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GründerWerkstatt: Strategie & Geschäftsmodelle

Stefan Uebelacker
Unternehmer Dr. Stefan Uebelacker sprach über seine Gründererfahrung.

Die erste GründerWerkstatt des Campus Kemnath der OTH Amberg-Weiden im Coworking Kemnath war der Auftakt einer neuen Veranstaltungsreihe – und zugleich ein starkes Signal dafür, wie viel Gründungsgeist im ländlichen Raum steckt. Zahlreiche Interessierte kamen zusammen, um Ideen zu teilen, Fragen zu stellen und voneinander zu lernen. Ganz ohne Frontalunterricht – stattdessen mit echten Impulsen, offenem Austausch und einer Atmosphäre, in der man auch unfertige Gedanken aussprechen durfte.

Stefan Uebelacker
Unternehmer Dr. Stefan Uebelacker sprach über seine Gründererfahrung.

Zur Begrüßung machte die operative Leitung des Campus Kemnath Andrea Schild-Janker deutlich, warum genau hier der richtige Ort dafür ist: Gerade im ländlichen Raum ist es wichtig, Gründungen zu fördern. Die OTH Amberg-Weiden hat für den Campus Kemnath dafür eine Reihe an Formaten entwickelt und bietet dadurch viele verschiedene Möglichkeiten: von Netzwerkveranstaltungen, über die dynamisierten Gründungsberatungsangebote bis hin zum Masterstudiengang „Business Innovation and Entrepreneurship“. Wie auch durch die hohe Teilnehmerzahl bei der GründerWerkstatt heute zu sehen ist, fallen diese Samen auf fruchtbaren Boden.

Den fachlichen Vortrag des Tages lieferte Dr. Stefan Uebelacker – Unternehmer und jemand, der Gründung nicht nur theoretisch, sondern vor allem praktisch kennt. Gleich zu Beginn sprach er eine unbequeme Wahrheit aus: Zwei Drittel aller Gründungen sind nach fünf Jahren nicht mehr am Markt. Auch wenn die Zahlen im ländlichen Raum etwas besser seien, sei das kein Selbstläufer. Gründen bedeute Höhen, aber auch Phasen, in denen es nach unten gehe. Wer das akzeptiere, könne sich besser darauf vorbereiten.

Besonders eindrücklich war sein Bild vom Geschäftsmodell als Baum. Die Wurzeln stehen für die stabile Grundlage, der Stamm für den Kern der Idee, die Äste für Weiterentwicklungen und die Blätter für Anpassungen an Marktveränderungen. „Das Geschäftsmodell ist für mich wie ein großer Baum“, so Dr. Stefan Uebelacker. Und ein Baum stehe selten allein – auch Gründen sei kein Einzelsport. Entscheidend sei dabei immer die Grundfrage: „Was mache ich denn generell?“

Konkrete Werkzeuge kamen ebenfalls nicht zu kurz. Der Business Model Canvas und der Lean Canvas zeigten, wie sich Ideen strukturiert und praxisnah durchdenken lassen – entweder vom eigenen Angebot aus oder bewusst vom Problem der Kundinnen und Kunden her. Gerade Letzteres sei oft der entscheidende Punkt.

Beim Blick auf bekannte Geschäftsmodellmuster warb der Referent für Gelassenheit und Pragmatismus. Ob No-Frills-Modelle, Razor-&-Blade-Prinzip oder spezialisierte Nischen: Vieles sei bereits erfolgreich vorgedacht. „Nische kann auch spannend sein“, betonte er – und oft wirtschaftlich sehr attraktiv. Die klare Empfehlung des Abends: lieber gut kopieren als selbst schlecht neu erfinden.
Auch über Fehler sprach Dr. Stefan Uebelacker offen: über verpasste Chancen, gescheiterte Präsentationen und verlorene Kunden. Nicht als Abschreckung, sondern als Einladung. Fehler seien Feedback. Entscheidend sei, beweglich zu bleiben und früh zu lernen.
Am Ende blieb eine einfache, aber eindringliche Botschaft hängen: „Einfach mal machen.“ Nicht warten, bis alles perfekt ist. Nicht warten auf den richtigen Moment. Sondern anfangen – denn kein Konzept ersetzt das Feedback des echten Marktes.
Das Feedback der Teilnehmenden war durchaus positiv und zeigt, dass das Format erfolgreich ist.

Teilnehmende sitzen im Coworking Kemnath
GründerWerkstatt des Campus Kemnath im Coworking Kemnath.
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