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Unternehmerinnen, Ideen und Gründungswissen am Campus Kemnath

Elisabeth Zintl (Mitte), Geschäftsführerin des Landhotels der Hollerhöfe in Waldeck und Gründerin der Naturerlebnisakademie, sprach im Rahmen des GründerinnenTALKs über ihren Lebensweg und ihren unternehmerischen Erfolg
Elisabeth Zintl (Mitte), Geschäftsführerin des Landhotels der Hollerhöfe in Waldeck und Gründerin der Naturerlebnisakademie, sprach im Rahmen des GründerinnenTALKs über ihren Lebensweg und ihren unternehmerischen Erfolg

Wie entsteht Unternehmertum und was braucht es, um Ideen erfolgreich weiterzuentwickeln? Mit zwei Veranstaltungen Mitte Mai im Coworking Kemnath zeigte der Campus Kemnath der OTH Amberg-Weiden erneut, wie wichtig Austausch, Praxiswissen und regionale Vernetzung für Gründung und Innovation sind.

Elisabeth Zintl (Mitte), Geschäftsführerin des Landhotels der Hollerhöfe in Waldeck und Gründerin der Naturerlebnisakademie, sprach im Rahmen des GründerinnenTALKs über ihren Lebensweg und ihren unternehmerischen Erfolg
Elisabeth Zintl (Mitte), Geschäftsführerin des Landhotels der Hollerhöfe in Waldeck und Gründerin der Naturerlebnisakademie, sprach im Rahmen des GründerinnenTALKs über ihren Lebensweg und ihren unternehmerischen Erfolg

Unternehmertum mit Haltung und regionaler Verantwortung

Im Mittelpunkt des GründerinnenTALKs „Ich bin gerne Chefin!“ stand Elisabeth Zintl, Geschäftsführerin des Landhotels der Hollerhöfe in Waldeck und Gründerin der Naturerlebnisakademie. Vor zahlreichen interessierten Teilnehmerinnen sprach sie über ihren Weg zurück in die Heimat, die Übernahme des Familienbetriebs und ihre unternehmerische Haltung. Durch die Sanierung leerstehender Gebäude entstand Schritt für Schritt ein besonderes Konzept, bei dem Gäste „zu Gast im Dorf“ sind.

Dabei wurde deutlich, dass Unternehmertum für Elisabeth Zintl weit über wirtschaftlichen Erfolg hinausgeht. „Bei uns in der Oberpfalz ist es genauso schön wie in bekannten Regionen – dafür müssen wir stehen“, betonte sie. Unternehmerischer Erfolg bedeute für sie auch, Verantwortung für die eigene Region zu übernehmen: „Gemeinsam müssen wir mit unseren Unternehmen, der Politik und den Menschen für unsere Region stehen.“

Verantwortung langfristig denken

„Ich übernehme Verantwortung; ich trage den Gasthof in die nächste Generation“, ergänzte Zintl. Dieses Selbstverständnis prägt ihren Führungsstil ebenso wie ihre langfristigen Entscheidungen. Dabei sprach sie auch offen über Herausforderungen wie Fachkräftemangel und die Auswirkungen der Corona-Pandemie.

Besonders wichtig seien Qualität und der direkte Austausch mit Gästen. „Der Kunde macht die Qualitätssicherung“, erklärte sie mit Blick auf die Bedeutung von Service und Feedback. Ihre persönliche Motivation beschreibt sie dabei klar und nahbar: „Meine Aufgabe ist es, Räume für Menschen schön zu machen“ und „ich möchte Erlebnisse weitergeben.“

Praxiswissen für Gründungsinteressierte

Ergänzt wurde der Abend durch die zweite GründerWerkstatt des Campus Kemnath, die praxisnahes Wissen rund um Rechtsformen, Haftung und Unternehmensbewertung vermittelte. Gemeinsam mit dem Regional Institute for Start-ups and Entrepreneurship (RISE) stellte die OTH Amberg-Weiden Fördermöglichkeiten wie EXIST, FLÜGGE oder VIP+ sowie weitere Unterstützungsangebote für Gründungsinteressierte vor.

Die Referenten Prof. Dr. Hermann Raab und Prof. Dr. Thomas Schiller machten außerdem deutlich, dass die Wahl der passenden Rechtsform immer von den individuellen Rahmenbedingungen abhängt. Während Einzelunternehmen oft einen unkomplizierten Einstieg ermöglichen, ist bei Personengesellschaften meist eine GbR besser, auch wenn hier alle Beteiligten persönlich haften. Gleichzeitig zeigten die Experten auf, welche Vorteile Kapitalgesellschaften wie die UG oder GmbH bieten können, insbesondere wenn Haftungsrisiken begrenzt werden sollen. Bei der Diskussion zu Holdingstrukturen wurde deutlich, dass solche Konstruktionen gerade bei Start-ups oft vorschnell gedacht werden. Stattdessen sollten Gründerinnen und Gründer zunächst grundlegende Fragen zu erwarteten Umsatz, finanziellen Bedarf und abzusichernden Risiko klären.

Offen über Risiken und Unternehmenswert sprechen

Besonders intensiv diskutiert wurden außerdem Themen wie Haftung, Insolvenz und Unternehmensbewertung. Die Referenten betonten, wie wichtig es sei, sich frühzeitig mit Fragen rund um Zahlungsunfähigkeit oder Insolvenzverschleppung auseinanderzusetzen, um Risiken rechtzeitig erkennen und richtig handeln zu können.

Auch bei der Bewertung von Unternehmen wurde deutlich, dass einfache Faustformeln in der Praxis oft zu kurz greifen. Faktoren wie Kundenstamm, Wachstumspotenzial oder zukünftige Ertragschancen spielten gerade bei Start-ups eine entscheidende Rolle. Der Wert eines Unternehmens liege häufig weniger in der Gegenwart als vielmehr in seiner zukünftigen Entwicklung.

Austausch und Vernetzung im Mittelpunkt

Die große Resonanz auf beide Formate zeigt erneut, wie groß das Interesse an praxisnahen Gründungsthemen und persönlicher Vernetzung in der Region ist. Gleichzeitig unterstreichen die Veranstaltungen die Rolle des Campus Kemnath als Ort für Innovation, Unternehmertum und Austausch.

Prof. Dr. Hermann Raab und Prof. Dr. Thomas Schiller gaben Gründerungsinteressierten im Rahmen der GründerWerkstatt wertvolle Tipps zu rechtlichen Fragen
Prof. Dr. Hermann Raab und Prof. Dr. Thomas Schiller gaben Gründerungsinteressierten im Rahmen der GründerWerkstatt wertvolle Tipps zu rechtlichen Fragen
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