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Digitalisierung in der Fabrik von morgen: Forschung trifft Praxis im Future Lab

Erstes Symposium on Intelligent Productions and Smart Factories 2026 des TTZ NEW

Kris Dalm
Einführung durch Prof. Dr. Kris Dalm, wissenschaftlicher Leiter des TTZ NEW

Wie wird aus einer modernen Fabrik eine intelligente Fabrik? Welche Voraussetzungen sind notwendig, damit Künstliche Intelligenz in bestehenden und zukünftigen Produktionssystemen sinnvoll eingesetzt werden kann? Und welche Ansätze gibt es in der aktuellen Forschung, um Daten, Maschinen und Prozesse intelligent miteinander zu verbinden? Beim ersten Symposium des Technologietransferzentrums Neustadt an der Waldnaab gaben Forschende rund 60 Teilnehmenden aus Wirtschaft und Wissenschaft Einblicke in aktuelle Arbeiten zur AI-driven Factory of the Future.

Kris Dalm
Einführung durch Prof. Dr. Kris Dalm, wissenschaftlicher Leiter des TTZ NEW

Beim „Symposium on Intelligent Productions and Smart Factories 2026“ Ende September 2026 im Future Lab in Weiherhammer traf aktuelle Forschung auf Fragen aus der Wirtschaft. Das Themenspektrum reichte von der Identifikation geeigneter KI-Anwendungsfälle und der technischen Architektur intelligenter Fabriken über KI-Assistenzsysteme für bestehende Produktionsumgebungen bis zu datenbasierten Ansätzen für vorausschauende Wartung und Qualitätsprüfung. Konkrete Anwendungsbeispiele aus autonomen Liefersystemen und automatisierten Bearbeitungsprozessen von geometrisch unregelmäßigen Objekten zeigten zudem, wie sich diese Ansätze in die Praxis übersetzen lassen.

„KI eröffnet für die industrielle Produktion enorme Möglichkeiten – von der intelligenten Nutzung großer Datenmengen bis zu Assistenzsystemen, Predictive Maintenance und humanoider Robotik. Entscheidend ist aber, genau hinzuschauen, wo KI zuverlässig eingesetzt werden kann und wo weiterer Forschungsbedarf besteht. Gerade bei Anlagenverfügbarkeit und Sicherheit müssen Lösungen belastbar funktionieren“, betonte Prof. Dr. Kris Dalm, wissenschaftlicher Leiter des TTZ NEW.

Nachwuchsforschung im Mittelpunkt 

In diesem Jahr nutzten vor allem junge Forschende die Möglichkeit zur Einreichung ihres Papers bei der neuen Schriftenreihe des TTZ NEW. Dadurch kam es zu einem Symposium der Nachwuchsforschenden. Die Bandbreite der Vortragenden war dabei groß, von einer Bachelorstudentin über wissenschaftliche Mitarbeitende von verschiedenen Hochschulen bis hin zu Promovierenden. Die Präsentationen zeigten die eigenen Fragestellungen und Ergebnisse ihrer täglichen Arbeit.

  • Stefan Kick, M. Eng., zeigte am Beispiel der SAPbased Factory der OTH Amberg-Weiden, wie sich potenzielle KI-Anwendungsfälle in einer Smart Factory systematisch identifizieren lassen. 
  • Surabhi Naidu, M. Sc., beschäftigte sich mit Architekturen für KI-fähige Smart Factories. 
  • Matthias Pohl, M. Sc., untersuchte eine Brownfield-orientierte Evaluationsumgebung für wissensbasierte KI-Assistenzsysteme in der Produktionssystemplanung.
  • Sristi Bhadani, M. Sc., verglich Verfahren für Predictive Maintenance anhand unterschiedlicher Datensätze. 
  • Nishanth Nandakumar, M. Sc., von der Hochschule Ravensburg-Weingarten betrachtete die Erzeugung synthetischer Daten für die KI-gestützte industrielle Qualitätsprüfung. 
  • Duru Cetinel, Studentin, zeigte, wie Prinzipien von autonome Liefersysteme auf Industrie 4.0 übertragbar sind.
  • Wolfgang Weigl, M. Sc., zeigte schließlich, wie aus einer dreidimensionalen Punktwolke ein optimaler Pfad für das automatisierte Schälen von Obst entwickelt werden kann.

Damit bot das Symposium den jungen Forschenden eine Bühne für ihre Themen und die Möglichkeit, ihre Ergebnisse einem Fachpublikum aus Wissenschaft und Wirtschaft zu präsentieren. In den Pausen und im Anschluss an das offizielle Programm boten sich viele Gelegenheiten, die Präsentationen mit Vertreterinnen und Vertretern aus der Wirtschaft intensiver zu diskutieren und Erfahrungen aus der Praxis einzuholen.

