Resilience & Cooperation: Grenzüberschreitendes Projekt stärkt psychische Gesundheit und Integration von Migranten im bayerisch-tschechischen Grenzraum


Das deutsch-tschechische Interreg-Projekt „Resilience & Cooperation“ (BYCZ10-284) stärkt die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen Institutionen im Bereich Migration, Integration und psychische Gesundheit. Erstmals arbeiten das Regionale Bildungs- und Informationszentrum Tachov (REVIS), die Volkshochschule Weiden-Neustadt und die OTH Amberg-Weiden gemeinsam an einem Projekt. Im Zentrum stehen grenzüberschreitende Fachkonferenzen, Pilotangebote aus Bildung, Therapie und Gemeinschaftsarbeit sowie eine wissenschaftliche Begleitforschung durch das Institute of Psychology & Behavioral Science (IPBS) der OTH-AW. Die Ergebnisse fließen in einen gemeinsamen Sammelband ein, der praxisnahe Empfehlungen für den Umgang mit Migration und psychischer Gesundheit im bayerisch-tschechischen Grenzraum bereitstellt.
Projektsteckbrief: „Resilience and Cooperation“ im Überblick
Projekttitel | Grenzüberschreitende Kooperation in der Resilienz und im Migrationsprozess (Resilience & Cooperation) |
| Projekt-ID | BYCZ10-284 |
| Fördergeber: | Interreg Bayern – Tschechien (kofinanziert von der Europäischen Union) |
| Projektlaufzeit: | 01.01.2026 – 31.12.2028 (36 Monate) |
| Beteiligte Institutionen: |
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| Projektidee & -ziel | Das Projekt konzentriert sich auf die Stärkung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit in den Bereichen psychische Gesundheit, Migration, Bildung und soziale Inklusion. Erstmals verbindet es REVIS Tachov, die vhs Weiden-Neustadt und die OTH-AW und eröffnet damit ein neues Kapitel der Kooperation im bayerisch-tschechischen Grenzraum. Die Hauptaktivitäten sind fünf grenzüberschreitende thematische Konferenzen, pilotartige Bildungs-, therapeutische und gemeinschaftsbezogene Maßnahmen auf beiden Seiten der Grenze, eine regelmäßig tagende Arbeitsgruppe „Psychische Gesundheit und Migration“, eine wissenschaftliche Evaluation durch das IPBS sowie die Veröffentlichung eines gemeinsamen Sammelbandes, der die Ergebnisse zusammenfasst und konkrete methodische Instrumente für die Praxis bereitstellt. Zielgruppen sind die Bevölkerung des Programmgebiets, Lehrkräfte, Arbeitsmarktorganisationen sowie weitere öffentliche und private Institutionen, die in der Prävention psychischer Erkrankungen, im sozialen Bereich, in der Bildung und in der Integration tätig sind. |
Gesellschaftlicher Mehrwert
Grenzüberschreitende Zusammenarbeit für psychische Gesundheit, Integration und sozialen Zusammenhalt
Förderung grenzüberschreitender Zusammenarbeit
Das Projekt verbindet erstmals REVIS Tachov, die vhs Weiden-Neustadt und die OTH-AW in einer gemeinsamen Initiative. Durch gemeinsame Konferenzen, eine bilaterale Arbeitsgruppe und abgestimmte Pilotaktivitäten entsteht ein Netzwerk, das über die Projektlaufzeit hinaus wirken soll.
Unterstützung der psychischen Gesundheit in der Grenzregion
Angesichts wachsender psychischer Belastung durch soziale Unsicherheit, Sprachbarrieren und Einsamkeit entwickelt das Projekt niedrigschwellige, kultursensible Angebote – von Kunsttherapie über Resilienz-Wanderungen bis zu Workshops zur Psychohygiene –, die gemeinsam von tschechischen und bayerischen Partnern konzipiert und erprobt werden.
Verbesserte Integration von Migrantinnen & Migranten
Beide Regionen sind auf ausländische Arbeitskräfte angewiesen und stehen vor ähnlichen Integrationsherausforderungen. Das Projekt bringt bayerische Erfahrung in der sprachlichen und beruflichen Bildung mit tschechischer Praxis in der Beschäftigung von Migrant:innen zusammen und entwickelt daraus übertragbare Lösungsansätze.
Mehrwert für Institutionen, Fachkräfte und den Arbeitsmarkt
Lehrkräfte, Sozialdienste, Arbeitsmarktorganisationen sowie öffentliche und private Institutionen erhalten durch Konferenzen, die Arbeitsgruppe und Pilotformate neue Werkzeuge für den Umgang mit interkultureller Vielfalt, Burnout-Prävention und psychischer Belastung – und bauen dabei tragfähige grenzüberschreitende Kontakte auf.
Nachhaltige Vernetzung über die Projektlaufzeit hinaus
Der gemeinsam erarbeitete Sammelband macht Projektergebnisse, methodische Instrumente und ein mehrsprachiges Glossar digital und gedruckt dauerhaft zugänglich und sichert so die Nachhaltigkeit der Zusammenarbeit über 2028 hinaus.
Wissenschaftlicher Kontext
Wissenschaftliche Begleitforschung zu Resilienz, Migration und psychischer Gesundheit
Fachliche Ausrichtung
Das Projekt ist im Themenfeld Migration, Integration und psychische Gesundheit im bayerisch-tschechischen Grenzraum verortet. Im Mittelpunkt stehen die Analyse psychischer Belastungen, sozialer Unterstützungsstrukturen sowie die Wirksamkeit präventiver, gemeinschaftsbasierter Interventionen.
Wissenschaftliche Begleitforschung durch das IPBS
Das Institute of Psychology & Behavioral Science (IPBS) der OTH-AW verantwortet die längsschnittliche Primärdatenerhebung bei Teilnehmenden der Pilotaktivitäten auf beiden Seiten der Grenze. Formativ und summativ ausgewertet werden zeitliche Dynamiken psychischer Belastung sowie deren Wechselwirkung mit den durchgeführten Interventionen – mittels quantitativer und qualitativer Methoden.
Grenzüberschreitende Perspektive
Das Forschungsprojekt führt bayerische und tschechische Perspektiven auf Migration und psychische Gesundheit zusammen und berücksichtigt dabei unterschiedliche institutionelle, sprachliche und kulturelle Rahmenbedingungen beider Regionen.
Erkenntnisgewinn durch Evaluation der Pilotaktivitäten
Zwölf Pilotinterventionen – von Kunsttherapie über biografische Gesprächskreise bis zu Resilienz-Wanderungen – werden wissenschaftlich begleitet, ausgewertet und in einem gemeinsamen Sammelband dokumentiert. Die aggregierten und anonymisierten Ergebnisse werden zudem in wissenschaftlichen Open-Access-Veröffentlichungen verbreitet.
Interdisziplinärer Ansatz
Das Projekt verbindet Organisations- und Sozialpsychologie, empirische Sozialforschung, Erwachsenenbildung und Gemeinwesenarbeit zu einem ganzheitlichen Verständnis von Resilienz und Integration im Grenzraum.
Europäische und regionale Relevanz
„Resilience & Cooperation“ leistet einen Beitrag zur Umsetzung der Interreg-Priorität „Bessere Interreg Governance“ und stärkt die institutionelle Zusammenarbeit zwischen öffentlichen Verwaltungsstellen, Zivilgesellschaft und Bildungseinrichtungen im bayerisch-tschechischen Programmgebiet.


