Zum Hauptinhalt springen

Impulse für die erfolgreiche Umsetzung von KI in Unternehmen

1. Praxisforum Datenmanagement und KI-Transformation

Erstmals fand an der OTH Amberg-Weiden das Praxisforum Datenmanagement und KI-Transformation statt
Erstmals fand an der OTH Amberg-Weiden das Praxisforum Datenmanagement und KI-Transformation statt

Wie gelingt der Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Praxis? Welche Herausforderungen bestehen und welche Faktoren entscheiden über den Erfolg von KI-Projekten? Mit diesen Fragen beschäftigte sich das erste Praxisforum „Datenmanagement und KI-Transformation“, das am 4. Mai 2026 am Digital Business Campus in Weiden stattfand.

Erstmals fand an der OTH Amberg-Weiden das Praxisforum Datenmanagement und KI-Transformation statt
Erstmals fand an der OTH Amberg-Weiden das Praxisforum Datenmanagement und KI-Transformation statt

Die von Prof. Dr. Simon J. Preis initiierte und organisierte Veranstaltung brachte Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft und Wirtschaft, so wie auch Studierende, zusammen und bot den Teilnehmenden fundierte Einblicke in aktuelle Entwicklungen rund um Datenmanagement und KI-Anwendungen. Das Format wurde in dieser Form erstmals durchgeführt.

Herausforderungen im Umgang mit KI-Systemen

Den Auftakt machte Prof. Dr. Simon J. Preis, der zentrale Herausforderungen bei der Entwicklung und Anwendung von KI-Systemen in der industriellen Produktion beleuchtete. Dabei wurde deutlich, dass viele Probleme nicht erst bei der Technologie selbst entstehen, sondern bereits in frühen Projektphasen.

Unklare Zieldefinitionen, fehlende Governance-Strukturen und mangelnder fachlicher Kontext erschweren häufig die erfolgreiche Umsetzung. Auch sogenannte „Halluzinationen“ von KI-Modellen – also fehlerhafte oder nicht nachvollziehbare Ergebnisse – stellen Unternehmen vor Herausforderungen, insbesondere wenn mehrere Systeme miteinander interagieren. Besonders bei Industrial AI zeigen Studien, dass die Interpretierbarkeit von KI-Modellergebnissen entscheidend ist für die Akzeptanz in der Belegschaft.

Mit dem vorgestellten DATOVA-Framework („Data to Value“) zeigte Preis Ansätze auf, wie Daten systematisch genutzt werden können, um daraus konkrete Beiträge zur Wertschöpfung zu generieren.

Arbeitswelt im Wandel: Agilität als Schlüsselkompetenz

Im zweiten Vortrag gab André Pradel Einblicke in die zukünftige Entwicklung des Arbeitsmarkts im Kontext von KI und Digitalisierung. Pradel ist im beruflichen Kontext bei der AUDI AG tätig, sprach im Rahmen des Praxisforums jedoch unabhängig von seiner dortigen Funktion.

Basierend auf aktuellen Studien wurde deutlich, dass sich Anforderungen und Tätigkeitsprofile in den kommenden Jahren stark verändern werden. Während technologische Fähigkeiten zunehmend an Bedeutung gewinnen, bleiben gleichzeitig menschliche Kompetenzen wie Empathie, Kommunikationsfähigkeit und systemisches Denken entscheidend.

Unternehmen und Mitarbeitende stehen damit vor der Aufgabe, sich kontinuierlich weiterzuentwickeln und neue Technologien aktiv zu integrieren. „Um mit der rasanten Entwicklungsgeschwindigkeit der Technologie mithalten zu können, müssen wir künftig noch mehr auf die Anwendung und Weiterentwicklung unserer menschlichen Fähigkeiten wie z.B. Empathie, Resilienz und Führungsstärke achten, weil wir hier der Technologie immer überlegen sein werden“, betonte Pradel abschließend in seinen Vortrag. „Wenn wir Agilität lernen und leben, sind wir sowohl beruflich als auch privat für diese Transformation gut aufgestellt."

Von der Strategie zur Umsetzung

Den Abschluss bildete Marko Bader von Riverland Reply, der den Fokus auf die praktische Umsetzung von KI-Projekten legte und Erfahrungen aus Kundenprojekten teilte.

Dabei wurde deutlich, dass die technologischen Möglichkeiten häufig bereits vorhanden sind, die wirksame Anwendung im Unternehmensalltag jedoch oft zurückbleibt. Ein Grund dafür ist, dass Unternehmen häufig zu früh über Tools und zu spät über konkrete Arbeitsprobleme sprechen. Ohne klares Zielbild, definierte Prozesse, Verantwortlichkeiten und Einbindung der Mitarbeitenden bleiben viele KI-Initiativen punktuell.

Marko Bader zeigte, wie strukturierte KI-Assessments helfen, Painpoints zu identifizieren, zu priorisieren und den passenden KI-Ansatz auszuwählen. Gleichzeitig wurde deutlich, dass Agentic AI neue Potenziale eröffnet, aber auch höhere Anforderungen an Steuerung, Kontrolle und eine klare Rollenverteilung zwischen Mensch und KI stellt.

Austausch zwischen Forschung, Praxis und Studium

Auch Studierende nahmen im Rahmen ihrer Lehrveranstaltung „Kognitive Technologien und Anwendungen“ bei Prof. Preis  teil, verfolgten die Vorträge mit großem Interesse und brachten sich mit Fragen aktiv ein. Anknüpfend an die Fachvorträge bot das Praxisforum Raum für Austausch und Diskussion zwischen den Teilnehmenden, um einzelne Aspekte mit den Referenten zu vertiefen und sich auch mit Teilnehmenden anderer Unternehmen und Studierenden über KI-Erfahrungen auszutauschen. 

Gerade dieser direkte Austausch zwischen Wissenschaft, Praxis und Studium wurde als besonders wertvoll wahrgenommen. Die Veranstaltung zeigte deutlich: Künstliche Intelligenz ist längst in den Unternehmen angekommen. Der entscheidende Erfolgsfaktor liegt jedoch in der zielgerichteten Umsetzung, klaren Strukturen und der Verbindung von technologischer Expertise mit menschlichen Kompetenzen.

Zurück