Smart Factory heißt auch: den Menschen mitdenken

Der Austausch zeigte wie auch in der letzten Veranstaltung des TTZ NEW, dem TransferWerk 2026, dass eine intelligente Fabrik nicht allein aus Algorithmen, Daten und vernetzten Maschinen besteht. Eine Einbindung der Mitarbeitenden des Unternehmens und ein menschenzentrierter Ansatz in der Produktion sind wichtige Bestandteile der Weiterentwicklung hin zur Produktion von morgen. Fragen aus dem Publikum, die den Blick unter anderem auf Arbeitssicherheit, die Einbindung von Beschäftigten und die Rolle von Betriebsräten richteten, bestätigen diese Perspektive. Aber auch der Entwicklungsstand generativer KI und die Frage, welche Anwendungen bereits zuverlässig einsetzbar sind, wurden im Rahmen des Austausches diskutiert.

Für Prof. Dr. Wolfgang Weber, Vizepräsident für Forschung, Entwicklung und Transfer, gehört dieser persönliche Austausch wesentlich zum Technologietransfer: „Eine vernetzte Fabrik ist immer auch mit vernetzten Menschen verbunden. Fachvorträge sind wichtig – genauso wichtig sind aber die Gespräche dazwischen. Genau diesen Austausch zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und unserem wissenschaftlichen Nachwuchs wollen wir mit dem TTZ NEW ermöglichen.“

Das Symposium brachte damit die zwei gegensätzlichen Blickwinkel zusammen. Zum einen erhielten Unternehmen Einblicke in aktuelle Forschungsfragen und konnten eigene Erfahrungen und Herausforderungen einbringen. Zum anderen bekamen die jungen Forschenden unmittelbare Rückmeldungen aus der Praxis und damit neue Impulse für ihre weitere wissenschaftliche Arbeit.

Wissenschaftliche Publikation folgt den Vorträgen

Für die Referierenden war der Vortrag im Future Lab der Abschluss eines längeren Prozesses. Die wissenschaftlichen Paper, die als Beiträge zur Schriftenreihe „Intelligent Productions and Smart Factories“ eingereicht wurden und als Grundlage für die Vorträge dienten, durchliefen bereits einen double blind Peer Review. Anfang 2027 wird die Schriftenreihe als Open-Access-Tagungsband der OTH Amberg-Weiden online veröffentlicht.

Gerade für Forschende am Beginn ihrer akademischen Laufbahn möchte das TTZ NEW die Gelegenheit bieten, die unterschiedliche Stationen des wissenschaftlichen Arbeitens zu durchlaufen und Erfahrungen zu sammeln. Dieser klassische Prozess von der Entwicklung einer Forschungsfrage und der Aufbereitung von Ergebnissen über die Begutachtung und Veröffentlichung eines wissenschaftlichen Beitrags bis hin zur Präsentation vor einem Fachpublikum, wird von einem Großteil aller internationalen Konferenzen genutzt.

Gleichzeitig können aus dem Austausch, der bei den Veranstaltungen des TTZ NEW stets eine große Rolle spielt, neue Forschungsfragen und Kooperationen entstehen. Herausforderungen, Erfahrungen und Daten aus Unternehmen liefern Anknüpfungspunkte, um Ansätze gemeinsam weiterzuentwickeln und in der betrieblichen Praxis zu erproben. Das TTZ NEW schafft dafür einen Raum, in dem Hochschule und Unternehmen miteinander in Kontakt kommen und neue Forschungs- und Transferprojekte anstoßen können.

Mehr erfahren:
Informationen zum Technologietransferzentrum NEW, zu Veranstaltungen und zu Möglichkeiten der Zusammenarbeit finden Sie auf der Seite des TTZ NEW.

Publikum
Rund 60 Teilnehmenden aus Wirtschaft und Wissenschaft kamen zum Symposium.
Wolfgang Weber
Prof. Dr. Wolfgang Weber, Vizepräsident für Forschung, Entwicklung und Transfer, begrüßte die Teilnehmenden
Menschen im Gespräch
Neben den Vorträgen auch Zeit für den Austausch.
Surabhi Naidu
Surabhi Naidu, M. Sc.
Wolfgang Weigl
Wolfgang Weigl, M. Sc.
Duru Cetinel
Duru Cetinel
Stefan Kick, M. Eng.
Stefan Kick, M. Eng.
Matthias Pohl
Matthias Pohl, M. Sc.
Sristi Bhadani, M. Sc.
Sristi Bhadani, M. Sc.
Nishanth Nandakumar
Nishanth Nandakumar, M. Sc.
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