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HORSCH wird neuer Innovativer LernOrt der OTH Amberg-Weiden
Ein Blick in die Produktionshalle: Maschinen surren, Bauteile werden montiert, Mitarbeitende greifen routiniert zu ihren Werkzeugen. Mitten im Geschehen stehen Studierende der OTH Amberg-Weiden, Notizblock in der Hand, im Gespräch mit den Fachkräften vor Ort. Es geht nicht um Theorie, sondern um ganz konkrete Fragen: Wie lässt sich ein Arbeitsschritt ergonomischer gestalten? Wie kann ein Prozess effizienter werden, ohne die Qualität zu beeinträchtigen? Und wie kann bei der Personalentwicklung unterstützt werden?
Genau solche Szenen sollen künftig noch stärker Teil des Studiums werden. Mit der HORSCH Maschinen SE & Co. KG in Schwandorf gewinnt die OTH Amberg-Weiden einen neuen Innovativen LernOrt (ILO). Vertreter der OTH Amberg-Weiden und von HORSCH unterzeichneten am 17. März 2026 vor Ort die ILO-Kooperationsvereinbarung. Hochschulpräsident Prof. Dr. Clemens Bulitta freut sich über die Zusammenarbeit, die „eine weitere Brücke zwischen Hörsaal und Praxis schafft.“
Ein starker Partner für praxisnahe Lehre
Ein Innovativer LernOrt ist ein realer Praxisraum außerhalb der Hochschule, in dem Studierende direkt im Unternehmen lernen, arbeiten und forschen können. Hier treffen Theorie und Anwendung unmittelbar aufeinander: Lehrveranstaltungen, Projekte und fachlicher Austausch finden nicht nur im Hörsaal, sondern auch im Umfeld des ILO-Partners statt. Studierende, Lehrende und der Innovative LernOrt aus dem privaten oder auch öffentlichen Bereich arbeiten gemeinsam an konkreten Fragestellungen, praxisnah, interdisziplinär und auf Augenhöhe.
Und das zukünftig auch bei HORSCH. Die Firma zählt zu den international führenden Unternehmen im Bereich moderner Landtechnik. Mit Hauptsitz in Schwandorf, mehr als 3.500 Mitarbeitenden weltweit und Aktivitäten in über 60 Ländern steht das Unternehmen für Innovation, Qualität und nachhaltige Lösungen in der Land- und Forstwirtschaft. Von der Bodenbearbeitung über die Aussaat bis zum Pflanzenschutz entwickelt HORSCH Technologien, die weltweit im Einsatz sind.
Praxisprojekt statt Planspiel
Für Studierende bedeuten Einblicke in ein solches Unternehmen eine wertvolle Ergänzung zu Vorlesungen und Projekten an der Hochschule. „Ziel ist es, Studierenden nicht nur Wissen zu vermitteln, sondern sie frühzeitig mit realen Herausforderungen vertraut zu machen und aktiv in Innovationsprozesse einzubinden“, so Hanna Gallitzendörfer, ILO-Projektleiterin an der Hochschule.
Wie wertvoll das ist, zeigte sich bereits im vergangenen Wintersemester: Studierende des Studiengangs Wirtschaftsingenieurwesen arbeiteten im Rahmen einer Vorlesung von Prof. Ulrich Müller direkt mit HORSCH zusammen. Ihre Aufgabe: den Produktionsprozess eines konkreten Bauteils zu analysieren und zu optimieren.
Dafür blieb es nicht bei theoretischen Überlegungen. Die Studierenden waren vor Ort im Unternehmen, sprachen mit Mitarbeitenden, beobachteten Arbeitsabläufe und entwickelten eigene Verbesserungsvorschläge. Sie prüften beispielsweise, wie eine Montagefläche angepasst werden könnte, um körperliche Belastungen zu reduzieren, oder ob alternative Werkzeuge die Arbeit erleichtern.
Solche Projekte machen den Unterschied: Statt in einem idealisierten Szenario zu arbeiten, setzen sich die Studierenden mit realen Bedingungen auseinander, etwa mit Zeitdruck, Budgetgrenzen und den Anforderungen des Arbeitsalltags. Das schärft nicht nur ihr fachliches Verständnis, sondern auch ihre Problemlösungskompetenz.
Gemeinsam an der Zukunft schrauben
Doch die Zusammenarbeit geht dabei über einzelne Projekte hinaus. Geplant sind gemeinsame Aktivitäten in Bereichen wie Prozessoptimierung, Digitalisierung, nachhaltige Ressourcennutzung oder der Einsatz moderner Technologien wie Sensorik und KI.
„Gerade vor dem Hintergrund des zunehmenden Fachkräftemangels in der Oberpfalz und demografischem Wandel in ländlichen Räumen sind Kooperation im Rahmen der ILO-Strategie der OTH Amberg-Weiden ein wichtiges Signal“, so Vizepräsident Prof. Dr. Wolfgang Weber. Sie stärkt die Vernetzung in der Region, schafft praxisnahe Lernmöglichkeiten und knüpft Kontakte zwischen potenziellen späteren Arbeitgebern beziehungsweise Mitarbeitenden. Oder, um es mit einem Bild aus der Produktion zu sagen: Hier wird nicht nur an Maschinen geschraubt, sondern an der Zukunft.



