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OTH Amberg-Weiden tritt globalem Ukraine-Netzwerk bei

Unterzeichnung des Kooperationsmemorandums im Rahmen der „Ukrainian Week in Germany“

Clemens Bulitta und Ostap Ukrainets
Ostap Ukrainets überreicht der Hochschule das Mitgliedszertifikat

Die OTH Amberg-Weiden baut ihr Engagement für die Ukraine weiter aus: Mit dem Beitritt zur Global Coalition of Ukrainian Studies wird die Hochschule Teil eines internationalen Netzwerks von Hochschulen und Forschungseinrichtungen, die gemeinsam an der wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung der Ukraine arbeiten. Der Schritt knüpft an zahlreiche erfolgreiche Projekte mit ukrainischen Partneruniversitäten an und eröffnet neue Möglichkeiten für Forschung, Lehre und internationalen Austausch.

Clemens Bulitta und Ostap Ukrainets
Ostap Ukrainets überreicht der Hochschule das Mitgliedszertifikat

Die OTH Amberg-Weiden ist der Global Coalition of Ukrainian Studies (GCUS) beigetreten. Präsident Prof. Dr. med. Clemens Bulitta unterzeichnete das Memorandum of Cooperation am 15. Oktober 2026 in der Orange Lounge in Weiden. Die Unterzeichnung fand zum Auftakt des KOMOvino-Abends des Kompetenzzentrums Bayern-Mittel- und Osteuropa (KOMO) statt. Für die Koalition nahm der ukrainische Literaturwissenschaftler, Schriftsteller und Übersetzer Ostap Ukrainets an der Unterzeichnung teil und überreichte der Hochschule das offizielle Mitgliedszertifikat.

Die GCUS ist eine staatlich unterstützte internationale Wissenschaftsinitiative der Ukraine. Sie wurde im Juli 2024 mit Unterstützung von Olena Selenska gegründet und vernetzt Hochschulen sowie Forschungseinrichtungen weltweit. Im Juli 2026 gehörten der Koalition bereits 100 Institutionen aus 27 Ländern an.

Ukraine-Studien interdisziplinär gedacht

Die GCUS verfolgt einen umfassenden Ansatz: Ukraine-Studien beschränken sich nicht auf Sprache, Geschichte und Kultur, sondern umfassen auch Themen wie Digitalisierung, Ingenieurwissenschaften, Energie, Gesundheit, Management und den Wiederaufbau des Landes. Damit ergeben sich zahlreiche Anknüpfungspunkte zum anwendungsorientierten Profil der OTH Amberg-Weiden.

Langjähriges Engagement für ukrainische Hochschulen und Studierende

Der Beitritt zur Koalition ist das Ergebnis einer über Jahre gewachsenen Zusammenarbeit mit ukrainischen Partnern. Im DAAD-Programm „Zukunft Ukraine“ unterstützte KOMO mit dem Projekt UAre@OTHAW von Januar 2023 bis Juli 2025 insgesamt 15 ukrainische Bachelor- und Masterstudierende durch Stipendien, Sprachkurse und individuelles Coaching. Im Projekt TANDEM-UA-DE, gefördert vom DAAD im Programm „Deutsch-Ukrainisches Hochschulnetzwerk“ aus Mitteln des BMFTR, baut die Hochschule mit sechs ukrainischen Universitäten einen deutsch-ukrainischen Parallelstudiengang in Digital Technology and Management auf. Im Sommersemester 2026 starteten bereits fünf gemeinsam konzipierte Module mit insgesamt 94 Studierenden. Unterrichtet werden diese im innovativen „Dual Lecture“-Format durch ukrainische Professorinnen und Professoren unter fachlicher Begleitung der OTH AW.
Die Grundlage für diese Zusammenarbeit wurde im Vorgängerprojekt DILLUGIS geschaffen. Im Rahmen des DAAD-Programms „Ukraine digital“ konnten ukrainische Studierende in den ersten Kriegsjahren online an Lehrveranstaltungen der OTH Amberg-Weiden teilnehmen und ihr Studium trotz schwieriger Rahmenbedingungen fortsetzen.

Koordiniert wird TANDEM-UA-DE von Prof. (NU ZP, Ukraine) Dr. Kateryna Antoniuk und Prof. (NU ZP, Ukraine) Dr. Dmytro Antoniuk. Die beiden Wissenschaftler der Nationalen Universität „Saporischschja Polytechnik“ sind selbst aus der Ukraine geflüchtet und arbeiten seit dem Vorgängerprojekt DILLUGIS an der OTH AW. Sie sind Ansprechpartner für die ukrainischen Partnerhochschulen und begleiteten auch die Vorbereitung des Beitritts.

Internationale Vernetzung und Austausch

Die Unterzeichnung war Teil der „Ukrainian Week in Germany“, die vom 12. bis 16. Oktober 2026 an mehreren deutschen Hochschulen stattfand. Im Anschluss an den offiziellen Festakt eröffneten die Gäste den KOMOvino-Abend mit einer Weinverkostung. Danach diskutierten sie mit dem investigativen Journalisten Ondřej Kundra über die aktuelle Situation im Kontext des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine.

„Unsere Zusammenarbeit mit ukrainischen Hochschulen ist längst mehr als Solidarität: Wir entwickeln gemeinsam Lehre, Studienangebote und Strukturen, die über den Tag hinaus tragen“, sagt Prof. Dr. Julia Heigl, Vizepräsidentin für Studium, Lehre und Internationales und Leiterin des Projekts TANDEM-UA-DE. „Mit dem Beitritt zur Global Coalition of Ukrainian Studies machen wir diese Erfahrung in einem internationalen Netzwerk sichtbar und bringen unser anwendungsorientiertes Profil in den Wiederaufbau des ukrainischen Hochschulsystems ein.“

Über KOMO

Das Kompetenzzentrum Bayern-Mittel- und Osteuropa an der OTH Amberg-Weiden fördert Kooperation und Austausch mit Partnern in Mittel- und Osteuropa, unterstützt Hochschulpartnerschaften, Forschungsprojekte und studentische Mobilität. Mit KOMOvino bietet es regelmäßig ein Format für den informellen Austausch zwischen Hochschule, Gästen und Öffentlichkeit.

Ondřej Kundra
Diskussionsrunde mit Ondřej Kundra
Gruppe Menschen sitzend in der Orange Lounge
KOMOvino – informellen Austausch zwischen Hochschule, Gästen und Öffentlichkeit
Teilnehmer sitzen um Tisch
Gespräche bei einem Glas Wein
Clemens Bulitta bei der Unterzeichnung
Hochschulpräsident Prof. Dr. Clemens Bulitta unterzeichnet das Memorandum of Cooperation
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