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"Ich sage nur ein Wort. Nur ein einziges Wort: Plastik!"

rät ein väterlicher Freund dem leicht verwirrten Ben zu Beginn des berühmten Films „Die Reifeprüfung“ aus dem Jahr 1968 und meint damit, er solle doch seine Zukunft diesem künstlichen und bunten Material anvertrauen.

Bereits damals waren Kunststoffe aus dem täglichen Leben nicht mehr weg zudenken. Nylonstrümpfe, Tupper (TM) Dosen und Kunststoffzahnbürsten waren seit Wirtschafts-wunderzeiten in jedem Haushalt anzutreffen. Es war die Zeit der seligen Fortschrittsgläubigkeit, in der man den Kunststoffen alles zutraute, die Zeit der Nylonhemden und der Resopalmöbel, die mit der Energiekrise in den siebziger Jahren ein jähes Ende fand.


In den achtziger Jahren als Umweltgift verteufelt, können die Kunststoffe erst heute ihre wirklichen Qualitäten ausspielen. Ein hervorragendes Verhältnis von Festigkeit zu Dichte erlaubt die Anwendung in Bereichen, die bis vor kurzem den Metallen oder Gläsern vorbehalten waren. Mittels des Spritzgießverfahrens können komplexe Formteile, durch Extrusion Endlosprofile mit komplizieren Raumformen hergestellt werden.

Während noch Anfang der neunziger Jahre die Streuscheiben von Automobilen aus Glas gefertigt wurden, bestehen sie heute aus Polycarbonat. Durch diese Werkstoffsubstitution konnte nicht nur Gewicht gespart werden, es sind auch komplexe Raumformen möglich, die in Glas nicht oder nur schwer herstellbar wären.

Moderne temperaturfeste Legierungen aus Kunststoffen erlauben die Herstellung von Kotflügeln, die zusammen mit der Karosserie lackiert werden können und optisch nicht von den Metalloberflächen zu unterscheiden sind.
Ob Windkraftanlage oder energieeffizientes Auto, ob künstliches Herz oder Funktionsbekleidung, ohne moderne Kunststoffe wären sie nicht möglich.

Die Kunststoffbranche ist heute einer der Wachstumsmärkte in Deutschland. Mit rund 3750 Betrieben und 380.000 Mitarbeitern erwirtschaftete sie 2009 einen Umsatz von 72 Mrd. Euro (Quelle www.plasticseurope.org). Trotz der aktuell stürmischen Zeiten, die vor allem die Zulieferer von Kunststoffteilen an die Automobilindustrie hart getroffen hat, melden andere Bereiche der Kunststoffindustrie gute bis sehr gute Geschäfte. Diese Vielseitigkeit ist die Stärke der Kunststofftechnik.

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Lehrgebiet(e): Kunststofftechnik, Werkstofftechnik
Forschungsgebiet(e):

Kunststoffverarbeitung, Kunststoffprüfung, Schadensanalysen, Aufbereitung


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