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Exoskelett-Zukunft greifbar: B900 noch vor Serienstart für die SAPbased Smart Factory

Exoskelett B900 in Aktion: es bleiben beide Hände frei für das Bearbeiten oder Festhalten eines Bauteils oder einer Kiste
Exoskelett B900 in Aktion: es bleiben beide Hände frei für das Bearbeiten oder Festhalten eines Bauteils oder einer Kiste

Die SAPbased Smart Factory der OTH Amberg-Weiden wächst weiter – und zwar nicht nur digital, sondern ganz konkret am Menschen. Mit der Übergabe eines aktiven Exoskeletts des Typs B900 von exoIQ hält eine zukunftsweisende Technologie Einzug in Lehre und Forschung, die dort ansetzt, wo industrielle Arbeit bis heute körperlich anspruchsvoll bleibt.

Exoskelett B900 in Aktion: es bleiben beide Hände frei für das Bearbeiten oder Festhalten eines Bauteils oder einer Kiste
Exoskelett B900 in Aktion: es bleiben beide Hände frei für das Bearbeiten oder Festhalten eines Bauteils oder einer Kiste

Übergeben wurde einer der ersten Prototypen dieser neuen Produktreihe, die erst im November 2025 als Messeneuheit vorgestellt wurde, durch Marco Heidelberger, Sales Manager Südostdeutschland bei exoIQ. Entgegengenommen wurde das System von Prof. Dr.-Ing. Günter Kummetsteiner (Laborleiter), Herrn Christoph Hammer (Laboringenieur) sowie Herrn Paul Schmidt (Masterstudent Medizintechnik im zugehörigem Praxisprojekt), stellvertretend für die SAPbased Smart Factory am Standort Weiden.

Exoskelett ist kein Roboter

Ein aktives Exoskelett wie das B900 verfolgt einen klar anderen Ansatz als klassische Automatisierung: Es ersetzt den Menschen nicht, sondern schützt und unterstützt ihn. Statt Arbeit vollständig zu übernehmen, federt das System gezielt Belastungsspitzen ab – dieses Modell insbesondere im Rückenbereich. Damit ist es eher als persönliche Schutzausrüstung zu verstehen denn als Erweiterung der menschlichen Fähigkeiten.

Konkret kann das B900 bis zu 30 Kilogramm Last aus dem Oberkörperbereich aufnehmen und diese intelligent auf Hüfte und Oberschenkel umleiten. Der Rücken wird entlastet, ohne die Bewegungsfreiheit einzuschränken.

Fokus Logistik und produzierende Unternehmen

Der Projektschwerpunkt der SAPbased Smart Factory liegt klar auf Logistik- und Produktionsprozessen. Also genau dort, wo körperlich fordernde Tätigkeiten regelmäßig auftreten: beim Rüsten von Anlagen, beim Heben, Absenken oder Umsetzen von Bauteilen. Dabei ist das Exoskelett kein Ersatz für Industrieroboter, die repetitive Aufgaben rund um die Uhr erledigen, und ebenso wenig für kurze, spontane Belastungen. Sein Mehrwert liegt in wiederkehrenden manuellen Tätigkeiten, bei denen Mitarbeitende dauerhaft über mehrere Stunden hinweg entlastet werden sollen.

Anpassbar, körpernah und intuitiv

Das B900 bietet verschiedene Unterstützungsstufen – von leichter Entlastung bis zur maximalen Unterstützung – sowie einstellbare Bewegungsmuster, etwa:

  • Unterstützung beim Beugen nach unten,
  • beim Aufrichten in den Stand, 
  • oder verschiedene Kombinationen daraus.

Eine automatische Geh-Erkennung sorgt dafür, dass sich das Exoskelett beim Gehen unauffällig verhält. Man arbeitet mit dem System, nicht dagegen. Mehrere freie Drehachsen ermöglichen eine sehr natürliche Bewegung. Auch das Anlegen ist nach wenigen Versuchen schnell erledigt: Über verschiedene Einstellmöglichkeiten lässt sich das Exoskelett an nahezu alle Körperdimensionen anpassen, für Frauen und Männer gleichermaßen, bei Körpergrößen von 165 bis 200 cm.

Technik erleben, nicht nur erklären

In der SAPbased Smart Factory soll das Exoskelett künftig live erlebbar sein, für Studierende ebenso wie für Besucherinnen und Besucher. Geplant sind kleine Parcours, die nicht nur die Möglichkeiten, sondern auch die Grenzen dieser Technologie realistisch aufzeigen.

So wird das Exoskelett B900 nicht ein Ausstellungsstück, sondern ein aktives Lern- und Demonstrationsobjekt, das zeigt, wie moderne Technik den Menschen in der Industrie unterstützen kann – ergonomisch, praxisnah und zukunftsorientiert. Ein weiterer Schritt, mit dem die OTH Amberg-Weiden ihre Rolle als Brücke zwischen Lehre, anwendungsorientierter Forschung und realer industrieller Anwendung unterstreicht.

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