein Interview mit der deutsch-amerikanischen Handelskammer zu führen um die Englischkenntnisse zu bestätigen. Sind diese Hürden überwunden, kann man das Visum bei der amerikanischen Botschaft beantragen. Erhält man das, kann man sich um den Flug nach Amerika kümmern. Da BMW in Spartanburg keine Wohnungen für Praktikanten anbietet, sollte man sich auch frühzeitig um Unterkunft kümmern. Die meisten Praktikanten wohnen in WGs in Wohnanlagen im weiteren Umkreis des BMW Werks. Was noch sehr interessant ist, dass es in Greenville (Spartanburg) keine öffentlichen Verkehrsmittel gibt. Daher müssen sich die Praktikanten selbst Autos kaufen. Hier ist Glück und ein bisschen Vorsicht gefragt. Viele Praktikanten verkaufen ihre Autos an die Nachfolgegeneration weiter. Man kann hier Glück haben (wie ich) oder auch richtig auf die Nase fallen, da es hier auch einige sehr alte Autos gibt (dem Studentenbudget angepasst)

Erste Tage vor Ort

Wenn man aus dem kalten Deutschland in den Südstaaten ankommt fällt einem als erstes auf, dass es hier sehr viel wärmer ist. Man ist beeindruckt von den grossen Autos, den Fastfoodmeilen, den weiten Strecken und der unterschiedlichen Bauweise. Das Wetter ist wirklich ausgezeichnet – gerade wenn man über das Winterhalbjahr hier ist. In den ersten Tagen muss man noch die Formalitäten erledigen – für die Wohnung, Autoversicherung, Anmeldung, Steuer, aber dann kann es eigentlich relativ schnell mit der Arbeit losgehen

Arbeit

Das BMW Werk Spartanburg ist volumenmäßig das weltweit größte BMW Werk. Hier werden die X-Modelle produziert. Es ist so groß, dass es im Werk Shuttlebusse gibt, die von einem Werksteil zum anderen fahren. In der Karosseriefertigung (oder Body Shop) werden die Gerippe der Autos nachdem sie aus dem Presswerk kommen, auf Förderbändern transportiert, dann geschweißt und verklebt. Nach dem Karosseriebau gehen die Autos in die Lackiererei und dann in die Montage. Die Aufgaben der Praktikanten unterscheiden sich je nach Abteilung und Anspruch. Die meisten kennen die Abläufe bei BMW jedoch schon relativ gut, da die Voraussetzung für ein Praktikum in Spartanburg ein vorangehendes Praktikum in einem anderen BMW Werk ist.

Alltag und Freizeit

- Gegend: das BMW Werk befindet sich zwischen den Städten Spartanburg und Greenville, wobei Greenville die schönere der beiden Städte ist. Sie hat fast 60000 Einwohner und ist ein Mix aus Südstaatencharme und Internationalität. Hier findet man alles was man braucht um gut leben zu können. Ganz untypisch für amerikanische Städte gibt es hier sogar einen Stadtkern indem kulturell einiges geboten ist.

- Essen: die Gegend um Greenville ist geprägt von Südstaatenküche und Fast Food. Außerdem wachsen hier Erdnüsse und South Carolina ist der größte Produzent von Pfirsichen (auch wenn Georgia sich offiziell als Peach State bezeichnet). Gesund zu essen ist schwer machbar, wenn man nicht selber kocht, und dann muss man damit rechnen, dass Lebensmittel nicht günstig sind.

- Sport: Natürlich ist Football in Amerika sehr populär. Für einen Europäer wirkt es anfangs etwas befremdlich, dass nicht nur die NFL (National Football League) begeistert angefeuert wird, sondern auch College Teams – das nächstgelegene College mit einer erfolgreichen Mannschaft ist in Clemson. Das ist ca. eine Fahrtstunde entfernt und hat ein Stadion mit Platz für 80000 Menschen. Darüber hinaus ist auch noch Baseball sehr beliebt, sowie Basketball oder auch Eishockey. Aber auch Randsportarten wie Rugby findet man in Greenville.

- Bier: Als Deutscher und natürlich besonders als Bayer hat man natürlich einige Befürchtungen was Bier angeht, wenn man nach Amerika geht. Dies ist erfreulicherweise relativ unbegründet. Die Craft Beer Szene hat in den letzten Jahren extremen Zulauf und viele kleine Brauereien in der Umgebung um Greenville brauen anständiges Bier.

