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Hackathon „Rural Health“: Innovative Gesundheitslösungen für die Region

| Hochschulkommunikation, Fakultät Wirtschaftsingenieurwesen, Medizintechnik

Intellektuelle Herausforderungen kann man auch sportlich angehen. So wie einen Marathon, nur halt im Kopf. Das wäre dann ein Hackathon – und so einer fand vom 4. bis 6. Mai an der OTH in Weiden statt. Über 100 Menschen entwickelten 48 Stunden innovative Ideen und Konzepte zum Thema „Rural Health“, Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum. Also auf die Plätze, fertig…

Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer: Die Arbeitsgruppen in grünen, die HelferInnen in blauen Shirts (Fotoquelle: Siegfried Bühner)

Los ging’s am Freitag, gegen 17 Uhr: Andreas Meier, Landrat Neustadt an der Waldnaab, begrüßte die TeilnehmerInnen und Gäste. Der bayerische Finanzminister Albert Füracker hob in seiner Rede die Bedeutung interdisziplinärem Denkens für Innovationen im Gesundheitswesen hervor und lobte den Ansatz, Konzepte in der Region zu entwickeln. Das Bayerische Staatsministerium der Finanzen hat die Veranstaltung mit rund 45.000 Euro gefördert – in seinen Augen gut angelegtes Geld.

An den Start: Challenges und Teams

Ein Hackathon ist etwas Besonderes: Menschen aus der Region beschäftigen sich mit Herausforderungen in der Region. So finden die HackathonistenInnen praxisnahe Lösungen, die den Menschen vor Ort auf den Nägeln brennen, und denken nicht an der Wirklichkeit vorbei. Jeder kann mitmachen, mitgestalten und sich einbringen – an der OTH in Weiden beteiligten sich u.a. Studierende der Medizintechnik sowie Fachkräfte aus dem Gesundheitswesen oder der Gesundheitswirtschaft.

Die Spielregeln waren einfach: Die TeilnehmerInnen beschäftigten sich drei Tage lang mit aktuellen Herausforderungen der ländlichen Gesundheitsversorgung. In elf Teams gingen sie die verschiedenen Aufgaben (Challenges) an, zum Beispiel „Soziale Kontakte im Alter“, „Essen zuhause 4.0“ oder „Wie aktiviere ich Bürger?“.

Der lange Lauf zum Ziel

Die elf Teams arbeiteten Tag und Nacht. Unterstützung erhielten sie von erfahrenen Coaches aus den Bereichen Gesundheitswesen, Finanzwirtschaft, Industrie und Existenzgründung. Ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm mit renommierten ReferentenInnen lieferte Inspirationen – kurzzeitigen Ermüdungserscheinungen kam man mit Kaffee und Energiedrinks bei. Kein Wunder , dass die TeilnehmerInnen mit guten Ergebnissen auf die Zielgerade einbiegen konnten…

Ab aufs Siegertreppchen

Sonntagnachmittag stellten die Teams in einer öffentlichen Veranstaltung ihre Ergebnisse vor – dafür hatten sie nur vier Minuten Zeit. Die besten Vorschläge wurden in mehreren Kategorien prämiert. Der Preis für die innovativste Idee und der Publikumspreis gingen an das Konzept „Munchkin“ – ein Projekt, das Menschen nach ihrem Aufenthalt in einer Klinik für psychische Erkrankungen vor einem Rückfall bewahren soll. Dafür soll aus einer umfangreichen Sammlung an Patientendaten mittels künstlicher Intelligenz eine virtuelle Therapie erstellt werden. Rund zwei Milliarden an Gesundheitskosten ließen sich dadurch einsparen. Besonders erfreulich: Im Gewinnerteam waren auch Medizintechnik-Studenten der Hochschule.

Weitere Preise gab es für...

  • die beste Geschäftsidee: Innovatives Dokumentationssystem in der Pflege
  • den größten Patientennutzen: Konzept zur Optimierung der ambulanten Wundversorgung

Diese Ideen und Konzepte könnten jetzt der Anfang von etwas wirklich Großem werden: Denn aus ihnen lässt sich ein Geschäftsmodell, aus dem Geschäftsmodell ein Start-up, und aus dem Start-up eine Zukunft machen.

Den Hackathon führte der Landkreis Neustadt an der Waldnaab mit Beteiligung des Landkreises Tirschenreuth und der Stadt Weiden an der Hochschule in Weiden durch. Die OTH Amberg-Weiden und der Gesundheits- und Medizintechnik-Campus Oberpfalz an der OTH Amberg-Weiden waren Mitveranstalter. Tobias Gantner von „Healthcare Futurists“ leitete den Hackathon.

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