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Generative KI für die SPS-Codeerzeugung: Praxisnahe Lösungen für regionale Industrie
Wie können regionale Industrieunternehmen mit generativer KI bis zu 80 % der SPS‑Codeerstellung automatisieren – und trotzdem Sicherheit, Qualität und Know‑how innerhalb der eigenen Systeme behalten? Die OTH Amberg‑Weiden und das Innovations‑ und Kompetenzzentrum KI (IKKI) zeigen praxisnahe Lösungen, die genau auf die Anforderungen der Automatisierungstechnik zugeschnitten sind und Unternehmen helfen, Fachkräftemangel, Kosten‑ und Zeitdruck entscheidend zu entlasten.
Die Wirtschaftsförderung Amberg und das Innovations- und Kompetenzzentrum Künstliche Intelligenz (IKKI) der OTH Amberg-Weiden hatten in der vergangenen Woche zu einer Fachveranstaltung mit dem Titel „Generative KI für die SPS-Codeerzeugung“ nach Amberg eingeladen. Zielgruppe waren regionale Unternehmen ebenso wie international agierende Industrieakteure aus Softwareentwicklung, Maschinenbau und Automatisierungstechnik.
Der große Zuspruch zeigte deutlich: Das Thema trifft einen Nerv.
Warum klassische KI bei SPS an Grenzen stößt
Generative KI-Systeme sind heute in der Lage, Texte zu formulieren, Bilder zu erzeugen oder Code in vielen Hochsprachen zu schreiben. In der industriellen Automatisierung – insbesondere bei der SPS-Programmierung – liefern gängige KI-Modelle jedoch bislang kaum praxistaugliche Ergebnisse. Genau hier setzt das IKKI an.
Maßgeschneiderte KI statt generischer Lösungen
Die KI-Experten der Fakultät Elektrotechnik, Medien und Informatik stellten den Teilnehmenden ein Konzept vor, das gezielt auf die Anforderungen der Industrie zugeschnitten ist:
Eine unternehmens- bzw. regionalspezifische KI-Plattform, die mit realen Daten, Richtlinien und Entwicklungsstandards der beteiligten Firmen angelernt wird.
Der daraus generierte SPS-Code orientiert sich nicht nur an formalen Programmiervorgaben, sondern an unternehmensspezifischen, etablierten Entwicklungsprozessen, bewährten Strukturen und branchenspezifischem Know-how.
Ein weiterer zentraler Aspekt: Die Lösung ist als lokal betriebene KI denkbar. Sensible Unternehmensdaten, Konstruktionsdetails oder Prozesswissen verbleiben vollständig im eigenen System. Damit entfallen Risiken für vertrauliche Informationen, die bei cloudbasierten Angeboten häufig bestehen. Stattdessen entsteht eine nachhaltige, eigenständige Lösung.
Effizienz steigern, Qualität sichern
In den Gesprächen wurde deutlich, dass viele Unternehmen mit ähnlichen Herausforderungen konfrontiert sind:
- steigender Kosten- und Zeitdruck
- Fachkräftemangel
- hohe Anforderungen an Produkt- und Codequalität
- begrenzte Einsatzmöglichkeiten heutiger Standard-KI
Einigkeit herrschte jedoch auch in einem weiteren Punkt: Mensch und Maschine werden künftig gemeinsam entwickeln. Die Erwartung vieler Teilnehmender: Eine KI kann einen Großteil der Vorarbeit übernehmen – etwa 70 bis 80 Prozent der Codebasis –, während erfahrene Fachkräfte Feinschliff, Validierung und Tests durchführen. Das entlastet Entwicklerteams spürbar, ohne Qualitätsverluste zu riskieren.
Regionale Kooperation als Zukunftsmodell
Ziel ist ein optimiertes KI-Modell, das spezifisch für SPS-Anwendungen entwickelt, trainiert und kontinuierlich verbessert wird.
„Das ist auch einer unserer Aufträge: die regionalen Unternehmen mit Fachkräften, Forschung und Wissen zu unterstützen“, betonten Prof. Dr. Christian Bergler, Professor für Deep Learning, und Prof. Dr.-Ing. Ulrich Schäfer, Leiter des Innovations- und Kompetenzzentrums KI der OTH Amberg-Weiden.
Fazit
Die Veranstaltung machte deutlich: Generative KI in der Automatisierung ist kein Zukunftsthema mehr, sondern eine aktuelle strategische Frage. Standardlösungen reichen dafür nicht aus. Gefragt sind maßgeschneiderte, sichere und praxisnahe KI-Ansätze, die industrielle Realität verstehen.
Die OTH Amberg-Weiden positioniert sich dabei als Brücke zwischen Forschung und Anwendung – und als Partner für Unternehmen, die den nächsten Schritt in Richtung intelligenter, effizienter und wettbewerbsfähiger Automatisierung gehen wollen.
Mehr Informationen zum Innovations- und Kompetenzzentrum Künstliche Intelligenz (IKKI)


