MATS im Überblick: Drohnenbasierte Healthcare-Logistik für eine nachhaltige Patientenversorgung
| Projekttitel | Medical Air Transport Solutions (MATS) |
| Fördergeber: | Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) |
| Projektlaufzeit: | 04/2025 – 04/2028 |
| Partner im F&E-Projekt: | Verantwortung für spezifische Kerninhaltsbereiche:
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| Projektziel | Kern des Projekts MATS ist die Entwicklung eines Geschäfts- und Betreiberkonzepts für Drohnentransporte in der Healthcare-Logistik. Im Fokus steht der sichere und nachhaltige Transport medizinischer Laborproben. Auf Basis eines regulären Pilotflugbetriebs im U-Space Lausitz werden Betriebsparameter und Genehmigungsgrundlagen erarbeitet, die als Blaupause für weitere Drohnenstrecken dienen und langfristig standardisierte Prozesse für den Drohneneinsatz im Gesundheitswesen ermöglichen. |
Die logistische Versorgung medizinischer Einrichtungen – insbesondere in ländlichen oder stark verkehrsbelasteten Regionen – stellt eine zentrale Herausforderung dar. Verzögerungen bei Transporten können die Effizienz von Diagnose- und Behandlungsprozessen beeinträchtigen. MATS adressiert diese Herausforderung durch die Entwicklung und Erprobung eines Geschäftsmodells für den Einsatz unbemannter Luftfahrtsysteme in der medizinischen Logistik.
Hierfür wird ein regulärer Flugbetrieb zum Transport von Laborproben aufgebaut, der bestehende Infrastruktur und bereits erteilte Fluggenehmigungen nutzt. Die gewonnenen Betriebsdaten bilden die Grundlage für standardisierte Genehmigungs- und Betriebsprozesse und erleichtern künftig die Einrichtung weiterer Drohnenrouten.
Langfristig sollen die Projektergebnisse dazu beitragen, Transportzeiten zu reduzieren, Versorgungssicherheit zu erhöhen und nachhaltigere Logistiklösungen im Gesundheitswesen zu etablieren. Durch schnellere und zuverlässigere Transporte medizinischer Güter kann die Patientenversorgung verbessert und die Reaktionsfähigkeit des Gesundheitssystems – insbesondere in strukturschwächeren Regionen – gestärkt werden.
Gesellschaftlicher Mehrwert
Eine zuverlässige und schnelle Logistik ist eine zentrale Voraussetzung für eine leistungsfähige Gesundheitsversorgung. Besonders in ländlichen Regionen oder in verkehrlich stark belasteten Gebieten führen lange Transportzeiten medizinischer Proben häufig zu Verzögerungen in Diagnostik und Behandlung. Gleichzeitig steigt der Bedarf an nachhaltigen Transportlösungen, die Ressourcen schonen und Emissionen reduzieren.
Das Projekt MATS leistet hierzu einen wichtigen Beitrag, indem es den Einsatz von Drohnen als ergänzende Transportlösung in der Healthcare-Logistik erprobt und wirtschaftlich bewertet. Durch schnellere, planbare und emissionsarme Transporte können Versorgungssicherheit und Reaktionszeiten verbessert werden. Gleichzeitig schafft das Projekt die Grundlage für neue logistische Strukturen, die langfristig zu einer resilienteren, effizienteren und nachhaltigeren Gesundheitsversorgung beitragen.
Wissenschaftlicher Kontext
Die Forschung zu unbemannten Luftfahrtsystemen (UAS) konzentriert sich bislang überwiegend auf technische Fragestellungen wie Flugsteuerung, Sicherheit und Navigation. Weniger untersucht sind hingegen wirtschaftliche Betriebsmodelle, standardisierte Genehmigungsprozesse und die Integration in bestehende logistische Systeme des Gesundheitswesens.
MATS adressiert diese Forschungslücke, indem es technische, organisatorische und betriebswirtschaftliche Aspekte in einem ganzheitlichen Ansatz verbindet. Durch die Auswertung realer Betriebsdaten aus einem regulären Pilotflugbetrieb werden belastbare Grundlagen für skalierbare Betreiberkonzepte geschaffen. Die gewonnenen Erkenntnisse tragen dazu bei, standardisierte Verfahren für Genehmigung, Betrieb und Integration von Drohnentransporten zu entwickeln und damit den breiteren Einsatz dieser Technologie in der medizinischen Logistik wissenschaftlich und praktisch voranzubringen.

