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Zum Thema Europa gibt es momentan viel zu sagen. Das zeigte auch die Podiumsdiskussion, zu der die OTH Amberg-Weiden den früheren tschechischen Kulturminister Daniel Herman und Matthias Riedl, Professor an der Central European University (CEU) in Budapest, eingeladen hatte. „Wir wollen Fragen diskutieren, die die Menschen, vor allem die jungen, bewegen“, begrüßte die Präsidentin Prof. D.r Andrea Klug die Gäste.

Daniel Herman, tschechischer Kulturminister a.D., und Matthias Riedl, Professor an der Central European University

Gäste und VeranstalterInnen der Podiumsdiskussion

Das Europagespräch hatten das neue Kompetenzzentrum Bayern – Mittel-Osteuropa und die Fakultät für Betriebswirtschaft organisiert. Gekommen war ein bunt gemischtes Publikum – Interessierte aus der Öffentlichkeit, VertreterInnen der Stadt Weiden und der Kooperationspartner, der Volkshochschule Weiden-Neustadt und dem Centrum Bavaria Bohmia (CeBB) in Schönsee, Studierende der OTH Amberg-Weiden sowie von den tschechischen Hochschulen Pardubice und Pilsen. Diese hatten sich bereits am Vormittag im Rahmen einer Exkursion an die OTH Amberg-Weiden mit EU- und Europathemen beschäftigt, eigene Botschaften formuliert und medial umgesetzt.

„Wir gehören zusammen – trotz vieler Bedrohungen und Herausforderungen“, sprach sich Daniel Herman als überzeugter Europäer aus. Der ehemalige Minister und laisierte Priester betonte die historischen Verbindungen und die Rolle der Religion für die kulturelle Identität Europas. Im Gegensatz dazu lenkte Matthias Riedl, der aus der Oberpfalz stammt, die Diskussion auf die aktuellen Probleme des Staatenverbundes. „Die Dauerkrise, die wir erleben, hat viele Gründe und Aspekte. Das Hauptproblem liegt aber nicht in der Brüssler Bürokratie, sondern bei den einzelnen Nationalstaaten“, so der Leiter des Zentrums für Religionsstudien der CEU, der seit zwölf Jahren in Ungarn lebt und lehrt. Europa müsse gestärkt und wieder handlungsfähig gemacht werden. Ein Verzicht auf das Einstimmigkeitsprinzip in Handels- und Außenpolitik, Englisch als einzige Amtssprache und mehr Wissen über die Nachbarländer nannte Riedl als Lösungsmöglichkeiten. „Es wird zu viel kritisiert und zu wenig geschätzt, was die EU ermöglicht hat.“ Die Renovierung historischer Innenstädte oder das Erasmus-Programm, das Tausenden Studierenden Auslandserfahrung ermöglicht, seien nur einige Beispiele.

„Wir sollten nicht darüber diskutieren, was uns trennt, sondern darüber, was uns eint“, sagte Prof. Dr. Bernt Mayer, der als Dekan der Fakultät für Betriebswirtschaft die Diskussionsrunde moderierte. Gerade junge Menschen seien auf der Suche und benötigten Orientierung. „Da sollten die Kirchen eine größere Rolle spielen“, so Mayer. Nach einigen Beiträgen aus dem Publikum fasste Daniel Herman treffend zusammen: „Ich glaube, es gibt keine Alternative zu Europa. Aber wir brauchen den Dialog. Wir müssen gemeinsam diskutieren, wie wir das Projekt der europäischen Einigung verbessern können.“

Die Veranstaltung wurde aus Mitteln der Euregio Egrensis aus dem Programm Ziel ETZ Freistaat Bayern – Tschechische Republik 2014-2020 gefördert.

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