- Kulturelle Unterschiede: Anfangs scheinen die Unterschiede gar nicht so groß zu sein und man fühlt sich durch die Höflichkeit der Amerikaner schnell gut aufgenommen. Wenn man aber nicht in der BMW Blase bleibt, sondern auch mit lokalen Menschen in Kontakt kommt (zum Beispiel über einen Sportverein) – dann werden Unterschiede relativ schnell deutlich. Die Südstaaten sind immer noch sehr geprägt von Religion (Christentum) in allen Ausprägungen und dementsprechend sehr konservativ. Darüber hinaus sind die Themen Umweltschutz, Waffen und (vor allem Einwanderungs-)Politik Reibungspunkte bei Diskussionen. Allerdings kann man viel lernen, wenn man lernt den Menschen zuzuhören und respektvoll mit ihrer Meinung umgeht. Eine von oben herab Mentalität oder verurteilende Einstellung ist hier nicht förderlich.

-Reisen: Greenville ist ein ausgezeichneter Ausgangspunkt für Wanderungen in der näheren Umgebung. Darüber hinaus ist man in drei Stunden Fahrt am atlantischen Ozean. Auch diverse Inlandsziele sind per Auto oder Flug sehr gut zu erreichen. Sehr beliebt sind West- oder Ostküstentrips oder auch Ausflüge ins Landesinnere. Hier findet jeder etwas für seinen persönlichen Geschmack. Das ist auch das Fazit, das ich aus meinem USA Aufenthalt ziehen möchte. Jeder kann hier Amerika entdecken und dabei noch Wissen über die Automobilbranche sammeln. Wenn man für sich das Beste aus dem Aufenthalt zieht – dann kann man hier wirklich eine wunderbare Zeit haben.

