Pressemeldungen
Duales Studium: Doppelt lernen, doppelt gewinnen
Montagmorgen, 8 Uhr: Während der Campus in den Semesterferien recht verschlafen daliegt, haben einige Studierende viel vor und verbringen diese Wochen in einem Unternehmen. Anstatt auszuschlafen oder Urlaub zu machen, sammeln sie Erfahrungen, die weit über das hinausgehen, was in einem Lehrbuch steht. Sie studieren dual. Auch wenn es auf den ersten Blick wenig verlockend klingt, in den Semesterferien zu arbeiten, würden sie sich alle wieder dafür entscheiden (Bayerische Absolventenstudie 2024). Und immer mehr folgen ihrem Beispiel.
Laut „hochschule dual“ ist die Zahl der dual Studierenden so hoch wie seit zehn Jahren nicht mehr. Im Wintersemester 2025/26 studierten bayernweit 9.914 junge Menschen in diesem Modell. Das ist ein Anstieg um 7,2 % im Vergleich zum Vorjahr. Bayerns Wissenschaftsminister Markus Blume zeigt sich gegenüber „hochschule dual“ erfreut über die Entwicklung: „Das Duale Studium ist Bayerns Erfolgsmodell für Fachkräfte, Innovation und Zukunft. Dass inzwischen fast 10.000 junge Menschen in Bayern dual studieren und die Zahlen erneut deutlich steigen, zeigt: Praxisnähe, klare Perspektiven und starke Partnerschaften überzeugen.“
Spitzenreiter im dualen Studium
Besonders erfreulich ist der Zuwachs trotz fehlendem Abiturjahrgang und leicht gesunkenen Gesamtstudierendenzahlen in Bayern. Noch erfreulicher: Die OTH Amberg-Weiden liegt bei diesem Thema bayernweit an der Spitze. Mit 12 % hat die Hochschule mit dem höchsten Anteil an dualen Studierenden.
„Unsere Stärke liegt im engen Netzwerk und in der persönlichen Betreuung“, erklärt Manuela Schneider von OTH Professional, Verantwortliche für das duale Studium an der OTH Amberg-Weiden. „Wir kennen unsere Partnerunternehmen und unsere Studierenden. Dadurch können wir passgenaue Wege ermöglichen und ideal auf die Bedürfnisse beide Seiten eingehen.“
Mit Erfolg: Über 70 % der dualen Absolventinnen und Absolventen zeigen sich mit der organisatorischen Betreuung durch den Praxispartner und OTH Professional zufrieden (Bayerische Absolventenstudie 2024).
Zwei Wege, ein Ziel
Wer sich für ein duales Bachelorstudium entscheidet, kann zwischen zwei Modellen wählen. Im Studium mit vertiefter Praxis wird das reguläre Hochschulstudium mit intensiven, auf die Studieninhalte abgestimmten Praxisphasen beim Partnerunternehmen kombiniert.
Das Verbundstudium geht noch einen Schritt weiter: In neun Semestern erwerben Studierende sowohl einen Berufsabschluss als auch einen Hochschulabschluss. Nachdem dieses Modell in den vergangenen Jahren rückläufig war, verzeichnet es im Wintersemester 2025/26 mit einem Wachstum von 12,6 % wieder einen deutlichen Aufschwung und wächst damit stärker als das Studium ohne Ausbildung. Ein Signal dafür, dass die Verbindung von Ausbildung und Studium wieder verstärkt nachgefragt wird.
Theorie und Praxis verzahnen
Für die Studierenden bedeutet dual zu studieren, dass sie das Gelernte gleich in der Praxis anwenden können und umgekehrt mit Erfahrungen aus den Unternehmen in die Vorlesungen kommen. Laut Bayerischer Absolventenstudie 2024 gefällt das 73,3 % der dual Studierenden besonders gut. Deswegen schrauben sie in ihren Semesterferien an Motoren, lernen den alltäglichen Umgang mit Patientinnen und Patienten, löten Platinen für Montagereihen, bilanzieren mit realen Unternehmenszahlen oder führen echte Kundengespräche.
An der OTH Amberg-Weiden sind rund 60 % der dual Studierenden in Technik und IT eingeschrieben, weitere 25 % im Bereich Gesundheit und Soziales. Insgesamt kooperiert die Hochschule mit 160 Praxispartnern aus Unternehmen, Behörden und sozialen Einrichtungen.
Starkes Plus für den Berufseinstieg
„Das duale Studium ist für viele junge Menschen der ideale Einstieg ins Berufsleben“, sagt Schneider. „Sie übernehmen von Beginn an Verantwortung im Unternehmen und verknüpfen wissenschaftliches Know-how mit konkreter Anwendung. Diese Kombination macht sie zu gefragten Nachwuchskräften.“
Das zeigt auch die Bayerische Absolventenstudie: Über die Hälfte der Befragten wurde nach dem Abschluss vom Praxispartner übernommen. 85,7 % sind davon überzeugt, dass ihnen das duale Studium den Berufseinstieg erleichtert hat.
Auch Wissenschaftsminister Blume betont, „wer im Hörsaal lernt und im Betrieb Verantwortung übernimmt, bekommt das Beste aus beiden Welten. So stärken wir den Wirtschaftsstandort, sichern die Zukunftschancen junger Menschen und machen Bayern fit für den Arbeitsmarkt von morgen.“
Und wenn um 18 Uhr im Unternehmen oder am Campus Feierabend ist und ein freier Abend vor ihnen liegt, dann wissen die dual Studierenden nicht nur, dass sie optimal auf ihre Zukunft vorbereitet sind, sondern auch, dass sie trotz doppelter Aufgaben immer noch Zeit haben das, Studentenleben zu genießen.
