Leistung. Stil. Gemeinschaft. Vom Leitbild zum Kunstwerk
Aus einer spontanen Idee bei einem Cappuccino ist ein großformatiges Kunstprojekt entstanden. In der Mensa am Campus Weiden wurde vergangene Woche ein dreiteiliges Leinwandkunstwerk von Katharina Gürtler präsentiert. Die 20-jährige Künstlerin aus Vohenstrauß verbindet darin Graffiti-Kunst mit Motiven von Vernetzung, Fortschritt und Vielfalt. Das rund 3,50 mal 3,10 Meter große Werk rückt vor allem eines in den Mittelpunkt: Gemeinschaft.
Bei der Vorsetllung ordnete Prof. Dr. Clemens Bulitta, Präsident der OTH Amberg-Weiden, das Werk in das Selbstverständnis der Hochschule ein: „Ein Kunstwerk, das unsere Werte aus dem Leitbild aufgreift.“ Gemeinschaft sei dabei letztlich „die Grundlage für Leistung und einen respektvollen Umgang miteinander“.
Von einer Begegnung auf dem Campus zum Kunstprojekt
Dass Katharina Gürtler einmal ein Kunstwerk für die Hochschule gestalten würde, begann mit einer alltäglichen Begegnung: Während der Prüfungsphase verteilte Dr. Markus Lommer von der Hochschulseelsorge gemeinsam mit einer Kollegin Snacks vor der Bibliothek. Gürtler, die damals den Gestaltungszweig der benachbarten Gustav-von-Schlör-Schule besuchte und regelmäßig die Mensa, das Café und die Hochschulbibliothek nutzte, kam mit ihm ins Gespräch. Auf einen Müsli-Riegel folgte ein Cappuccino – und ein Austausch über ihre künstlerische Arbeit.
Aus diesem Kontakt entwickelte sich schließlich der Auftrag für das Kunstwerk. Gemeinsam mit Gürtler gab Dr. Markus Lommer bei der Vorstellung Einblicke in die Entstehung des Projekts, das ab Mitte 2025 konkrete Formen annahm. Auf Besprechungen, Entwürfe und Konzeptanpassungen folgte die Umsetzung an einem besonderen Ort: Im ehemaligen Heustadel auf dem Bauernhof ihrer verstorbenen Großmutter in Moosbach richtete die Künstlerin ein Atelier für die großformatigen Leinwände ein. Unterstützung erhielt sie sowohl von der Hochschule als auch von ihrer Familie, ihrem Partner und Freunden.
Ein großes Ganzes aus vielen Verbindungen
Die drei Werte der Hochschule übersetzt die Künstlerin in eine abstrakte Bildsprache. Eine an neuronale Netze erinnernde Struktur steht für die Verbindungen zwischen Menschen, für Austausch und Zusammenhalt. Gleichzeitig verweist sie auf Intellekt, Gedächtnisleistung und Fortschritt. Mechanische Zahnräder ergänzen diesen Gedanken.
„Ich wollte die Gemeinschaft hervorheben“, erläterte Katharina Gürtler. Die zahlreichen miteinander verknüpften Knotenpunkte bildeten ein Netzwerk, das das Miteinander an der Hochschule widerspiegele. Schließlich gehe es im Studium auch darum, Kontakte zu knüpfen und voneinander zu lernen.
Ein aufwärts gerichtetes Kopfprofil symbolisiert das Streben nach hohen Zielen und einer hellen Zukunft. Gelichzeitig nimmt es Bezug auf das Kunstwerk von Jeff Beer vor dem Mensagebäude und verbindet die neue Arbeit damit auch gestalterisch mit dem Campus. Orangefarbene Elemente greifen das Corporate Design der OTH Amberg-Weiden auf und stehen für Vielfalt, Individualität und Offenheit. Bewusst wurde das Auge der Figur auf Augenhöhe positioniert – als Zeichen für Begegnung und Dialog.
Kunst an einem Ort der Begegnung
Für Prof. Dr. Christiane Hellbach, Vizepräsidentin der OTH Amberg-Weiden, passt das Werk besonders gut an seinen neuen Platz: „Die Mensa ist der perfekte Ort für das Kunstwerk, da sie ein Ort des Austausches und der Begegnung ist.“
Den Gedanken der Gemeinschaft griff auch der Abschluss der Veranstaltung auf: Unter dem Motto „Ein Stück Gemeinschaft“ folgten ein gemeinsamer Kuchenanschnitt und ein Umtrunk.
Katharina Gürtler studiert inzwischen Lehramt für berufliche Bildung mit der Fachrichtung Sozialpädagogik und dem Unterrichtsfach Kunst in Bamberg. Ihre künstlerische Arbeit umfasst Graffiti und Street Art, Malerei sowie digitale und multimediale Formate. Beim 72. Europäischen Wettbewerb erhielt sie einen Bundespreis und eine Auszeichnung für die beste Arbeit im Bereich Medien. Mit dem Kunstwerk in der Weidener Mensa hat sie nun eine großformatige Arbeit geschaffen, die die Werte der Hochschule im Campusalltag sichtbar macht.