Mein Auslandssemester in Buenos Aires, Argentinien

Mitte August diesen Jahres habe ich meine sieben Sachen gepackt und bin fuer ein halbes Jahr nach Argentinien ausgewandert. Hauptsaechlich habe ich mich fuer ein Auslandssemester in Argentinien entschieden weil ich die Spanische Sprache lernen wollte. Dazu kommt natuerlich auch die wahnsinnig spannende und andere Kultur auf dem Lateinamerikanischen Kontinent. So wirklich spanisches Spanisch lernt man hier allerdings nicht. Man lernt hier Argentinisch. Das heisst zum Beispiel, dass das “ll” nicht wie ein “j” sondern wie ein “sch” ausgesprochen wird und einfache Woerter wie “tu” durch “vos” ersetzt werden. Generell werden viele andere Vokabeln als im Spanischen  verwendet und auch die Grammatik weisst den ein oder anderen Unterschied auf. Erst hier wird einem wirklich bewusst, das Spanisch nicht gleich Argentisch, Chilenisch, Peruanisch, Bolivianisch, Kolumbianisch, Mexikanisch….und so weiter ist. Auch die Aussprache ist von Land zu Land extrem unterschiedlich. Waehrend Argentinisch eher einem derben Slang aehnelt, singen die Chilenen ihre Saetze und die Mexikaner behaupten die sauberste und klarste Form aller Spanischen Sprachvariationen zu besitzen. Nichtsdestotrotz, man kann sich untereinander verstaendigen. Und das ist die Hauptsache. Das Leben in Buenos Aires ist sehr europaeisch angehaucht. Nicht zuletzt durch den starken Italienischen und Britischen Einfluss welcher die Stadt zu einer Weltmetropole gemacht hat. Die Argentinier sind trotzdem ein ganz eigenes (und sehr stolzes) Volk mit vielen eigenen Braeuchen, Regeln und Traditionen. Die Uhr dreht sich hier langsamer und das Leben spielt sich eher Nachts als tagsueber ab. An der Supermarktkasse ist es keine Seltenheit eine halbe Stunde zu warten weil die Dame vor einem noch ein nettes Gespraech mit der Kassiererin hat oder das Kreditkarteninstitut erst einmal zur Verifizierung der zur Bezahlung gewaehlten Karte angerufen wird. Generell wartet man ueberall. Immer. Lange. Das stoert hier aber niemanden. Die Leute nehmen alles locker, sehen nichts zu eng und verspruehen dabei eine Leichtigkeit und Lebensfreude von der man sich in Deutschland oft mal eine Scheibe abschneiden koennte. Nicht allerdings von der Unpuenktlichkeit...Wenn man um 3 Uhr mit seinem Argentinischen Kumpel verabredet ist, kann man davon ausgehen das dieser sich um halb 4 langsam auf den Weg zum Treffpunkt macht. Das nervt bei Zeiten, aber auch das kalkuliert man irgendwann ein. Wie gesagt, die Uhr dreht sich hier langsamer. Abendessen gibt es nicht vor 9 Uhr abends und meist eher zwischen 10 und 12 Uhr Nachts. In eine Bar geht es dann ab 12 Uhr und fuer Feierwuetige oeffnen ab 2 oder 3 Uhr Nachts die ersten Nachtclubs. Wer lieber tanzt geht Abends/Nachts in eine Milonga (Ort mit Tangomusik, innen oder aussen) zum Tango oder Salsa tanzen. Und die Leute lieben hier Tango. Die ganze Stadt liebt den Tango und auch ich habe mich von diesem leidenschaftlichen Tanz anstecken lassen. Es ist keine Seltenheit, dass man unter der Woche des Nachts bis 7 Uhr morgens volle Tanzsaele vorfindet und die Leute sich dann verabschieden um sich fertig fuer die Arbeit zu machen. Die Stadt lebt Nachts! Ausserdem lebt die Stadt fuer ihre Barbeques, hier „Asado“ genannt. Wer einmal in Argentinien Rindfleisch gegessen hat will das nirgendwo anders mehr tun. Hier bezahlt man fuer ein Kilo feinstes Filetsteak vom Metzker ca. um die 10Euro. Und was man fuer das Geld bekommt ist ein Geschenk des Himmels. Ein Geschmack so intensiv wie man ihn noch nicht gekannt hat und so Zart, dass das Fleisch wie Butter auf der Zunge zergeht... Eine Tortour fuer Vegetarier, die hier fuer Gemuese mindestens so tief in ihren Geldbeutel greifen muessen wie zu Hause. Es gibt viele Gruende die Stadt, das Land und die Leute hier zu lieben. Argentinien ist nicht das „typische“ Auslandssemesterziel  und hat mehr zu bieten als die meisten Leute erahnen koennen. Man wird hier herzlichst empfangen und wer will findet schnell den Kontakt zu den Locals! Fast mein gesamtes soziales Umfeld hier besteht aus Argentiniern, Kolumbianern, Venezuelanern und Chilenen. Auch Inder, Iren, Amerikaner, Englaender, Australier und (unvermeidbar) ein paar Deutsche gehoeren dazu. Argentinien ist ein Land das mit Leidenschaft zum Leben und umwerfender Natur ueberzeugt und jeden der es bereist in seinen Bann zieht. Ich kann jedem nur empfehlen hier ein Auslandssemester zu machen. Besonders wenn man Spanisch lernen moechte (und sich nicht scheut nebenbei seine Englischkenntnisse auf vordermann zu bringen)! Geschrieben von C. Bastert

Auslandssemester in Kuopio an der Savonia University of Applied Sciences

Vorbereitung

Wenn man sich für ein Auslandssemester in Kuopio (Finnland) entscheidet sind die Vorbereitungen wirklich überschaubar. Während dieser Zeit kann man sich auch jederzeit bei Fragen oder Unklarheiten an das International Office wenden, die einen immer weiterhelfen.Alle notwendigen Formulare die man für die Bewerbung an der Savonia University of Applied Sciences benötigt, sind alle als Vordruck auf einer Online-Plattform.Nach einigen Wochen kommt ein dicker Umschlag aus Kuopio, in dem alles steht, was man erledigen und wissen muss. Neben Karten und Touristeninformationen von Kuopio findet man dort sowohl den Practical Guide for Internationals, das Study Program mit allen Kursen, die angeboten werden, Merklisten, für alles noch zu Erledigende und die Housing Information der KUOPAS Gesellschaft, über die man ein Zimmer im Wohnheim bekommt.

