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Verbundprojekt HD MINT

(Hochschuldidaktik Department für die MINT-Fächer)

Im Rahmen dieses Projektes wurden an sechs bayerischen Hochschulen für angewandte Wissenschaften interdisziplinäre Teams aus Fachwissenschaftlern/-innen und Hochschuldidaktikern/-innen gebildet. Diese Teams arbeiten mit den beteiligten Professorinnen und Professoren eng zusammen, entwickeln Lehrkonzepte und –materialien auf dem aktuellen Stand der wissenschaftlichen Hochschuldidaktik und unterstützen die Lehrenden bei der Einführung und Umsetzung der neuen Unterrichtsformen.

In dem Verbundprojekt HD MINT haben sich neben unserer Hochschule noch fünf weitere bayerische Hochschulen für angewandte Wissenschaften als Partner mit dem Bayerischen Staatsinstitut für Hochschulforschung und Hochschulplanung (IHF) und dem Zentrum für Hochschuldidaktik (DiZ) zusammengeschlossen:

Lehrkonzepte

Gute Lehre ist durch eine Vielfalt von Lehrformen und Lernmethoden geprägt. An unserer Hochschule stehen derzeit in den MINT-Fächern die folgenden lernzentrierten Lehrkonzepte im Mittelpunkt, um das Verständnis und die aktive Mitarbeit der Studierenden in den Anfangssemestern zu fördern. Durch die didaktische Professionalisierung der Lehre sollen die Abbrecherquoten gesenkt und die Studierendenzufriedenheit gesteigert werden.

Peer Instruction

Wozu ist das gut?

Peer Instruction ist eine Methode zur Bearbeitung von Verständnisschwierigkeiten bei Studierenden, welche sich auch für größere Auditorien eignet. Sie wurde von Eric Mazur aus Harvard entwickelt und erstmals in Physikvorlesungen eingesetzt.

Wie funktioniert’s?

Nach einem kurzen Impulsreferat wird eine Multiple Choice-Frage eingeblendet, welche die Studierenden mit Hilfe von so genannten „Clickern“ (kleinen Abstimmungsgeräten) beantworten. Die Antworten werden grafisch zusammengefasst eingeblendet. Die Studierenden haben nun einige Minuten Zeit, ihre(n) Nachbar(i)n von der eigenen Antwort zu überzeugen (peer instruction). Anschließend wird ein weiteres Mal abgestimmt und das Ergebnis erneut eingeblendet. Erfahrungsgemäß fällt die zweite Abstimmungsrunde besser aus. Anschließend beginnt eine weitere Fragerunde. Alternativ kann man noch eine Diskussionsrunde anschließen, um den Verständnislevel weiter zu verbessern. Diese aktivierende Lehr-/Lernmethode animiert die Studierenden dazu, den Vorlesungsstoff nicht nur passiv zu rezipieren, sondern die Lerninhalte aktiv zu reflektieren, zu interpretieren und mit ihrem Vorwissen zu verbinden.

Just-in-Time Teaching (JiTT)

Wozu ist das gut?

Das Lehrkonzept des „Just-in-Time Teaching“ (JiTT) geht von den Studierenden als aktive Lernende aus und wird durch seine Vorgehensweise auch den im Bologna-Prozess geforderten Selbstlernzeiten der Studierenden gerecht: Die Studierenden sollen sich bereits vor Vorlesungsbeginn auf die dort zu behandelnden Themenbereiche und Inhalte vorbereiten.

Wie funktioniert’s?

Dazu erhalten sie vorab Verständnisfragen, die vor Vorlesungsbeginn – z. B. über das Internet – beantwortet werden müssen. Die Antworten können  von den Lehrenden vor Unterrichtsbeginn eingesehen werden. Dies ermöglicht ihnen eine Abschätzung vorhandener Verständnisschwierigkeiten der Studierenden. Die eigentliche Unterrichtszeit wird dann dazu genutzt,  offene Fragen oder Verständnisprobleme zu klären und gemeinsam zu bearbeiten. Die Bezeichnung dieser Lehrmethode als „Just in Time Teaching“ erklärt sich entsprechend aus der Tatsache, dass sich der Unterricht unmittelbar an den Fragen und noch zu lösenden Problemen der Studierenden orientiert und nicht auf eine reine Stoffvermittlung ohne Rückkopplung abzielt.

Problembasiertes Lernen (PBL)

Wozu ist das gut?

PBL ist eine praxisorientierte Methode, die die Studierenden dazu befähigt, selbständig zu denken und eigene Fragen zu formulieren, deren Beantwortung über die Lösung des gestellten Problems das notwendige Faktenwissen konstituiert und komplettiert. PBL ist ein Problemlöseschema.

Wie funktioniert’s?

Anhand von Fallskizzen geht es darum, eigene Problemlösestrategien zu entwickeln, fachorientiertes und pragmatisches Denken sowie die Zusammenarbeit in einer Arbeitsgruppe zu erproben und zu trainieren. Die Studierenden tragen aktiv durch Diskussion, selbst entwickelte Lernziele und eigenständige Themenerarbeitung in der Gruppe und in Phasen des Selbststudiums zur Lösung des Falles bei. Selbstgesteuert oder in Begleitung eines Tutors arbeiten Studierende an praxisrelevanten Problemstellungen; moderierte Gruppenarbeit mit Pinnwänden und Flipcharts und individuelles Selbststudium wechseln sich ab. Zunächst wird den Studierenden die Fallstudie ausgehändigt. Diese umschreibt eine herausfordernde, problematische und praxisnahe Situation. Eine explizite AufgabensteIlung gibt es nicht.

Durchführung in 7, bzw. 8 verbindlichen Schritten:

  1. Klärung grundsätzlicher Verständnisfragen zur Fallstudie

  2. Sammlung der Problemaspekte und Definition des Problems
    Wo ist hier eigentlich das Problem (bzw. die Hauptprobleme)?

  3. Sammlung von Hypothesen und Ideen rund um das identifizierte Problem
    Vorkenntnisse, Erfahrungen, Spekulationen, Hypothesen und erste Ideen werden via Brainstorming gesammelt.

  4. Systematische Ordnung der Hypothesen und Ideen
    Alle gesammelten Aspekte werden nach Themenfeldern geordnet und mit passenden Überschriften versehen. Besonders gut funktioniert dies, wenn von Anfang an mit Moderationskarten gearbeitet wird.

  5. Formulierung der LernzieleWas wissen wir bereits zu den Themenfeldern? Was muß noch erschlossen, recherchiert oder aufgearbeitet werden? Die Studierenden erteilen sich Arbeitsaufträge, die helfen das Problem und somit den Fall sinnstiftend und zielführend zu lösen.

  6. Erarbeitung der Lerninhalte, je nach Absprache einzeln oder in Untergruppen (bis zum nächsten Treffen der Gruppe)
    Selbststudienphase, kann durch E-Learning Elemente begleitet werden.

  7. Synthese und Diskussion der zusammengetragenen Lerninhalte
    Die erarbeiteten Ergebnisse werden präsentiert.

  8. Evaluation der Inhalte sowie des Gruppenprozesses
    Reflexion des Arbeitsprozesses und besprechen von Optimierungsmaßnahmen.
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