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Studienrichtung Medieninformatik

 Absolventen mit Studienrichtung Medieninformatik sind spezialisierte Informatiker für das Berufsfeld der Produktion digitaler Medien sowie der Entwicklung interaktiver Computer-Anwendungen. Als Informatiker mit Gestaltungskompetenz entwerfen und realisieren sie Software für medientechnische Produkte, Geräte und Anwendungen. Ihre informationstechnische Kompetenz befähigt sie zur Mitarbeit im Bereich der zunehmenden Integration digitaler Medien. Als Spezialisten für die Mensch-Computer-Interaktion finden sie ihr Einsatzgebiet ferner beim fortschreitenden Einsatz des Computers selbst »als Medium«. 

Typische Einsatzgebiete für Medieninformatiker finden sich zum Beispiel in der Entwicklung von:

  • dynamischen Internetauftritten (eCommerce)
  • interaktiver Computergrafik (Spieleindustrie)
  • neuartigen Benutzeroberflächen
  • mobilen Anwendungen
  • Computer-Based-Training Software (Verlage)

Inhalte

Folgende inhaltliche Akzente prägen die Studienrichtung:

Web-Engineering

Seit seinem Entstehen in den 1990er Jahren hat sich das World Wide Web rascher als jedes andere Medium davor zu einem wichtigen Kultur- und Wirtschaftsgut entwickelt. Im Web gesurft wird heute mit dem heimischen Personal Computer oder dem Tablet von zu Hause aus, mit dem Smartphone oder Notebook von unterwegs. Entsprechend vielfältig muss der Inhalt für jedes dieser Geräte aufbereitet sein. Zusätzlich muss jede Art von Inhalt so optimiert sein, dass ihn jede Suchmaschine rasch findet. Außerdem sollte jeder Inhalt für jeden Nutzer barrierefrei zugänglich sein – entsprechend staatlicher Verordnungen. So ist das Entwickeln einer Website mittlerweile eine anspruchsvolle Aufgabe. Immer mehr Software ist nun als webbasierte Anwendung online über Browser verfügbar; früher war sie allenfalls offline als native Desktop-Anwendung auf dem Rechner installiert. Die hochgradig interaktive Web-Anwendung gehört mittlerweile zum Standard und hat die statische Website weitgehend abgelöst. Auch deshalb ist Web-Technologie heute eine Schlüssel-Disziplin der Informatik und Schwerpunkt der Medieninformatik an der OTH Amberg-Weiden.

Mensch-Computer-Interaktion

Die digitalen Medien bieten mannigfaltige Kommunikationskanäle zwischen Mensch und Computer; deswegen muss der Entwickler der jeweiligen Benutzerschnittstelle mit Sorgfalt und Kompetenz ans Werk gehen. Der Studiengang Medieninformatik vermittelt Wissen und Kompetenz zum Gestalten und Realisieren benutzerfreundlicher interaktiver Systeme. Dazu zählt das Wissen um das Gestalten eines ergonomischen Software-Systems ebenso wie der Umgang mit modernen Werkzeugen zum Designen und Entwickeln der Mensch-Computer-Schnittstelle.   Interagiert ein Anwender mit einem multimedialen System, muss er dazu oft ein spezielles Gerät oder eine spezielle Methodik für die Ein- oder Ausgabe einbinden – zum Beispiel wenn er ein System über Gesten steuert, Information visualisiert oder mit einem Computer in Echtzeit in einer virtuellen Realität interagiert. Wie lassen sich diese unterschiedlichen Dimensionen der Interaktion zwischen Mensch und Computer entwickeln? Wie brauchbar sind sie für den Anwender? Und: Wie wirken sie sich auf die Entwicklung unserer Gesellschaft aus? 

Mobile Anwendungen

Der an einem Ort fixierte Personal Computer verschwindet zusehends; ihn beerbt der kleine, stets verfügbare mobile Helfer. Stets online und immer erreichbar – so zieht der moderne Mensch durchs Leben. Diese neue Art von Computer ist mittlerweile massenhaft verbreitet; dadurch ergeben sich auch neue Anwendungsszenarien. Alleine das Erfassen der Position des Nutzers eröffnet neue Möglichkeiten: So lassen sich Informationen abhängig vom räumlichen Kontext aus dem Internet abrufen. Kamera, Lage-, Magnetfeld- und Beschleunigungssensoren sind Standard in allem Smartphones; mit Sensorfusion können per Software die Daten unterschiedlicher Quellen zusammengefügt werden, um z.B. auf die Situation, in der sich ein Benutzer befindet, zu schließen und entsprechend zu agieren. Entwickler brauchen für diese neue Programm-Klasse Spezialwissen; auch das vermittelt das Medieninformatik-Studium. 

Informationssicherheit

Vor einigen Jahren noch als Fiktion angesehen ist "cyber war" heute Realität. Für den Industriestandort Deutschland, Infrastruktureinrichtungen wie Kraft- und Wasserwerke, im Verkehrswesen, für Privatpersonen wie auch den öffentlichen Bereich, die öffentliche Verwaltung ist Informationssicherheit heute unabdingbar. Bestehende Netzwerk und Software muss nachgerüstet werden, bei Neuentwicklungen "Security by Design" von Anfang an mitgedacht, eingeplant und einkalkuliert werden. Im Informatikstudium wird an unserer Hochschule diese Thematik in der Pflichtveranstaltung "Informationssicherheit" in allen Facetten beleuchtet: Netzwerk- und Web-Anwendungssicherheit, Mobile Sicherheit, Sicherheit Internet der Dinge und Industrie 4.0. Dabei wird nicht nur die "Verteidigungssicht" gelehrt, sondern auch  Angriffstechniken (Penetration tests) werden in praktischen Aufgabenstellungen erprobt, um Sicherheitstests entwickeln zu können.

Aufbau

Zu den unter Aufbau genannten Studieninhalten kommen in der Studienrichtung Medieninformatik folgende Lehrveranstaltungen hinzu, um im ersten Studienabschnitt die Basis im Bereich digitaler Medien zu legen:

  • Design und Produktion digitaler Medien
  • Grundlagen der Codierungstheorie und Kryptologie
  • Mediengestaltung
  • Web-Client-Technologien.

Das weitere Studium vermittelt Kompetenzen in Konzeption und Entwicklung benutzerfreundlicher interaktiver Softwaresysteme. Schwerpunkte bilden außerdem Web-Engineering oder die Entwicklung mobiler Applikationen. Studienfächer (Auswahl):

  • Mensch-Maschine-Interaktion
  • Web-Datenbanken
  • Web-Anwendungsentwicklung
  • App-Programmierung
  • Mobile & Ubiquitous Computing
  • Informationssicherheit
  • Content-Managementsysteme
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