Unterkunft

Die Unterkünfte stellte die Kuopas Housing Organisation bereit. Alternativ könnte man sich bestimmt selber eine Wohnung suchen, jedoch gestaltet sich das für einen Zeitraum von 4 Monaten wahrscheinlich als recht schwierig. Ich war in einer 3er WG in dem Studentenwohnheim Kuntokuja. Dieses ist im Vergleich zu den anderen auch mit knapp 360€ Monatsmiete das teuerste. Die Wohnungen sind mit dem Allernötigsten ausgestattet, aber man darf sich wirklich nicht allzu viel erhoffen. Außerdem kommen hier schnell Zusatzkosten hinzu wie, dass Kuopas die Monatsmiete für August verlangt, obwohl das Semester erst im September losgeht.Auch muss man mindestens ein Monat vor der Heimreise unbedingt den Mietvertrag nochmals schriftlich kündigen, ansonsten verlängert sich dieser um ein weiteres Monat. Neben der monatlichen Miete muss man zusätzlich noch zu Beginn des Mietverhältnisses 250€ Kaution bezahlen, die man aber bei ordnungsgemäßem Verlassen der WG wieder zurückbekommt.Die WGs sind nach Geschlechtern getrennt, jedoch sind sie von den Nationalitäten her bunt gemischt. Dadurch dass alle Austauschstudenten in den Wohnheimen wohnen, wird es dort nie langweilig. Sei es ein gemeinsamer Grillabend, eine nächtliche Wanderung, das wöchentliche Saunieren oder die Hauspartys, es ist immer was los. So findet man auch schnell Anschluss und Freunde, mit denen man gemeinsam das Land bereisen und die Abende und Wochenenden verbringen kann.Kuntokuja liegt von der Savonia University gut 30 Gehminuten entfernt. Jedoch ist der Weg dorthin so schön gelegen, dass man von Seen vorbeikommt und Mitten in der Natur ist, sodass man gerne die Strecke zu Fuß geht oder alternativ mit dem Fahrrad fährt. Die Finnen und Austauschstudenten sind hier in Kuopio fast alle mit dem Fahrrad unterwegs, wobei man beim Schnee ganz schön aufpassen muss. Und wenn man morgens doch lieber mit dem Bus fährt, kann man dies gerne machen, indem man für 35€ ein Monatsticket für Studenten kauft. Die Bushaltestelle ist direkt vor dem Studentenwohnheim. Leider geht kein direkter Bus zur Universität, sondern man muss in der Stadt umsteigen und braucht so zeitlich gesehen fast länger wie zu Fuß.Der am nächsten gelegene Supermarkt ist der S-Market und der K-Market. Diese beiden Supermärkte sind jedoch etwas teurer, also würde ich raten bei einem größeren Einkauf zum Lidl oder Prisma zu gehen. Wenn man bei einer Vorbereitung einer Party etwas anderes wie Bier einkaufen will, muss man dafür zum Alko gehen, da nur dieser Laden alkoholische Getränke anbietet.

Studium an der Savonia University of Applied Sciences

Das Studien-system in Finnland ist sehr praxisorientiert ausgerichtet, was natürlich durch die zahlreichen Unternehmen im selben Gebäude begünstigen. Ich belegte die drei Fächer E-Business, Internationalisation Process und Supply Chain Management. In jedem dieser Fächer standen Projektarbeiten an, die man in der Gruppe zusammen erarbeiten und anschließend eine wissenschaftliche Arbeit darüber schreiben musste. Hinzu kommt der theoretische Teil, der wie in Deutschland durch Vorlesungen abgewickelt wird. Zum Ende des Semesters stehen dann die Präsentationen der Projektarbeit und die Klausuren an, wodurch sich die Gesamtnote zusammensetzt. Die Kursgröße variiert hierbei zwischen 20 und 40 Personen. Aufgrund der relativ kleinen Kurse ist der Kontakt zu den Professoren viel persönlicher als an den meisten deutschen Universitäten. Auch der Klausuren Stil unterscheidet sich zu Deutschland, denn in Finnland wird oft das Wissen mithilfe eines Essays abgefragt. Das bedeutet dass man zuerst die Theorie zu einem Themahinschreibt, aber sich dann noch weiter mit der Thematik beschäftigt und seine Meinung beispielsweise zu der Entwicklung dazu abgibt. Für die Vorbereitung auf die Klausuren oder die Erarbeitung von Gruppenarbeiten hat man zahlreiche Räume zur freien Verfügung und natürlich die Bibliothek, in der alle wichtigen Bücher auch auf Englisch enthalten sind.

Alltag und Freizeit

Finnland ist ein unglaublich naturbelassendes Land mit einer wunderschönen Landschaft und tausenden Bäumen. Die Finnen sind sehr auf ihre Privatsphäre besonnen und das prägt auch das Stadtbild der größeren Städte. Deshalb wird nicht so eng aneinander gebaut wie in Deutschland, sondern prägen viel mehr grüne Stellen und natürlich zahlreiche Seen das Stadtbild. Kuopio ist eine relativ kleine Stadt, jedoch ist alles Notwendige vor Ort.Zum einen lebt man ja mit so vielen anderen Austauschstudenten zusammen, dass immer etwas los ist. Sei es zu kochen, zu spielen oder Filme zu schauen, es kommt eigentlich immer was zusammen. Außerdem kann man in Kuopio super ausgehen, denn in der Stadt gibt es viele Bars, Kneipen und Clubs. Was ich auch sehr empfehlen kann, ist das Sportprogramm von Sykettä, denn für dieses muss man nur einmalig 35€ zahlen und kann sich täglich zwischen ca. 20 verschiedenen Sportkursen entscheiden. Sei es Zumba, PoleDance oder Pump es ist eine Vielzahl geboten und man findet immer was Passendes für einen. Falls dies mal nicht der Fall sein sollte, kann man immer noch auf die Krafträume ausweichen.Aufgrund der vielen Seen um Kuopio hat man hier eine wunderschöne Seenlandschaft vor der Tür, die man am besten von Puijon Tower bestaunen kann. Oder man dreht alternativ mit ein paar Mädels eine Runde zu Fuß um die Seen. Die Zeit von August bis Dezember war einfach perfekt, da ich noch etwas den Spätsommer und die Grillsaison mitbekommen habe, aber auch schon ab Ende Oktober die ersten Schneeflocken gefallen sind. Es war traumhaft schön die Landschaft eingeschneit zu sehen und da haben wir uns es natürlich nicht nehmen lassen, nach der Sauna in den kalten See zu springen. Dafür ist die Rauchsauna in Rauhalati perfekt geeignet. Was auf jeden Fall auch ein Highlight ist, ist ein Spiel von den der Eishockeymannschaft KalPa zu sehen und sie kräftig anzufeuern.Außerdem ist Kuopio ein perfekter Ausgangspunkt, um zu reisen. Als Student hat man, sobald man seinen Studentenausweis hat, automatisch eine Bahncard 50 für die finnische Bahn (www.vr.fi). Von Tampere gehen viele Ryanair-Flieger nach ganz Europa, von Turku und Helsinki Fähren nach Schweden, Russland oder Estland. In meiner Zeit in Finnland habe ich von Helsinki aus die Westküste über Turku, Rauma und Vaasa mit dem Auto erkundet. Zusätzlich habe ich eine Schiffsreise von Helsinki aus über Stockholm, Tallin und St.Petersburg gemacht. Die Wochenenden haben wir oft dazu genutzt, um Tagesausflüge zu den Nationalparks und zu Städten wie Tamnpere, Turku oder Helsinki zu machen. Jedoch die allerschönste und beeindruckteste Reise für mich war die Fahrt nach Lappland, bei der ich mit KISA unterwegs war. Die Aktivitäten gingen vom Artic Ocean über eine Reindeer Tour und eine Huski Safari bis zum Schneeschuhwandern. Hier im Norden hat man auch die besten Chancen die Polarlichter am Himmel zu sehen. Ich kann wirklich nur jeden raten der in Finnland ist, eine Tour nach Lappland zu planen, weil das wirklich eine unvergessliche Erfahrung ist.

Fazit

Allem in allem kann ich über meinen Auslandaufenthalt sagen, dass ich es wirklich jeden, empfehle einmal den Schritt zu wagen und weg von Familie und Freunden die Welt zu erkunden, eine neue Kultur kennenzulernen und Freundschaften zu schließen. Natürlich muss man auch im Gegensatz zu Deutschland Abstriche machen und in einem älteren Wohnheim wohnen und auch die Flexibilität mit dem eigenen Auto ist nicht mehr gegeben, jedoch sieht man dafür so viele schöne Ecken der Welt und das Leben in Kuopio ist etwas entspannter und sorgloser. Es ist wirklich eine unvergessliche Zeit, die einen sowohl persönlich als auch sprachlich weiterbringt und absolut die Reiselust anfacht. Außerdem lernt man so globaler zu denken und die Scheu vor weiteren Auslandsaufenthalten verfliegt vollkommen.

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